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Händedesinfektion und die Pflege danach

Hände richtig desinfizieren
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Richtige Händehygiene kann vor Infektionen schützen. (Jose Manuel Perez/Shutterstock.com)

Gebührende Händehygiene ist in Zeiten des Coronavirus unabdingbar. Dazu gehören das richtige Händwaschen und auch die -desinfektion. 

Um der Verbreitung des neuartigen Virus Sars-CoV-2 Einhalt zu gebieten, ist die entsprechende Händehygiene – Händewaschen und -desinfektion – unabdingbar. Als Chirurg weiß Univ.-Prof. Dr. Thomas Schachner, MSc von der Universitätsklinik für Herzchirurgie in Innsbruck bestens Bescheid, worauf es bei der chirurgischen Händedesinfektion ankommt. In Kooperation mit dem Physiker Professor Christoph Nägerl von der Universität Innsbruck hat er in einem Video zusammengefasst, was es bei der hygienischen Desinfektion zu beachten gilt.

Hautbarriere schützen

Durch die derzeit erforderliche Händehygiene leidet allerdings auch die Hautbarriere. "Bei all den möglichen Hautreizungen sollte man die derzeit so essentielle Händehygiene dennoch nicht vernachlässigen", warnt Schachner. Die Haut schützt unseren Körper vor physikalischen (Kälte, Reibung …) und chemischen Reizen. Zudem spielt sie eine wichtige Rolle für unsere Immunabwehr, indem sie eine Barriere gegen das Eindringen von Mikroorganismen bildet. Das gilt allerdings nicht für das Coronavirus, das nur über die Mund- und Nasenschleimhäute gefährlich werden kann. Die Schutzfunktion der Haut besteht außerdem nicht nur darin, nichts von außen in den Körper gelangen zu lassen, sondern sie sorgt auch dafür, dass von innen nicht zu viel Feuchtigkeit aus dem Körper austritt. Gute Handdesinfektionsmittel strapazieren die Haut nicht übermäßig. Dennoch kann es zu trockener, rissiger Haut kommen. 

Richtige Pflege

Bewährt haben sich Pflegeprodukte mit Substanzen, die auch in den Hautbarriereschichten selbst enthalten sind (beispielsweise Triglyceride, Squalan, Phytosterine, Phosphatidylcholin und Ceramide). Vor allem für die Pflege sensibler oder gar erkrankter Haut sollten Cremes und Lotionen frei von Hilfsstoffen sein. Die Aufgabe von Emulgatoren besteht etwa darin, Mischungen aus Ölen und Wasser zu stabilisieren. Viele Emulgatoren verbleiben nach dem Verdunsten des im Pflegeprodukt enthaltenen Wassers in der Haut. Kommen diese bei der Körperhygiene wieder in Kontakt mit Wasser, werden sie reaktiviert und entziehen der Haut nicht nur Pflegemittel, sondern auch hauteigene Barrierestoffe.

 

Kritisch zu sehen sind zudem Lipide in Form von wasserabweisenden Inhaltsstoffen (Okklusiva). Jene bilden einen dünnen Film, der von der Haut kaum aufgenommen wird und deshalb darauf verbleibt. Zwar senkt dieser Film den Feuchtigkeitsverlust deutlich, gleichzeitig drosselt er jedoch die Hautaktivität und somit die körpereigene Regenerationsfähigkeit. Solche Substanzen erkennt man häufig an Mineralöl-Bestandteilen von Lotionen und Cremes. In manchen pflanzlichen Ölen hingegen sind bestimmte hauteigene Substanzen wie Linol- und Stearinsäure oder Phytosterin enthalten. Sie sind somit besser für die Hautpflege geeignet.

AUTOR


Margit Koudelka


ERSTELLUNGSDATUM


07.04.2020
MEDIZINISCHER EXPERTE
privat
Univ.-Prof. Dr. Thomas Schachner MSc
Foto (c): privat
Universitätsklinik für Herzchirurgie in Innsbruck
QUELLEN
Interview mit Doz. Mag. Dr. Thomas Schachner, MSc von der Universitätsklinik für Herzchirurgie in Innsbruck (07.04.2020)
"Wovor die Haut uns schützt", ArztASSISTENZ 01/2020

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