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Rosacea (Rosazea, Kupferrose, Kupferfinne)

Mann mit Rosacea.
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Die Rosacea verläuft in drei Phasen: Je nach Schweregrad der Erkrankung verändert sich das Hautbild des Betroffenen. (Milan Lipowski / Fotolia.com)

Rosacea ist eine chronische Hauterkrankung, die zu dauerhaften Entzündungen im Gesicht führt. Sie verläuft in drei Phasen. 

Erweiterte Blutgefäße im Gesicht können zu einer erhöhten Blutversorgung führen und die typischen Rötungen bei Rosacea verursachen. Darüber hinaus sind Juckreiz und teils brennende Schmerzen häufige Begleiterscheinungen. Mögliche Auslöser der Beschwerden sind Hitze und starke Temperaturschwankungen, ebenso wie der Genuss von Alkohol oder würzigen Speisen. Die Behandlungen reichen von Salben, Tabletten bishin zu Laserbehandlungen.

Häufigkeit von Rosacea

In Österreich haben rund 400.000 Menschen Rosacea, zirka 60 % davon sind Frauen. Bei Männern tritt die Erkrankung nicht selten stärker, z.B. in Form einer Knollennase, auf. Während Rosacea im Kindesalter rar ist, sind Erwachsene ab 40 Jahren weitaus öfter betroffen. Etwa 10 % der Bevölkerung in nordeuropäischen Ländern wie Norwegen, England und Schweden, leben mit dieser Erkrankung. In Spanien oder Portugal hingegen, wo die Menschen dunkelhäutiger sind, liegt die Häufigkeit von Rosacea nur bei zirka 2 %.

Ursachen, Symptome und Verlauf von Rosacea

Die genauen Ursachen von Rosacea sind bislang unklar. Auch warum Menschen mit heller Haut viel öfter von ihr betroffen sind als dunkelhäutige Personen, ist medizinisch nicht geklärt. Als wahrscheinlich gilt nur, dass die Erkrankung vererbt werden kann. Durch erweiterte Blutgefäße im Gesicht kommt es zu einer erhöhten Blutversorgung und einem veränderten Hautbild, das sich je nach Stadium der Erkrankung verändert.

 

Zu den typischen Symptomen von Rosacea zählen:

 

KRANKHEITSSTADIEN

SYMPTOME

Phase 1

 
  • Hautrötungen,
  • erweiterte Äderchen
 

Phase 2

 
  • Rötungen,
  • eitrige Pickel,
  • kleine Knoten und Blasen
 

Phase 3 (selten)

 
  • Hautverdickungen,
  • Wucherungen von Gewebe und Talgdrüsen an der Nase (Knollennase)
 

 

Juckreiz, Brennen und teils stechende Schmerzen können Begleiterscheinungen sein.

 

Verlauf von Rosacea

Die Erkrankung verläuft schubartig in 3 Phasen. Zu Beginn gehen auftretende Rötungen im Gesicht meist nach einigen Stunden wieder vorüber. Im weiteren Verlauf treten sie immer häufiger auf und verschwinden nicht mehr. Bleibt die Rosacea unbehandelt, können sich zusätzlich eitrige Pickel, kleine Blasen und Knoten bilden. Wucherungen von Gewebe und Talgdrüsen, die zu einer Knollennase führen, kommen nur sehr vereinzelt – hauptsächlich unter Männern – vor.

 

Selten betrifft Rosacea auch die Bindehaut der Augen. Dort führt sie beispielsweise zu einer chronischen Lidentzündung, welche sich häufig durch ein Fremdkörpergefühl und brennende Schmerzen im entsprechenden Auge bemerkbar macht. Auch Einschränkungen der Sehkraft sind möglich, aber selten. Wirkt sich die Erkrankung auf die Augen aus, muss das aber nicht bedeuteten, dass sich auch das Hautbild im Gesicht verändert. Die Symptome an Stirn, Nase, Wangen sowie fallweise am Kinn und die Einschränkung der Augensehkraft können getrennt voneinander auftreten. Meist betrifft Rosacea aber ausschließlich Gesichtsareale. Cremes, Gele oder Tabletten mit antibiotischen Substanzen führen zu einer Verbesserung des Hautbildes.


In Abhängigkeit von der Reaktion des Betroffenen auf die Therapiemaßnahmen, kann die einmonatige Anwendung von Antibiotika bereits ausreichend sein und zu einer deutlichen Linderung der Symptome führen. Ist das nicht der Fall, müssen Antibiotika innerhalb von ärztlich verordneten Zeitabständen immer wieder eingenommen werden. Zusätzlich ist das kontinuierliche Auftragen von Salben, Cremes oder Gelen unabdingbar, um die Rosacea einzudämmen.

 

Auslöser eines Schubes

Für Rosacea gibt es verschiedene Auslöser, sogenannte Trigger, die Schübe der Hauterkrankung verursachen können. Trigger sind alle Einwirkungen, die die Durchblutung fördern und die Gefäße weiten, z.B. Sonnenbestrahlung, warme Temperaturen, Wetterumschwünge, Saunagänge oder heiße Getränke. Auch scharfe Gewürze, Alkohol und Menthol können Symptome von Rosacea verstärken. Auch besondere Stressbelastung kann ein Trigger für einen Rosacea-Schub sein.

Diagnose und Therapie von Rosacea

Ob eine Rosacea vorliegt, erkennt der Dermatologe meist durch die bloße Betrachtung des Hautbildes. Selten tritt die Erkrankung in Verbindung mit der gewöhnlichen Akne und den dafür typischen Mitessern auf. In solchen Fällen kann die Untersuchung des Hautgewebes im Rahmen einer Biopsie Klarheit schaffen. Im Rahmen dieses kleinen, chirurgischen Eingriffs wird unter lokaler Betäubung eine Gewebeprobe der entsprechenden Hautstelle entnommen. Der Arzt kann dafür verschiedene Instrumente, z.B. ein Skalpell, anwenden.

 

Die Rosacea verläuft in drei Phasen. Je nach Schweregrad der Erkrankung verändert sich das Hautbild des Betroffenen, und es kommen unterschiedliche Therapiemaßnahmen zum Einsatz:

 

KRANKHEITSSTADIEN

SYMPTOME

THERAPIE

Phase 1

 
  • Hautrötungen,
  • erweiterte Äderchen
 
 
  • Auftragen von antibiotischen Cremen oder Gelen, die zum Verschluss der Hautgefäße führen
 

Phase 2

 
  • Rötungen,
  • eitrige Pickel,
  • kleine Knoten und Blasen
 
 
  • Zusätzlich zu Cremen und Gelen: Antibiotika in Tablettenform
  • wirken entzündungshemmend
 

Phase 3 (selten)

 
  • Hautverdickungen,
  • Wucherungen von Gewebe und Talgdrüsen an der Nase (Knollennase)
 
 
  • Operative Entfernung
  • Kostenübernahme erfolgt durch die Krankenversicherung
 

 

In allen 3 Stadien ist auch eine Laserbehandlung möglich. Die Kosten dafür werden allerdings meist nicht von den Krankenkassen übernommen. Abhängig vom Ausmaß der Erkrankung, sind 2 bis 3 Einheiten erforderlich. Dazwischen wird für jeweils etwa 6 Wochen pausiert, damit sich die Haut erholen kann, und die Wirkung der Behandlung eindeutig beurteilen lässt. Pro Sitzung müssen Betroffene – je nach Aufwand – mit Kosten in der Höhe zwischen 70 und 200 Euro rechnen.

 

Obwohl alle oben genannten Methoden deutlich die Haut verbessern können, ist eine Heilung im eigentlichen Sinne nicht möglich.

Vorbeugung: Das können Betroffene zusätzlich gegen Rosacea tun

Übermäßige Hitze und starke Temperaturwechsel reizen die Blutgefäße und können einen Rosacea-Schub zur Folge haben. Vorsicht ist deshalb besonders bei heißen Speisen und Getränken geboten, ebenso sollten Sie lange Aufenthalte in der Sonne meiden und sich entsprechend vor UV-Strahlung schützen.

 

Darüber hinaus können manche Kosmetikartikel die Haut reizen. Wer sein Gesicht gründlich von Schminke reinigt und am besten auf den Kauf fettarmer Cremes setzt, wirkt diesem Problem entgegen.

 

Auch die Ernährung spielt bei Rosacea eine wichtige Rolle. Vor allem würzige oder scharfe Lebensmittel, wie Chili und Curry, können eine Verstärkung der Symptome bewirken. Dasselbe gilt für den Genuss von Alkohol, auf den Sie nicht vollständig verzichten müssen – aber Sie sollten genau beobachten, welche Menge Ihnen gut tut sowie ob und ab wann sich Ihr Hautbild verändert.

AUTOR


Lisa Hörnler
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


04.03.2015 / 22.02.2021
MEDIZINISCHER EXPERTE
Univ.-Prof. Dr. Ichiro Okamoto
Hautarzt
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