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Ergometer-Untersuchung

Ergometer-Untersuchung
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Die Ergometrie wird meistens auf einem Fahrradergometer durchgeführt. (Klaus Eppele / Fotolia.com)

Die Ergometrie (Belastungs-EKG, Belastungstest) ist eine spezielle Form des Elektrokardiogramms (EKG), bei der während körperlicher Aktivität der Herzrhythmus aufgezeichnet wird. 

So werden die Ursachen verschiedener Symptome, die unter körperlicher Aktivität auftreten, erkannt, aber auch individuelle Trainingspläne erstellt. Die Ergometrie wird entweder auf einem Fahrradergometer, einem Laufband oder sportartspezifisch zum Beispiel auf einem Rudergerät durchgeführt. Mit einer Ergometrie werden die Anstrengungen des Alltags simuliert bzw. sogar noch übertroffen, um mögliche Erkrankungen demaskieren zu können. 

Anlass einer Ergometrie

  • Vorsorgeuntersuchung: Im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchung ist auch eine Ergometrie vorgesehen. So kann die Belastbarkeit des Herzens gemessen und der Verdacht auf eine Herzkranzarterienverengung (koronare Herzkrankheit) überprüft werden. Desweiteren wird das Auftreten von Rhythmusstörungen dokumentiert, sowie der Anstieg und Abfall der Herzfrequenz analysiert. Da während einer Ergometrie auch der Blutdruck gemessen wird, erhält man Auskunft nicht nur über den Blutdruck in Ruhe sondern auch unter Belastung.
  • Diagnosestellung: Die Ergometrie dient der Beurteilung der Leistungsfähigkeit, der Diagnose von Herz- Rhythmusstörungen, überschießender Blutdruckreaktionen oder Belastungsasthma, der Abklärung der Belastbarkeit zum Beispiel nach einem Herzinfarkt, der Erstellung von Empfehlungen für die körperliche Belastbarkeit von Patienten und gesunden Sportlern u.v.m. Bei akuten oder entzündlichen Erkrankungen sowie bei einer instabilen Angina pectoris darf keine Ergometrie durchgeführt werden. 
  • Verlaufskontrolle, Operations-/Behandlungsnachsorge: Zur Beurteilung des Verlaufs und des Therapieerfolgs bei Medikamenten oder Bewegungstherapie und nach Herzoperationen, wie dem Setzen eines Bypasses oder eines Stents. 

Welche Formen der Ergometrie gibt es?

Die am weitesten verbreitete ist die Durchführung der Untersuchung auf einem fahrradähnlichen Ergometer, auf dem die Ergometrie teils im Sitzen, teils im Liegen erfolgen kann. Das Laufband sowie andere Spezialergometer kommen vorrangig bei Leistungssportlern zum Einsatz. 
 

Ein Belastungs-EKG kann bei Sportlern sportartspezifisch z.B. auf einem Ruderergometer etc. durchgeführt werden. Desweiteren stehen Handkurbelergometer für Patienten mit Beschwerden oder Erkrankungen der Hüfte oder Beine zur Verfügung. Da bei einer Ergometrie auch Beschwerden provoziert bzw. Krankheiten aufgedeckt werden sollen, kann es zum Auftreten der jeweiligen Symptome kommen, was auch das Ziel der Ergometrie ist. So kann festgestellt werden ob eine bzw. welche Erkrankung vorliegt. Zeigen sich im sicheren Umfeld einer Ordination oder eines Krankenhauses keine Beschwerden oder pathologischen Befunde, kann Ihr Arzt davon ausgehen, dass das Auftreten spezifischer Symptome in der Freizeit unwahrscheinlich ist. Es bleibt aber trotzdem immer ein Restrisiko: Es können niemals alle möglichen medizinischen Gefahren und Risiken des Alltags ausgeschlossen werden. 
 

Aus diesem Grund werden bei einer Ergometrie die Anstrengungen im Alltag simuliert bzw. noch übertroffen, weshalb es unbedingt erforderlich ist, dass Sie sich bei dieser Untersuchung bis zur völligen Erschöpfung anstrengen. 

Was passiert bei einer Ergometrie?

Vor der Untersuchung erfolgt die Aufzeichnung eines Ruhe EKGs, eine Blutdruckmessung und eine Befragung des Untersuchten, um seine Leistungsfähigkeit einzuschätzen. Danach werden das EKG und eine Blutdruckmanschette angelegt. Anschließend beginnt die Belastung mittels Ergometer, die je nach Protokoll nach unterschiedlichen Zeitintervallen (von wenigen Sekunden bis zu mehreren Minuten) so lange gesteigert wird, bis der Untersuchte vollständig erschöpft ist oder Symptome bzw. andere pathologische Befunde auftreten. Am Ende erfolgt noch ein leichtes Ausfahren oder Auslaufen am Ergometer bzw. Laufband. Während der gesamten Ergometrie wird kontinuierlich ein EKG aufgezeichnet und der Blutdruck z.B. alle 2 Minuten kontrolliert. 
 

Da die maximale Herzfrequenz individuell ist und eine große Streuung aufweist, gilt die alte Faustregel "220 minus das Lebensalter" nicht mehr. Sie hat zu oft zu einem frühzeitigen Abbruch bzw. zu fälschlichen Unterstellungen, der Patient habe sich nicht ausreichend angestrengt, geführt. Letzteres kann eindeutig mit einer Spiroergometrie bewiesen oder widerlegt werden. 

Spiroergometrie 

Bei der Spiroergometrie trägt der zu Untersuchende eine Maske und es werden die Atemgase vor, während und nach der Belastung analysiert. Die Spiroergometrie kommt nicht nur bei sportmedizinischen Untersuchungen, sondern auch bei Fragestellungen wie Lungenerkrankungen aber auch bei unterschiedlichen Herzerkrankungen, wie der Herzinsuffizienz, zum Einsatz. 

Wer führt eine Ergometrie durch?

  • Allgemeinmediziner

  • Facharzt für Innere Medizin und hier besonders Kardiologen
  • Allgemeinmedizinische und internistische Sportmediziner 

Gibt es Risiken bei der Ergometrie?

Ein Belastungs-EKG ist nicht risikofrei. Denn dadurch, dass bei einer Ergometrie Beschwerden provoziert bzw. Krankheiten aufgedeckt werden sollen, kann es zum Auftreten der jeweiligen Symptome kommen, zu denen auch Herzrhythmusstörungen gehören. Um das Risiko zu minimieren werden sowohl vor, während, als auch nach der Untersuchung Sicherheitsmaßnahmen getroffen. Vor der Untersuchung werden durch ein Ruhe EKG und eine Befragung relevante Informationen über die Belastbarkeit des Untersuchten gewonnen. Während der Untersuchung werden Herzfrequenz und Blutdruck überwacht. Nach der Untersuchung werden die Körperfunktionen des Untersuchten kontrolliert. 

Was können Sie zum Gelingen der Ergometrie beitragen?

Vor der Untersuchung sollten Sie nicht erkältet sein oder Fieber haben und ausgeruht sein. Die letzte Mahlzeit sollte mindestens 2 Stunden vor der Untersuchung eingenommen worden sein. Trage Sie bequeme und sportliche Kleidung einschließlich geeigneter Schuhe, z.B. Turnschuhe. 
 

Wenn Sie während der Untersuchung irgendwelche Beschwerden verspüren, so teilen Sie das umgehend Ihrem Arzt mit. 
 

Nachdem die Belastungsgrenze erreicht wurde, sollten Sie ohne sich anzustrengen noch ein paar Minuten weitertreten oder auslaufen. 

Kosten & Krankenkasse

Die Kosten für eine Ergometrie werden bei entsprechendem Krankheitsverdacht bzw. bei der Verlaufskontrolle von der Krankenkasse übernommen. 

AUTOR


Elisabeth Mondl, Barbara Bürscher


ERSTELLUNGSDATUM


11.12.2013

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