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5 Fragen zur Blutbildung

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Rote Blutkörperchen sind ein wesentlicher Bestandteil des Blutes. (pinkeyes – Fotolia.com)

Bei chronisch myeloproliferativen Neoplasien (MPN) kommt es zu einer Überproduktion von Blutzellen. gesund.at beantwortet 5 Fragen rund um die Blutproduktion und damit einhergehende Erkrankungen.

Blut wird nicht umsonst als "Saft des Lebens" bezeichnet: Für den Körper hat es eine ungemein wichtige Funktion, da es Sauerstoff zu den Organen transportiert und Nährstoffe dorthin bringt, wo sie gebraucht werden. Auch Hormone und andere Botenstoffe werden über das Blut transportiert und Abfallprodukte werden entsorgt. Jedoch kann es bei der Produktion des Blutes zu Defekten kommen – auf die sogenannten chronisch myeloproliferativen Neoplasien soll nachfolgend stärker eingegangen werden.

Frage 1: Wo wird das Blut gebildet?

Für die Bildung von Blutzellen (Hämatopoese) sind bei Erwachsenen vor allem die Stammzellen im Knochenmark verantwortlich. Knochenmark ist beispielsweise in den Becken- und Oberschenkelknochen, den Schulterblättern und den Knochen der Wirbelsäule vorhanden. Stammzellen bilden sich das gesamte Leben lang neu und können verschiedene Blutbestandteile nachbilden. Reife Blutzellen gelangen vom Knochenmark in den Blutkreislauf und nehmen dort ihre Funktion auf.

Frage 2: Welche Bestandteile hat das Blut?

Das Blut besteht aus:

 

  • Blutplasma: Das sind die flüssigen Bestandteile des Blutes. 90-95% des Plasmas sind Wasser, der Rest sind darin gelöste Stoffe wie Elektrolyte und Bluteiweiße.
  • Rote Blutkörperchen (Erythrozyten): Diese Zellen transportieren den Sauerstoff durch den Körper, sie enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin und das darin gebundene Eisen.
  • Weiße Blutkörperchen (Leukozyten): Sie übernehmen im Rahmen der Immunabwehr eine wichtige Funktion.
  • Blutplättchen (Thrombozyten): Sie sorgen dafür, dass das Blut gerinnt, wodurch sich z. B. offene Wunden schließen.

Frage 3: Was sind myeloproliferative Neoplasien (MPN)?

Als MPN werden bösartige Erkrankungen des Knochenmarks bezeichnet, die zwar selten sind, aber chronisch verlaufen. Bei MPN gibt es einen Defekt der blutbildenden Zellen im Knochenmark, der dazu führt, dass zu viele Blutzellen gebildet werden. Oft ist die Ursache dafür eine genetische Mutation, die im Lauf des Lebens zufällig oder durch Umwelteinflüsse bedingt auftritt.

 

Der Überschuss an Blutzellen kann zu gesundheitlichen Problemen wie einer erhöhten Blutungsneigung, Thrombosen oder Gefäßverschluss führen. Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und Durchblutungsstörungen der Hände und Füße sind ebenfalls häufige Symptome.

Frage 4: Welche MPN gibt es?

Es gibt vier verschiedene Arten von MPN. Bei diesen Erkrankungen gibt es zumeist eine Art von Blutzellen, die besonders stark von der Überproduktion betroffen ist, auch wenn die anderen Zelltypen ebenfalls gehäuft vorliegen können:

 

  • Polycythaemia vera: Bei dieser Erkrankung liegen vor allem die roten Blutkörperchen in zu großer Zahl vor.
  • Myelofibrose: Diese Erkrankung ist durch eine zunehmende Knochenmarksfibrose gekennzeichnet. Zu Beginn finden sich oft zu viele weiße Blutkörperchen und Blutplättchen sowie zu wenige rote Blutkörperchen.
  • Chronische myeloische Leukämie: Auch hier sind vor allem die weißen Blutkörperchen betroffen.
  • Essenzielle Thrombozythämie: Diese Erkrankung geht mit einer erhöhten Anzahl von Blutplättchen einher.

Frage 5: Welche anderen Störungen des blutbildenden Systems gibt es?

Auch bei anderen Erkrankungen funktioniert die Blutbildung nicht richtig. Dazu zählen beispielsweise:

 

  • Leukämie
  • Myelodysplastische Syndrome (MDS)
  • Sichelzellanämie
  • Thalassämie

 

Außerdem können Medikamente, Bestrahlungstherapie und Mangelerscheinungen wie Eisenmangel oder Vitaminmangel die Abläufe im blutbildenden System aus dem Gleichgewicht bringen.

AUTOR


Mag. Marie-Thérèse Fleischer, BSc


ERSTELLUNGSDATUM


15.05.2018
MEDIZINISCHER EXPERTE
OA Dr. Sonja Burgstaller
Abteilung für Innere Medizin IV, Klinikum Wels-Grieskirchen

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