×
×
articleicon

Grippe (Influenza)

Image Error
Diesen Artikel mit Freunden teilen
Gute Hygiene ist besonders in Grippezeiten wichtig (rcfotostock / Fotolia)

Jedes Jahr erkranken 5 bis 10 % der Bevölkerung im Winter an Grippe (Influenza). Grippe Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen setzen nach einer Ansteckung durch Influenza-Viren sehr rasch und heftig ein.

Antibiotika wirken bei dem Infekt nicht, im Gegensatz zu Virostatika. Sie dürfen allerdings erst nach einem Influenza Test verabreicht werden. Um andere nicht anzustecken, sind eine gewissenhafte Hygiene, wie häufiges Händewaschen, und Bettruhe wichtig. Letztere auch, um die häufigste Komplikation der Grippe, die Lungenentzündung, zu vermeiden. Als beste Vorbeugung gilt immer noch die Influenza-Impfung. Grippe wird oft mit grippalem Infekt (Erkältung) verwechselt.

Häufigkeit

Jährlich erkranken rund 380.000 Österreicher an einer Influenza. Etwa 5 bis 10 % der Erwachsenen und bis zu 15 % der Kinder sind davon betroffen. In Österreich sterben jedes Jahr etwa 1.000 Personen an einer Influenza.

 

Kleine Kinder (unter 4 Jahren) und ältere Menschen (über 65 Jahre) sind besonders gefährdet, da ihr Immunsystem noch nicht bzw. nicht mehr optimal funktioniert. Ebenso Personen, deren Immunsystem aus anderen Gründen schwach ist (z.B. durch Immunsuppressiva, weitere Infektionen, allgemein schlechter Gesundheitszustand).

 

In ihrem üblichen Verlauf beginnt die Grippesaison im Dezember, verläuft während der Weihnachtsferien schwach (da viele Übertragungsorte wie Schulen, Kindergärten, Ämter usw. geschlossen sind), steigt ab Mitte Jänner wieder an, erreicht Ende Jänner/Anfang Februar ihren Höhepunkt und ist Mitte März zu Ende. Im Sommer tritt die Grippe so gut wie nie auf. Die sogenannte "Sommergrippe" ist ein grippaler Infekt.

Ursachen/Symptome/Verlauf

Die Krankheitserreger der Grippe sind die Influenza-Viren. Übertragen wird sie durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion. Tröpfcheninfektion ist die Übertragung durch Niesen oder Husten, wobei die Viren in kleinsten Tröpfchen des Schleims (so klein, dass man sie oft nicht spürt) von einem Menschen zum anderen gelangen und teilweise auch eine kurze Zeit in der Luft hängen können. Bei Schmierinfektionen gelangen die Viren über den Schleim auf Oberflächen (etwa, wenn jemand nach dem Naseputzen eine Türklinke angreift), wo sie vom nächsten aufgenommen werden. Influenzaviren bleiben bei kalter und trockener Luft länger infektiös, weshalb der Hochwinter auch die Hochsaison der Grippe ist.

 

Charakteristisch für die Grippe ist, dass sie sehr plötzlich einsetzt und innerhalb eines Tages das volle Krankheitsbild zeigt:

  • Hohes Fieber (meist über 39°),
  • Schüttelfrost,
  • starke Muskel- und Gliederschmerzen,
  • Kopfschmerzen,
  • Husten,
  • Heiserkeit und
  • so starke Abgeschlagenheit, dass die Patienten im Bett bleiben.

 

Wenn man nicht gerade zu den allerersten Opfern einer Grippesaison gehört, ist auch schon bekannt, dass die jährliche Grippewelle im Anmarsch ist.

 

Diagnose durch Influenza Test

Üblicherweise reichen die Symptome aus, um die Diagnose zu stellen. Nur bei besonders gefährdeten Menschen (sehr alten, sehr jungen oder immunschwachen) kann bei Verdacht ein Influenza-Schnelltest helfen, die Diagnose sofort zu bestätigen. Dafür wird ein Rachenabstrich oder eine Nasenlavage gemacht. Bei diesen Menschen besteht auch eine wesentlich größere Gefahr, dass sich als Komplikation der Grippe eine Lungenentzündung entwickelt.

Therapie

Das Wichtigste bei einer Grippe ist: Auskurieren! Die Bettruhe sollte bis zur endgültigen Gesundung gehalten werden. Fieber über 38,5 Grad Celsius belastet den Kreislauf stark, daher ist ab diesem Zeitpunkt eine fiebersenkende Therapie sinnvoll. Wer bei einer Influenza nicht im Bett bleibt, risikiert eine Herzmuskelentzündung! Bei Kindern unter 3 Jahren besteht außerdem die Gefahr eines Fieberkrampfes.

 

Viel trinken ist wichtig, weil wir durch das Fieber Flüssigkeit verlieren. Das belastet einerseits den Kreislauf und verschlechtert andererseits die Entgiftung. Entzündungshemmende und schmerzstillende Mittel beschleunigen zwar selten die Heilung, bringen aber Erleichterung.

 

Zwar gibt es Medikamente gegen die Influenzaviren (sogenannte Virostatika wie Aciclovir, Zanamivir oder Oseltamivir), sie wirken aber nur, wenn sie innerhalb von 48 Stunden nach Ausbruch der Krankheit gegeben werden. Deshalb werden sie vom Arzt nur nach gesicherter Diagnose gegeben.

 

Die Grippeviren schädigen im Verlauf der Erkrankung die Schleimhaut, dadurch können sich Bakterien leichter vermehren und als häufigste Komplikation eine Lungenentzündung auslösen. In diesem Fall verordnet der Arzt Antibiotika gegen die bakterielle Entzündung.

Was kann man selber tun?

Gute Hygiene ist besonders in Grippezeiten wichtig:

  • Hygiene: Papiertaschentücher statt Stofftaschentücher verwenden, und zwar nur einmal und dann gleich so entsorgen, dass sie niemand anderer berührt (nicht auf dem Tisch liegen lassen, sondern gleich in den Mistkübel).
  • Hygiene: Häufig Hände waschen oder Desinfektionstücher für die Hände verwenden und vor allem nicht mit ungewaschenen Händen Augen, Nase oder Mund berühren.
  • Hygiene: Händeschütteln und Begrüßungsküsse einschränken oder ganz vermeiden.
  • Kontakt meiden: Als Erkrankter den Kontakt mit anderen Menschen möglichst meiden, um diese nicht anzustecken. Das bedeutet auch nicht arbeiten gehen, um die Kollegen zu schützen! Ganz besonders Lehrer und Kindergärtner sollten ihre Schützlinge so vor der Krankheit bewahren.

 

Influenza Impfung: Gegen die Influenza kann man sich impfen lassen und das wird auch besonders für Kinder von 7 Monaten bis 4 Jahren, über 65-Jährige und chronisch Kranke empfohlen sowie für alle, die solche Personen betreuen, also etwa Lehrer, Kindergärtner oder Pflegepersonal in Krankenhäusern und Altersheimen. Nutzen Sie am besten die Grippeimpfaktionen, die jeden Herbst und Frühwinter angeboten werden. Die Grippeimpfung muss jedes Jahr aufgefrischt werden, da sich das Virus sehr schnell ändert.

AUTOR


Livia Rohrmoser


ERSTELLUNGSDATUM


09.12.2013
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Andreas Temmel
Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten – Wahlarzt
QUELLEN
Österreichische Empfehlungen zur Prävention, Diagnose und Therapie von Influenza-Infektionen. Konsensus, Wien, 2008
Epidemiologie, Diagnostik, antimikrobielle Therapie und Management von erwachsenen Patienten mit ambulant erworbenen tiefen Atemwegsinfekten sowie erworbener Pneumonie, S-3 Leitlinie der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie et al. (Hrsg.), AMWF-Leitlinie, Dresden, 2009
https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/Echte_Grippe.html (09.12.2013)
Medizinische Universität Wien, Department für Virologie (09.12.2013)

Cookie-Informationen zu dieser Website


Wir verwenden Cookies zur Bereitstellung von minimed.at, für nutzerfreundliche Features und Social-Media-Funktionen, um Zugriffe zu analysieren, relevante Inhalte vorzuschlagen und gemeinsam mit unseren Werbepartnern auf das Surfverhalten abgestimmte Werbeanzeigen einzublenden. Hier können Sie alle zustimmungspflichtigen Cookies akzeptieren oder ablehnen:


oder weitere Informationen in unserer Cookie-Richtlinie einsehen. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit widerrufen. Informationen zu den Auswahl- und Kontrollmöglichkeiten und zur Ausübung des Widerrufs- oder Widerspruchsrechtes finden Sie in unserer Datenschutzinformation.

Bitte beachten Sie, dass manche Cookies für den reibungslosen Betrieb von minimed.at unerlässlich sind. Solange Sie zustimmungspflichte Cookies nicht akzeptiert haben, werden nur solche Cookies gesetzt, die erforderlich sind, um die reibungslose Nutzung von minimed.at zu ermöglichen. Diese dienen nicht dazu, personenbezogene Daten zu sammeln und werden von Ihrer Zustimmung unabhängig verwendet.