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5 Fragen zur Psoriasis

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Plötzlich auftretende, starke Schuppenbildung am Kopf kann ein Anzeichen für Psoriasis sein. (RFBSIP / Fotolia)

Eine Hauterkrankung, die mehr als nur die Haut betrifft? Ja, so etwas gibt es – bei Schuppenflechte (Psoriasis) ist das etwa der Fall. 5 häufige Fragen dazu werden hier beantwortet.

„Die Psoriasis ist eine ganzheitliche Erkrankung mit erheblicher Entzündungsaktivität“, erläutert die Hautärztin Dr. Henriette Holub-Hoberger im Gespräch mit gesund.at. Diese Entzündungen können zu Symptomen im gesamten Körper führen, etwa der sogenannten Psoriasis-Arthritis, die die Gelenke betrifft. Was Sie sonst noch über die Erkrankung wissen sollten, lesen Sie hier.

Frage 1: Wie können sich erste Anzeichen einer Psoriasis äußern?

Dr. Holub-Hoberger: „Die ersten Plaques – also kleine, rote, schuppende Hautstellen – treten oft an Stellen wie den Fingern, Ellenbogen oder Knien auf. Diese vereinzelten Herde werden anfangs häufig mit Pilzerkrankungen verwechselt. Andere Patienten kommen aufgrund einer plötzlich einsetzenden verstärkten Schuppenbildung am Kopf in die Praxis."

Frage 2: Welche psychischen und körperlichen Folgen sowie Begleiterkrankungen hat die Psoriasis?

Dr. Holub-Hoberger: "Die sogenannten TNF-alpha-Zellen, welche die entzündlichen Prozesse vorantreiben, sind nicht nur in der Haut, sondern auch in den Blutgefäßen und im Gehirn vorhanden. Man geht mittlerweile davon aus, dass diese Zellen im Gehirn auch Depressionen auslösen können. Bei Psoriasis-Patienten treten außerdem häufig das metabolische Syndrom – mit Bluthochdruck, Adipositas und Diabetes – sowie Gelenkserkrankungen auf. Letztere können bis zur Deformierung der Gelenke führen, weswegen eine frühzeitige Behandlung vonnöten ist. Gerade bei größeren Plaques und wenn die Gelenke betroffen sind, kommt es häufig zu Einschränkungen im Job oder Sozialleben, weil es den Betroffenen unangenehm ist, wie sichtbar ihre Erkrankung für andere ist."

Frage 3: Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

Dr. Holub-Hoberger: "Wenn nur wenige Hautstellen betroffen sind, können Kortisonsalben und Kombinationspräparate mit Vitamin D3 gut helfen. Sobald größere Plaques auftreten oder die Gelenke betroffen sind, sollte eine Therapie mit oralen Medikamenten begonnen werden. Dazu setzen Hautärzte bewährte Substanzen wie das Krebsmedikament Methotrexat oder Fumarsäure ein. Trägt diese Behandlung keine Früchte, geht man zu Therapieformen mit Spritzen über, wo sogenannte Biologika zum Einsatz kommen. Diese wirken im gesamten Körper entzündungshemmend und bekämpfen somit die Entzündung und Verdickung der Haut sowie der Gelenke. Alternativ dazu gibt es auch neue Medikamente zum Schlucken. Diese PDE-4-Hemmer genannten Wirkstoffe, wie beispielsweise Apremilast, können ebenfalls erst dann eingesetzt werden, wenn die Basistherapeutika nicht mehr helfen."

Frage 4: Was sollte man bei der Hautpflege beachten?

Dr. Holub-Hoberger: "Für Psoriasis-Patienten ist es besonders wichtig, dass sie die Haut nicht austrocknen lassen, sondern diese nachzufetten und dadurch zu beruhigen. Dazu gibt es sehr gute Cremes mit Harnstoff (Urea), die auch den Juckreiz lindern. Außerdem sollten Reizungen von außen vermieden werden, da diese die Entstehung von Plaques auslösen können – diese Reaktion nennt man Köbner-Phänomen. Das heißt: keine kratzigen Stoffe auf der Haut tragen, nicht an den Plaques kratzen und nicht ständig an den Ellenbogen aufstützen."

Frage 5: Warum sind regelmäßige Arztbesuche und die regelmäßige Einnahme der Medikamente wichtig?

Dr. Holub-Hoberger: "Regelmäßige Kontrollen sind notwendig, um die Wirksamkeit und Zufriedenheit mit der Medikation zu überprüfen und spezielle Probleme zu besprechen. Werden die Arzneimittel vom Patienten ohne Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt, kann es erneut zum Auftreten der Schuppenflechte kommen. Auslassversuche können probiert werden, etwa wenn ein Kinderwunsch oder eine große Reise ansteht – aber nur unter ärztlicher Aufsicht."

AUTOR


Mag. Marie-Thérèse Fleischer, BSc


ERSTELLUNGSDATUM


10.01.2018
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Henriette Holub-Hoberger
Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten
QUELLEN
Interview mit Hautärztin Dr. Henriette Holub-Hoberger

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