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Masern: Extrem ansteckend, nicht harmlos

Masern: Extrem ansteckend, nicht harmlos
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Der einzige Schutz vor den gefährlichen Masern bietet die kostenlose Mumps-Masern-Röteln Impfung. (SecondSide / Fotolia.com)

Masern werden häufig unterschätzt, sie sind extrem ansteckend. Bei Ungeimpften können sie schwerwiegende Langzeitfolgen (Behinderungen, Gehirnschäden...) hervorrufen, wie Experten im Rahmen der Europäischen Impfwoche warnen. 
 

Erst 2015 ist in Europa eine Masernepidemie ausgebrochen, mit tausenden Erkrankten und auch Todesfolgen. In Österreich wurden letztes Jahr 309 Masernerkrankungen verzeichnet - Österreich hatte somit im Verhältnis zur Einwohnerzahl die zweithöchsten Erkrankungsfälle in Europa. 
 

"Masern werden nach wie vor als harmlose Kinderkrankheit abgetan. Das sind sie ganz und gar nicht. Das Masern-Virus ist extrem ansteckend. Durch gefährliche Komplikationen kann es speziell bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum 5. Lebensjahr und im höheren Alter zu Spätschäden wie Gehirnschäden oder sogar zu Todesfällen kommen“, erklärt Dr. Peter Kreidl, Sektion für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Medizinischen Universität Innsbruck und Initiator der Europäischen Impfwoche in Innsbruck, die noch bis 30. April stattfindet. 
 

Wichtige Fakten zu Masern

Die kostenlose Masern-Mumps-Röteln Impfung kann bei Babys ab dem 11. Monat durchgeführt werden. In einem Mindestabstand von 4 Wochen erfolgt die 2. Teilimpfung, danach liegt der Schutz bei nahezu 100%. Warum es so wichtig ist, Impfen zu gehen, zeigen folgende Fakten, die eine Maserninfektion bei Ungeschützten hervorrufen kann: 
 

  • Bei jedem 3. bis 5. Kind treten durch das Masern-Virus schwere Komplikationen auf. 
  • 1 bis 2 Fälle von 1000 Masern-Fällen verläuft tödlich. 
  • 2 von 1000 Masern-Infizierten erkranken an einer Gehirnentzündung mit Langzeitschäden. 
  • Eine Masernerkrankung schwächt das Immunsystem bis zu 5 Jahre lang. 
  • Immer häufiger erkranken auch Erwachsene an Masern. 2015 war der älteste Masern-Kranke in Österreich 64 Jahre alt. 
  • Es gibt keine Therapie, einzige Vorsorge ist die Mumps-Masern-Röteln Impfung.

 

"Die kostenlose Mumps-Masern-Röteln Impfung ist sehr gut verträglich, sie enthält weder Aluminium noch Quecksilberverbindungen (Thiomersal)", betont Dr. Kreidl. Bei 5% der Geimpften kann es zu leichtem Fieber und leichten Hautrötungen nach ca. 10 Tagen kommen. Seit Einführung der Masernimpfung 1963 wurde der Impfstoff weltweit mehr als 575 Millionen Mal verabreicht. 
 

Die Weltgesundheitsorganisation WHO plant die Masern weltweit auszurotten. Das gelingt nur, wenn 95% aller Bevölkerungsgruppen vollständig 2x mit dem Masern- Mumps-Röteln Impfstoff geimpft sind. Die Durchimpfungsrate in Österreich liegt mit 80 bis 85 % und damit deutlich darunter. Dadurch sind auch jene am meisten gefährdet, die sich nicht mit einer Impfung schützen können wie z. B. Säuglinge, Schwangere und schwerkranke Kinder. 
 

Die wichtigsten Symptome

Die Masernerkrankung äußert sich anfangs oft durch Anzeichen einer schweren Erkältung mit Schnupfen und trockenem Husten, dazu kommt ein geröteter Gaumen sowie typischerweise eine Bindehautentzündung mit geröteten und tränenden Augen bzw. Fieberschübe bis 41°C. 
 

Typisch sind weiße „kalkspritzerartige“ Flecken auf der Wangenschleimhaut, 3 bis 4 Tage später erscheint ein großfleckiger , leicht erhabener Ausschlag, der hinter den Ohren und im Gesicht beginnt, sich innerhalb von 24 Stunden über den ganzen Körper ausbreitet. Die gefährlichen Spätfolgen entwickeln sich dann später bei einem Teil der Erkrankten. 
 

AUTOR


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGSDATUM


28.04.2016
QUELLEN
Tiroler Impfwoche 2016

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