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Nach einem Herzinfarkt zur Reha

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Herz-Kreislauftraining am Ergometer ist für Herzpatienten genauso wichtig wie Muskeltraining. (Liderina - Shutterstock.com)

Nach einem Herzinfarkt ist der Schock und die Angst vor einem neuerlichen Infarkt groß. Wie geht das Leben weiter, was sollte man ändern?

Neben medizinischer Therapie steht im Rahmen einer Rehabilitation im Herz-Kreislaufzentrum Groß Gerungs vor allem auch die psychische Betreuung im Mittelpunkt. minimed.at hat mit dem ärztlichen Leiter, Primarius Univ.-Doz. Dr. Sebastian Globits über die Rehabilitation von Herz-und Gefäßpatienten gesprochen:

Frage 1: Nach welchen Akutereignissen kommen die Patienten zur Rehabilitation?

Nach Herzinfarkten und damit zusammenhängenden Eingriffen an den Herzkranzgefäßen, Herzimplantationen, nach großen chirurgischen Eingriffen wie Klappenersatz bzw. im Bereich des Brustkorbes, nach Bypass-Operationen oder auch nach Einsatz eines Herzschrittmachers.

 

Abgesehen von Herzerkrankungen betreuen wir auch viele Patienten mit arterieller Verschlusserkrankungen der Beine ("Schaufenstererkrankung"). Weiters ist Groß Gerungs auch bei Risikopatienten für Herz- Kreislauferkrankungen sehr beliebt, sie streben meist eine Lebensstiländerung an, genau wie Personen mit einer Herzschwäche. Sie sollten verstärkt ihre Muskulatur und ihre Kondition trainieren und das findet bei uns unter kontrollierten Bedingungen statt.

Frage 2: Was sind die Säulen der Rehabilitation?

Wenn es sich um ein Anschlussheilverfahren nach einem akuten Herzereignis handelt, das in der Regel von der Krankenkasse bezahlt wird, gibt es ein vorgegebenes Leistungsprofil mit bestimmten Therapieeinheiten. in diesem Rahmen gibt es leistungsorientierte Adaptierungen, sprich der 40jährige Patient mit einem Stent hat einen anderes Leistungsprofil wie eine 85jährige Patientin mit Diabetes. Hier wird das Leistungsprofil natürlich dem allgemeinen körperlichen Zustand angepasst.

 

Im Großen und Ganzen gibt es drei Säulen der Rehabilitation, die zur Risikomodifikation beitragen:

 

  • Bewegung: Dynamische Bewegung wie Walken, Radfahren bzw. isometrische Bewegung wie Krafttraining oder Koordinationstraining, dazu zählt auch die Sturzprophylaxe bei älteren Patienten.
  • Ernährung: Angestrebt wird eine mediterrane Mischkost, die sich zirka aus 55% Kohlenhydraten, 30% Fett und 15% Eiweiß zusammensetzt. Fisch gibt es bei uns mehrmals pro Woche, die Betonung auf Gemüse und Obst, salzreduziert und auch wenig Zucker.
  • Psychische Betreuung: Hier haben wir eigene Therapeuten im Haus.

 

Ideal ist es, die Bewegungs- und Ernährungsprogramme so zu verinnerlichen, dass man das zu Hause alleine weitermachen kann.

Frage 3: Welche Rolle spielt die psychologische Betreuung in Groß Gerungs?

Eine sehr große. Das Herz ist ein Organ, das sehr emotional besetzt ist. Viele Personen sind nach der Wiederbelebung nach einem Herzinfarkt sehr verunsichert, sie waren in akuter Lebensgefahr, das ist nicht einfach, damit umzugehen. Daher ist es sehr wichtig, sie dabei zu unterstützen, wieder in den Alltag zurückzufinden.

 

Neben der medizinisch-psychologischen Betreuung gibt es auch eine Basisbetreuung mit Entspannungstrainings, Stressbewältigung und Biofeedback, um den eigenen Körper besser kennenzulernen.,

Frage 4: Was ist typisch für Ihr Haus?

Es gibt viele Schwerpunkte, dazu zählt etwa Herz-Kreislauferkrankungen mit einem besonderen Focus auf Herzschwäche. Auch Diabetes-Patienten sind bei uns sehr gut aufgehoben. Es geht dabei in erster Linie auch um die ideale Diabetes-Einstellung, insbesondere auch um die Senkung der Blutfette. Das LDL-Cholesterin sollte bei einem Herzpatienten unter 70 mg/dl gesenkt werden – wenn die Patienten nach dem Spital zu uns kommen, ist das bei 2 von 10 der Fall, nach der Rehabilitation sind es mehr als 7 von 10, da sind wir sehr erfolgreich.

Frage 5: Was unterscheidet Groß Gerungs von anderen Einrichtungen dieser Art?

Wir haben in Groß Gerungs einen Trauma-Therapeuten, er kann Personen nach einem Herzinfarkt helfen wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu bekommen. Weiters gibt es bei uns Diabetes-Spezialisten und auch Mitarbeiter, die sich speziell um Raucherentwöhnung kümmern. Es wird daran gearbeitet, dass Groß Gerungs komplett rauchfrei wird, das soll sowohl Patienten als auch Mitarbeitern zugute kommen.

AUTOR


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


11.05.2017 / 04.03.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
Primarius Univ.-Doz. Dr. Sebastian Globits
Foto (c):
Ärztlicher Leiter im Herz-Kreislauf-Zentrum Groß Gerungs
QUELLEN
Interview mit dem ärztichen Leiter des Herz-Kreislaufzentrums Primarius Univ.-Doz. Dr. Sebastian Globits

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