×
×
articleicon

Was ist das Hantavirus?

Rötelmaus beim Übertragen des Hantavirus
Diesen Artikel mit Freunden teilen
In Österreich wird das Hantavirus vor allem durch die Rötelmaus übertragen. (Rudmer Zwerver / Shutterstock.com)

Die natürlichen Wirte des gefährlichen Hantavirus sind verschiedene Nagetiere.

Hantaviren sind weltweit verbreitet. Sie werden über Nagetiere, wie Mäuse oder Ratten, auf den Menschen übertragen. Verschiedene Nagetierarten verbreiten unterschiedliche Virustypen und lösen somit unterschiedlich schwere Krankheitsformen aus. 

Häufigkeit des Hantavirus

Seit 2000 sind in Europa jährlich etwa 3.000 Fälle registriert worden. In Österreich wurden im Jahre 2017 90 Hantavirus-Erkrankungen gemeldet, davon sind 79 Fälle in der Steiermark erfasst worden.

Ursachen einer Hantavirus-Infektion

Die Hantaviren werden durch infizierte Nagetiere z. B. Mäuse oder Ratten auf den Menschen übertragen. Die Nagetiere scheiden das Virus über Speichel, Urin oder Kot aus. Für eine Ansteckung ist kein direkter Kontakt mit dem betroffenen Tier nötig. Häufig erfolgt eine Übertragung durch das Einatmen von aufgewirbeltem Staub, welcher die Erreger enthält. Eine Infektion kann jedoch auch durch Nagetierbisse oder dem direkten Kontakt mit dem infizierten Tier erfolgen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bei den Erregertypen, die in Österreich verbreitet sind, bisher nicht festgestellt.

Symptome und Verlauf einer Hantavirus-Erkrankung

Je nach Virustyp können Hantaviren unterschiedlich schwere Krankheitsbilder hervorrufen. In vielen Fällen verläuft die Krankheit ohne Symptome und bleibt somit unbemerkt.

 

Meist beginnt die Erkrankung mit plötzlich einsetzendem Fieber, das über 3 bis 4 Tage anhält. Zusätzlich treten grippeähnliche Beschwerden, wie Kopf-, Muskel- oder Gliederschmerzen auf. In vielen Fällen kommt es nach einigen Tagen zu starken Bauchschmerzen mit Durchfall und Erbrechen. Im schlimmsten Fall kann die Infektion mit den in Europa und Asien verbreiteten Hantavirus-Typen zu Einschränkungen der Nierenfunktion oder zu Nierenversagen führen.

Diagnose einer Hantavirus-Infektion

Besteht der Verdacht auf eine Hantavirus-Infektion, nimmt der Arzt Blut ab. Im Blutbild lassen sich typische Veränderungen, die auf eine Hantavirus-Erkrankung schließen, erkennen. So ist etwa die Zahl der Blutplättchen häufig niedriger (Thrombozytopenie), es gibt eine Veränderung der Nierenwerte, und es lassen sich spezifische Antikörper gegen das Virus aufweisen.

Therapie einer Hantavirus-Erkankung

Eine ursächliche Therapie gibt es derzeit noch nicht, lediglich die Symptome können behandelt werden. So werden in erster Linie Medikamente zur Schmerzbekämpfung und zur Senkung des Fiebers eingesetzt. Kommt es im Verlauf der Erkrankung zu einer akuten Niereninsuffizienz wird eine Therapie mittels Dialyse durchgeführt.

Hantavirus: Präventive Maßnahmen

Eine Impfung gegen das Hantavirus gibt es nicht. Um eine Infektion zu vermeiden, sollte man sich vor Ausscheidungen von Nagetieren fernhalten und bestimmte Vorsichtsmaßnahmen einhalten.

  • Achten Sie darauf, dass Keller, Dachboden, sowie Schuppen frei von Mäusen und Ratten sind.

  • Abfall sollte in verschließbaren Mistkübeln oder Tonnen entsorgt werde, damit Nagetiere keinen Zugang haben.

  • Bewahren Sie Lebensmittel sowie Tierfutter sicher und fest verschlossen auf.

 

Bei der Entsorgung von toten Tieren oder Exkrementen sind bestimmte Schutzmaßnahmen einzuhalten. So ist es wichtig Atemschutzmasken und Handschuhe zu tragen. Vor der Entsorgung sollten die Kadaver und Exkremente mit Desinfektionsmittel besprüht werden. Eine mögliche Staubentwicklung kann durch Befeuchten vermieden werden.

 

Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht vor allem für Menschen, die Kontakt mit Nagetieren oder deren Ausscheidungen haben. So sollten Waldarbeiter, Beschäftigte in der Landwirtschaft und Laborpersonal besondere Maßnahmen treffen.

AUTOR


Carola Bachbauer, BA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Margit Koudelka


ERSTELLUNGSDATUM


18.07.2019

Cookie-Informationen zu dieser Website


Wir verwenden Cookies zur Bereitstellung von minimed.at, für nutzerfreundliche Features und Social-Media-Funktionen, um Zugriffe zu analysieren, relevante Inhalte vorzuschlagen und gemeinsam mit unseren Werbepartnern auf das Surfverhalten abgestimmte Werbeanzeigen einzublenden. Hier können Sie alle zustimmungspflichtigen Cookies akzeptieren oder ablehnen:


oder weitere Informationen in unserer Cookie-Richtlinie einsehen. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit widerrufen. Informationen zu den Auswahl- und Kontrollmöglichkeiten und zur Ausübung des Widerrufs- oder Widerspruchsrechtes finden Sie in unserer Datenschutzinformation.

Bitte beachten Sie, dass manche Cookies für den reibungslosen Betrieb von minimed.at unerlässlich sind. Solange Sie zustimmungspflichte Cookies nicht akzeptiert haben, werden nur solche Cookies gesetzt, die erforderlich sind, um die reibungslose Nutzung von minimed.at zu ermöglichen. Diese dienen nicht dazu, personenbezogene Daten zu sammeln und werden von Ihrer Zustimmung unabhängig verwendet.