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Elektrokardiogramm (EKG)

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Ein EKG wird ab dem mittleren Lebensalter zur Vorsorge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfohlen. (Evgeniy Kalinovskiy / Fotolia)

Bei einem Elektrokardiogramm (EKG) werden die elektrischen Impulse des Herzens abgeleitet und als Stromkurve aufgezeichnet. Das EKG ist eine Methode zur Diagnosestellung akuter oder chronischer Herzerkrankungen.

Die Durchführung kann in Form eines Ruhe-EKG, eines Belastungs-EKG oder eines Langzeit-EKG (24-Stunden- EKG) vorgenommen werden. Für die Untersuchung werden Elektroden an Oberkörper und Extremitäten angebracht, die sogenannten EKG-Ableitungen. Ein EKG ist eine risiko- und schmerzlose Untersuchung.

Anlass eines EKG

  • Vorsorgeuntersuchung: Ein EKG wird ab dem mittleren Lebensalter zur Vorsorge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfohlen.
  • Diagnosestellung: Ein EKG kommt bei der Diagnosestellung von Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkten, einer Störung der Erregungsausbreitung, erworbenen oder angeborenen Herzfehlern, Herzmuskelentzündungen, einer Durchblutungsstörung des Herzens oder einer krankhaften Erhöhung des Blutdrucks (Hypertonie) zum Einsatz. Ein EKG schafft auch Klarheit über die Notwendigkeit einer Herzschrittmachertherapie.
  • Verlaufskontrolle, Operations-/Behandlungsnachsorge: Das EKG findet Verwendung bei der Verlaufskontrolle der oben genannten Herzerkrankung, nach Interventionen und Operationen an den Herzkranzgefäßen und Herzklappen, nach Implantation eines Herzschrittmachers und/oder Defibrillators oder einer Therapie mit Frequenz beeinflussenden Medikamenten.

Was passiert bei einem EKG?

Am häufigsten kommt das Ruhe-EKG zum Einsatz. Das Langzeit-EKG und das Belastungs-EKG sind Sonderformen.

 

  • Ruhe-EKG: Ein Ruhe-EKG wird am liegenden Patienten vorgenommen. Auf den Brustkorb und die Extremitäten (Arme und Beine) werden kleine angefeuchtete Metallplättchen (Elektroden) festgeklebt bzw. Saugelektroden platziert. Diese übermitteln die Stromimpulse des Herzens. Die Impulse werden dann im EKG-Gerät verstärkt und auf Papier aufgezeichnet. Dauer: zirka 5 Minuten.
  • Langzeit-EKG: Bei einem Langzeit-EKG werden die Impulse über einen Zeitraum von 24 (bis 72) Stunden aufgezeichnet. Dabei werden kleine elektronische Aufzeichnungsgeräte verwendet, die die Stromimpulse speichern. Die Auswertung des Langzeit-EKGs erfolgt im Anschluss digital unter manueller Korrektur, da auf die digitale Auswertung alleine kein Verlass ist.
  • Belastungs-EKG: Bei einem Belastungs-EKG erfolgt die EKG-Aufzeichnung unter körperlicher Belastung. Dafür muss der Patient in sitzender oder halbliegender Position auf einem fixierten Fahrrad, einem Ergometer, fahren. Auch kann ein Belastungs-EKG auf einem Laufband bzw. bei Sportlern sportartspezifisch z. B. auf einem Ruderergometer etc. durchgeführt werden. Des Weiteren stehen Handkurbelergometer für diejenigen Patienten zur Verfügung, die Beschwerden oder Erkrankungen der Hüfte oder Beine haben. Die Belastungsintensität wird langsam erhöht. Danach erfolgt noch ein sanftes Ausfahren. Das EKG wird während der gesamten Ergometrie kontinuierlich aufgezeichnet und endet bei körperlicher Erschöpfung, Symptomen oder krankhaften (pathologischen) EKG-Veränderungen.

Wo wird ein EKG vorgenommen?

Ein EKG kann sowohl im Krankenhaus als auch von niedergelassenen Ärzten durchgeführt werden. Die Messung selbst wird in den meisten Fällen vom Pflegepersonal oder von ärztlichem Hilfspersonal vorgenommen. Die Auswertung erfolgt durch den behandelnden Arzt.

Welche Risiken hat das EKG?

Ein EKG ist völlig ungefährlich, es werden lediglich die eigenen Stromimpulse aufgezeichnet und kein elektrischer Einfluss auf den Patienten ausgeübt.

Was können Sie zum Gelingen des EKG beitragen?

  • Ruhe-EKG: Während der Untersuchung sollte unnötige Bewegung oder zu rasche Atmung vermieden werden.
  • Langzeit-EKG: Der ungefähre Tagesablauf sollte notiert werden. Während der Messung sollte der Patient eventuelle Beschwerden mit Zeitpunkt des Auftretens notieren.
  • Belastungs-EKG: Der Patient sollte sich bis zur maximalen Erschöpfung belasten bzw. mitteilen, wenn es zu Symptomen kommt. Ob aufgrund der Symptome abgebrochen werden muss, entscheidet der anwesende Arzt.

Kosten & Krankenkasse

Bei Krankheitsverdacht werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen. Für ein EKG in einem Krankenhaus ist eine Überweisung nötig. Diese ist ab Ausstellungsdatum für einen Monat gültig.

AUTOR


Elisabeth Mondl , Barbara Bürscher
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Marie-Thérèse Fleischer, BSc


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


17.09.2017 / 06.05.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
Prim. Univ.-Prof. Dr. Dr. Josef Niebauer MBA
Innere Medizin – Kardiologie – Sportmedizin; Univ.-Institut für präventive und rehabilitative Sportmedizin, Uniklinikum Salzburg der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität
QUELLEN
Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, S. Andreae et al., 2. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2008
Pflege heute, N. Menche (Hrsg), Urban & Fischer Verlag, 5. Auflage, München, 2011

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