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Coronavirus und Covid-19

Was ist das neue Coronavirus?
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Das neue Coronavirus löst beim Menschen vor allem Erkrankungen der Atmungsorgane aus. (Lightspring / Shutterstock.com)

Das Ende des Jahres 2019 erstmals entdeckte Virus Sars-CoV-2 kann die Erkrankung Covid-19 verursachen. Insbesondere bei Risikogruppen ist ein schwerer Verlauf möglich.

Am 31.12.2019 wurde die Weltgesundheitsorganisation WHO erstmals über eine Häufung von Lungenentzündungen mit unklarer Ursache in der chinesischen Provinz Wuhan informiert. Kurz darauf wurde ein neuartiges Coronavirus identifiziert. Das Virus verbreitete sich von China aus über die ganze Welt, seit dem 11.03.2020 definiert die WHO den Krankheitsausbruch als globale Pandemie. Sars-CoV-2 gehört zu den sogenannten Beta-Coronaviren und kann die neuartige Erkrankung Covid-19 auslösen. Die Coronaviren sind eine große Familie von RNA-Viren, die sowohl Tiere als auch Menschen infizieren und beim Menschen vor allem Erkrankungen der Atmungsorgane auslösen. 

Symptome und Verlauf von Covid-19

Covid-19 ähnelt in der Symptomatik meistens einer Erkältung oder einer Grippe. Wirklich eindeutige Symptome gibt es keine. Mögliche Anzeichen sind:

  • häufig: Husten, Fieber
  • manchmal: Schnupfen, Störung oder Ausfall des Geruchs- und Geschmackssinns
  • selten: Halsschmerzen, Atemnot, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag, geschwollene Lymphknoten

 

Zirka 3 von 100 Betroffenen (3 %) entwickeln im Verlauf der Krankheit eine Lungenentzündung. In seltenen Fällen verläuft Covid-19 hingegen gänzlich symptomlos und wird nur im Rahmen routinemäßig durchgeführter Tests erkannt. Über die möglichen Langzeitfolgen einer überstandenen Covid-19-Erkrankung gibt es aufgrund der Neuartigkeit der Krankheit noch kaum aussagekräftige Informationen. Vermutet wird, dass insbesondere bei einem schweren Verlauf die Lungenfunktion dauerhaft beeinträchtigt sein könnte.

 

Risikofaktoren

Der größte Risikofaktor für einen schweren Verlauf der Erkrankung ist nach aktuellen Erkenntnissen Gebrechlichkeit ("frailty"), also eine chronische altersbedingte herabgesetzte Belastbarkeit. Etwa ab 65 Jahren steigt das Risiko einer kritischen Entwicklung an und wird mit jedem weiteren Lebensjahr höher. Da die Krankheit in erster Linie die Lunge betrifft, gelten auch Menschen mit entsprechenden Vorerkrankungen wie Asthma oder COPD, aber auch Diabetes, als stärker gefährdet. Allgemein gilt, dass ein schwerer Verlauf bei gesunden, jungen Menschen sehr selten ist und das Risiko höher wird, umso schlechter der allgemeine Gesundheitszustand des Betroffenen zum Zeitpunkt der Infektion ist. Dies umfasst unter anderem auch Übergewicht und Herzerkrankungen.

 

Sterblichkeitsrate

Die Sterblichkeitsrate liegt nach aktuellem Stand deutlich unter 1 %. Allerdings ist sie von Land zu Land teilweise sehr unterschiedlich und variiert nach Altersgruppen. Bei unter 25-Jährigen liegt die Sterblichkeit bei fast Null, bei 25 bis 50-Jährigen unter 0,1 % und bei über 65-Jährigen je nach Risikofaktoren zwischen 1 und 10 % – in Ausnahmefällen sogar noch höher.

Übertragung von Sars-CoV-2

Die Übertragung des neuartigen Coronavirus geschieht hauptsächlich über virushaltige Partikel, die eine bereits infizierte Person etwa beim Sprechen, Niesen oder Husten freisetzt. Eine Ansteckung ist vor allem dann wahrscheinlich, wenn man sich innerhalb von zwei Metern mit einem Infizierten befindet und über längere Zeit direkten Kontakt mit diesem hat, laut spricht, singt oder schreit. Welche Bedeutung kleinen Tröpfchen, Aerosole genannt, dabei zukommt, die über längere Zeit in der Luft bleiben und sich in weiterer Folge im Raum verteilen können, ist noch nicht vollständig geklärt. Wird in Räumen nicht regelmäßig gelüftet, kann sich dadurch auch trotz Einhalten des Sicherheitsabstandes das Ansteckungsrisiko erhöhen.

Vorbeugung von Covid-19

Schutz vor einer Ansteckung

Bei viralen Atemwegsinfektionen gilt es vor allem, engen Kontakt mit infizierten Personen zu vermeiden. Da viele Betroffene von Covid-19 zunächst keine oder nur sehr schwache bzw. diffuse Symptome entwickeln, ist jeder Einzelne zu besonderer Vorsicht angehalten. Wichtige Maßnahmen zur Vorbeugung sind:

  • Abstand halten zu Personen, die nicht im selben Haushalt leben
  • Regelmäßiges Händewaschen
  • Tragen von Mund-Nasen-Schutz in öffentlichen Innenräumen
  • Einhalten der Hust- und Niesetikette, um andere zu schützen

 

Offizielle Regelungen in Österreich

Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, hat die österreichische Bundesregierung seit Beginn der Pandemie verschiedene Bestimmungen angeordnet, die einer Ansteckung vorbeugen sollen. Aktuell gelten:

  • Verpflichtendes Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in verschiedenen Bereichen, u. a. in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln
  • Infektionsmanagement, d.h. getrennte Versorgung von Verdachtsfällen und anderen Patienten in Gesundheitseinrichtungen
  • Besondere Schutzvorkehrungen für Bewohner von Alten- und Pflegeheimen
  • Verpflichtende Isolation von Infizierten und direkten Kontaktpersonen (bis zum Ende der Absonderung)
  • Empfehlung zum Einhalten des Sicherheitsabstandes (mindestens 1 Meter zwischen Personen, die nicht im selben Haushalt leben)
  • Empfehlung, private Zusammenkünfte von mehr als zehn Personen in Innenräumen zu vermeiden

 

Darüber hinaus gibt es weitere, teils regionale, Maßnahmen, die das öffentliche Leben einschränken sollen. Dazu zählen vor allem Besucherbeschränkungen bei Veranstaltungen und festgelegte Sperrstunden für Lokale. Über die wichtigsten Entwicklungen in Österreich halten wir Sie auch in unserem Coronavirus-Liveticker auf dem Laufenden!

Richtig reagieren bei Verdachtsfall: 1450

In Österreich lebende Menschen, die passende Symptome zeigen oder aus einem anderen Grund den Verdacht hegen, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollen bei der kostenlosen Gesundheits-Hotline 1450 anrufen. Dort erhält der möglicherweise Betroffene sämtliche Informationen bzw. konkrete Handlungsanweisungen. Erhärtet sich der Verdacht, erfolgt ein PCR-Test. Bei einem positiven Ergebnis muss sich der Erkrankte in Selbstisolation begeben und sollte Mitmenschen kontaktieren, mit denen er in den letzten Tagen in engem persönlichen Kontakt stand.

 

BITTE kontaktieren Sie im Krankheitsfall unbedingt den Arzt Ihres Vertrauens. Es gibt auch viele andere Gesundheitsrisiken, die Beschwerden machen und rechtzeitig gut versorgt werden müssen.

 

Anmerkung: Der Text wurde zusätzlich zum Review unseres medizinischen Experten auch von Univ.-Prof. Dr. Franz Allerberger, Leiter des Geschäftsfelds Öffentliche Gesundheit der AGES, inhaltlich überprüft.

AUTOR


Carola Bachbauer, BA, Michael Leitner


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


23.01.2020 / 09.10.2020
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. med. univ. Martin Sprenger
Leitung Universitätslehrgang Public Health, Medizinische Universität Graz

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