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Hitzeschlag

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Bei einem Hitzeschlag sind die körpereigenen Regulationsmechanismen überfordert, der Körper kann keine Wärme mehr abgeben und heizt sich auf. (Jürgen Fälchle / Fotolia)

Zu einem Hitzeschlag kommt es durch die Überlastung der Temperatur- Regulationsmechanismen des Körpers: Ist er nicht in der Lage, genügend Wärme abzugeben (z.B. durch Schwitzen), überhitzt der Körper. Deshalb ist die Haut eines Betroffenen heiß, trocken und stark gerötet - meist überall am Körper und nicht nur an Kopf, Hals und/oder Nacken wie bei einem Sonnenstich.

Es kommt zu Kreislaufproblemen, die lebensbedrohliche Formen annehmen können. Ein Hitzeschlag ist die schwerste Form der Hitze-Erkrankungen (z.B. Sonnenstich, Hitzekrampf, Hitzeerschöpfung). Meist tritt er an sehr heißen oder schwül-warmen Tagen auf. Kleine Kinder, ältere Menschen und chronisch Kranke sind besonders gefährdet, einen Hitzeschlag zu erleiden. Ein Hitzeschlag ist immer eine Akutsituation, schnelles Handeln ist gefragt. Verständigen Sie immer die Rettung (Notruf: 144).

Häufigkeit

Ein Hitzeschlag kann eher in den Sommermonaten Juli und August auftreten, wenn es besonders heiß ist. Risikogruppe sind Menschen mit Adipositas oder Menschen mit Durchblutungsstörungen bei Diabetes, sowie Säuglinge.

Ursachen

Feucht-heißes Klima ist für alle Menschen belastend. Der Körper reagiert auf Hitze mit vermehrter Schweißproduktion, um die Haut zu kühlen und die Körpertemperatur so wieder zu senken. Werden diese körpereigenen Temperaturregulations-Mechanismen überlastet, können sie versagen. Die Folge ist ein Wärmestau im Körper: der Hitzeschlag.

 

Zu einem Hitzschlag kann es selbst bei jungen, gesunden Menschen durch anstrengende körperlicher Betätigung an besonders heißen, schwül-warmen Tagen oder in heißer Umgebung (z.B. Arbeit am Hochofen) kommen. Schon ein zu langer Aufenthalt bei zu hohen Temperaturen reicht bei einigen Menschen jedoch schon aus, dass es zum Hitzeschlag kommt. Das betrifft vor allem:

  • Säuglinge und Kleinkinder
  • alte Menschen
  • chronische Kranke
  • Menschen, die Hitze nicht gewohnt sind
  • alkoholisierte oder unter Drogen stehende Menschen

 

Für diese Hitzeschlag-empfindlichen Personen stellen schon große Menschenansammlungen (z.B. Konzert, Fußballstadion) eine Gefahr da - insbesondere wenn sie dabei auch noch zu warm angezogen sind. Dass es in der Sauna zu einem Hitzschlag kommt, ist für diese Personen auch eher möglich, jedoch kommt es dazu sehr selten. Denn in der Sauna verhindern keine Kleidungsstücke, dass der Körper durch Wärmeabstrahlung und Schwitzen für den nötigen Temperaturausgleich sorgen kann. Außerdem ist im entspannten Sitzen oder Liegen der Kreislauf weniger belastet als bei körperlicher Aktivität. Dennoch sollte jeder darauf achten, einen Saunabesuch nicht zu übertreiben: Mit wenigen Minuten in der Schwitzkabine anfangen und die Aufenthaltsdauer nur langsam steigern. Nach jedem Saunagang gut mit kaltem Wasser abkühlen.

Symptome

Bei einem Hitzeschlag fallen die körpereigenen Temperatur-Regulationsmechanismen aus: Der Körper ist nicht mehr in der Lage, Wärme abzugeben und den Körper über die Schweißproduktion zu kühlen. Deshalb ist die Haut eines Hitzschlag Betroffenen heiß, trocken und stark gerötet - meist überall am Körper und nicht nur an Kopf, Hals und/oder Nacken wie bei einem Sonnenstich. Zudem zeigen sich bei einem Hitzeschlag durch den Wärmestau im Körper weitere Symptome, die schnelles Handeln erfordern:

  • deutlich erhöhte Körpertemperatur von über 40 Grad Celsius
  • schwacher, aber schneller Puls
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Unruhe
  • Schwindel
  • Bewusstseinstrübungen: Betroffene wirken schläfrig und/oder verwirrt
  • Abfall des Blutdrucks
  • eventuelle Bewusstlosigkeit
  • eventuell Krämpfe oder auch Lähmungserscheinungen

 

Ein Hitzschlag ist eine Notfallsituation! Rufen Sie bei Verdacht darauf unverzüglich die Rettung (Notruf: 144)!

Verlauf

Kann die erhöhte Körpertemperatur nicht ausreichend schnell wieder gesenkt werden, treten starke Kreislaufprobleme auf, die mitunter lebensbedrohlich werden können. Durch Flüssigkeitsmangel und Elektrolytverlust verringert sich die zirkulierende Blutmenge im Körper. Das Gehirn kann unterversorgt werden, Herzschlag oder Atem können ausfallen und Organe versagen. Letztendlich kann durch solche Komplikationen sogar der Tod eintreten.

Diagnose

Der Arzt stellt die Diagnose anhand der klassischen Symptome bei bestimmten Begebenheiten wie Hitze oder schwül-warmem Wetter, starker körperlicher Anstrengung und/oder zu warmer Kleidung.

Therapie

Bei einem Hitzeschlag muss die erhöhte Körpertemperatur schnell wieder gesenkt werden. Der Notarzt muss rasch verständigt werden. In dieser Notsituation sollte dem Hitzeschlag-Opfer bis zum Eintreffen des Notarztes Erste Hilfe geleistet werden:

  • Kühl: den Betroffenen möglichst an einem kühlen oder zumindest schattigen Ort bringen. Ihm Luft zufächeln.
  • Lagerung: den Betroffenen flach, aber mit erhöhtem Oberkörper lagern Lockere Kleidung: die Kleidung öffnen, lockern oder ausziehen
  • Den Körper möglichst kühlen: Den Betroffenen mit feuchten Tüchern oder Wickeln bedecken oder die Kleidung mit kühlem Wasser benetzen. Dagegen keinesfalls Kaltwasserbäder oder Eisabreibungen durchführen! Denn solch eine rasche Abkühlung kann zu einem weiteren Anstieg der Körpertemperatur führen. Die Körpertemperatur während des Abkühlens möglichst beobachten; sie darf nicht unter 37 Grad Celsius sinken.
  • Kühles Wasser: ist der Betroffene ansprechbar, ihm viel kühles (nicht eiskaltes!) Wasser zu trinken geben. Den Betroffenen ständig beobachten: Atmung und Puls kontrollieren.
  • Stabile Seitenlage: wird der Betroffene bewusstlos, atmet jedoch noch, ist er in die stabile Seitenlage zu bringen.
  • Wiederbelebung: atmet der Betroffene nicht mehr, mit der Wiederbelebung beginnen, Herzdruckmassage und Atemspende.

 

Trifft der Notarzt ein, wird er zuerst versuchen, den Kreislauf des Hitzschlag-Opfers zu stabilisieren. Da dem Körper Flüssigkeit fehlt, werden Infusionen mit Elektrolyt-Lösung verabreicht. In der Regel werden Betroffene unverzüglich in ein Spital gebracht, denn bei schwerem Hitzschlag ist die Behandlung auf der Intensivstation nötig, um die Vitalfunktionen durch Kühlung und Flüssigkeitszufuhr aufrecht zu erhalten. Falls der Betroffene ins Koma fällt, kann dort auch künstlich beatmet werden.

Was kann der Betroffene zusätzlich tun?

Damit es gar nicht erst zu der lebensgefährlichen Erkrankung Hitzeschlag kommen kann, achten Sie darauf, dass es nicht zu einem Wärmestau im Körper kommt:

  • sich nicht zu hohen Temperaturen aussetzen
  • bei warmem Wetter mit hoher Luftfeuchtigkeit auf größere körperliche Anstrengung verzichten
  • sich angemessen kleiden: Bei Hitze luftig anziehen!
  • bei hohen Temperaturen immer viel Wasser, ungesüßte Tees oder gespritzte Fruchtsäfte trinken, um den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen. Auf Alkohol sollte man gerade an sehr heißen Tagen verzichten!
AUTOR


Anja Speitel


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


02.06.2014 / 23.04.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Peter Haubenberger
Akupunktur, Chinesische Diagnostik und Arzneitherapie, Notarzt
LETZTES REVIEW
QUELLEN
Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, S. Andreae et al, 1. Auflage, Thieme Stuttgart, 2006
Symptome erkennen und richtig reagieren, G. Rauch-Petz, 1. Auflage, Gondrom, Bindlach, 2007

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