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Schuppenflechte: Therapietreue ist sehr wichtig

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Bei Schuppenflechte sollte die Behandlung unbedingt ohne Unterbrechung fortgeführt werden. (RFBSIP / Fotolia)

Stark schuppende und juckende Haut mit punktförmigen bis hin zu handtellergroßen, rot-entzündeten Stellen, häufig am Kopf, Knie und Ellbogen, sowie Veränderungen der Nägel – so präsentiert sich typischerweise die Schuppenflechte (im Fachjargon: Psoriasis).

"Die Psoriasis ist eine nicht ansteckende, chronische entzündliche Erkrankung", erklärt der Dermatologe und MINI MED-Vortragende Dr. Wolfgang Weger, Hautarzt an der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie an der Medizinischen Universität Graz, "sie ist aber auch eine systemische Erkrankung." Damit ist gemeint, dass nicht nur Haut und Nägel betroffen sein können, sondern auch andere "Systeme", wie Organe bzw. Körperteile. Am bekanntesten ist diesbezüglich die Psoriasisarthritis. Neben der Haut sind auch die Gelenke und mitunter die Sehnenansätze und die Sehnen selbst entzündet und schmerzen. Die Betroffenen haben zudem ein hohes Risiko an Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes zu erkranken.

Behandlung nicht abbrechen

Umso wichtiger ist es, dass Psoriasis-Patienten die mit ihrem Arzt vereinbarte Therapie durchführen und auch bei einer Besserung der Symptome fortsetzen. "Viele Patienten mit chronischen Erkrankungen tun sich mit der Therapietreue – also mit der Einhaltung der vom Arzt verordneten Behandlung – schwer. Der große Unterschied zu Patienten mit Diabetes oder Bluthochdruck ist, dass Psoriasis-Patienten innerhalb weniger Wochen an den Folgen eines Therapieabbruchs leiden und nicht erst nach Jahren. Sie bekommen Schmerzen und das Hautbild verändert sich. Außerdem dauert es, wie zu Beginn der Behandlung, zwei bis drei Monate bis die wiederaufgenommene Therapie erneut wirkt", warnt der Rheumatologe und MINI MED-Referent OA Dr. Raimund Lunzer von der Rheumatologischen Spezialambulanz im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Graz-Eggenberg.

Neue Therapiemöglichkeiten

Häufige Gründe, warum vor allem Patienten mit moderater und schwerer Psoriasis oder Psoriasisarthritis selbst das Intervall der Medikamenteneinnahme ausdehnen, regelmäßig Dosen auslassen oder gar ihre Behandlung absetzen, ist, dass sie mit der Art der Medikation – Stichwort Spritzen – nicht zufrieden sind, oder sie Nebenwirkungen befürchten. Dr. Lunzer beruhigt: "Die neuen Therapien mit Biologika haben sich in den letzten Jahren massiv verbessert, denn sie können individuell an den Patienten angepasst werden. Beispielsweise stehen neben den Spritzen nun auch Medikamente zum Schlucken zur Verfügung. Außerdem sind die neuen biologischen Therapien in der Langzeiteinnahme mit keinem erhöhten Risiko für Krebs vergesellschaftet und sie senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen."

 

Dr. Weger macht abschließend noch auf einen weiteren wichtigen Faktor zur Hebung der Therapietreue aufmerksam: "Ein gutes Behandlungsresultat lässt sich nur über ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis erzielen. Das bedeutet, dass Arzt und Patient sich regelmäßig über den Stand der Erkrankung und die Zufriedenheit mit der Therapie unterhalten müssen."

Empfehlungen der Experten

OA Dr. Raimund Lunzer, von der Rheumatologischen Spezialambulanz, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Graz-Eggenberg, sieht in der Früherkennung der Krankheit den Schlüssel zu einer optimalen Behandlung: "Wenn Psoriasis-Patienten unter wechselnden, unerklärlichen und ständig wieder auftretenden Gelenksbeschwerden leiden, sollten sie den Rheumatologen aufsuchen, denn es könnte eine Psoriasis Arthritis vorliegen."

 

Dr. Wolfgang Weger von der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universität Graz, betont die Bedeutung guter Kommunikation: "Es ist sehr wichtig, dass sich Psoriasis-Patienten regelmäßig mit dem Arzt über den Stand der Erkrankung und die Zufriedenheit mit der Therapie unterhalten."

AUTOR


Emanuel Munkhambwa


ERSTELLUNGSDATUM


01.12.2017
QUELLEN
Interview mit Dr. Wolfgang Weger, Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Medizinische Universität Graz
Interview mit OA Dr. Raimund Lunzer, Rheumatologische Spezialambulanz, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Graz-Eggenberg

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