×
×

Hepatitis A

Diesen Artikel mit Freunden teilen
Die vorbeugende Hepatitis-A-Impfung schützt vor einer Infektion. (one photo - Shutterstock.com)

Unter Hepatitis A versteht man eine Entzündung der Leber, verursacht durch das Hepatitis A- Virus. Übelkeit, Erbrechen, Fieber. Das sind die "klassischen" Symptome einer Hepatitis A- Infektion, die man landläufig auch als "Reisekrankheit" bezeichnet.

Denn das Virus tritt vor allem in Ländern mit niedrigen hygienischen Standards auf und wird "eingeschleppt". Bei etwa der Hälfte der Infizierten kann auch eine Gelbfärbung von Haut und Augen auftreten. Die Erkrankung heilt einige Wochen nach der Infektion von selbst. Im Gegensatz zu Hepatitis B, Hepatitis C, Hepatitis D kann eine Hepatitis vom Typ A nie chronisch werden. Die vorbeugende Hepatitis-A-Impfung schützt vor einer Infektion.

Häufigkeit

Das Hepatitis A-Virus tritt vor allem in Ländern mit niedrigen hygienischen Standards auf. Es wird über den Darm ausgeschieden und über den Genuss von verunreinigtem Trinkwasser, Gemüse, Früchten oder rohen Meerestieren übertragen. Das Hepatitis A-Virus ist in Südostasien, Russland, im vorderen Orient, im Mittelmeerraum, Afrika, Mittel- und Südamerika verbreitet und wird häufig von Reisen aus diesen Ländern eingeschleppt. In Österreich und in Ländern West- und Nordeuropas tritt die Krankheit nur noch selten auf. Je nach Reiseland liegt das Risiko einer Infektion zwischen 1:10.000 und 1:50, gerechnet bei einem Aufenthalt von einem Monat. Da die Erkrankung häufig in Epidemien - wie im April 2013 beispielsweise in Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden - auftritt, ist es schwierig, die Zahl der insgesamt Betroffenen auszumachen.

Ursachen/Symptome/Verlauf

Was ist Hepatitis A?

 

Typischerweise bricht die Erkrankung meist etwa 30 Tage nach der Infektion aus und bleibt häufig unerkannt. Das Virus liegt bereits ein bis zwei Wochen vor dem Erkrankungsausbruch in hohen Konzentrationen im Stuhl vor, beim Ausbruch der Krankheit ist die Virenkonzentration nur mehr bei der Hälfte aller Infizierten nachweisbar. Nach einer Infektion können Durchfälle auftreten, manchmal können sich auch Haut und Augen gelb färben. Die Intensität der Erkrankung ist vom Alter abhängig. Vor allem bei Kindern bleibt die Infektion weitgehend unbemerkt, bei unter 5-Jährigen zeigen weniger als 10 % Symptome (Bauchschmerzen, grippeähnliche Zustände, Müdigkeit), bei den Erwachsenen ist dies bei einem Viertel aller Infizierten der Fall. Das Risiko, dass die Infektion einen fulminanten, d.h. einen sehr rasch voranschreitenden Verlauf nimmt, liegt unter 0,1 %. Dieses Risiko besteht in erster Linie bei Betroffenen mit einer vorgeschädigten Leber oder älteren Menschen, hier liegt das Risiko bei etwa 2 %.

 

Nachweisbar ist das Virus durch einen Bluttest, denn die Leberfunktionswerte sind deutlich erhöht. Das Virus ist überdies ein Überlebenskünstler: Es hält sowohl ungünstigen Umweltbedingungen, wie auch hohen Temperaturen bis zu 80 Grad C stand.

 

In Österreich sind die Hygienestandards hoch, daher ist das HAV meist ein "Mitbringsel" aus dem Urlaub, von einer Fernreise. Stärker gefährdet ist medizinisches Personal, Personal im Kanalisationsdienst oder Personen, die mit Hepatitis A-Virus-Trägern in Kontakt kommen.

Diagnose

Mit Hilfe eines Bluttests kann der Status von Antikörpern im Blut (Hepatitis A IgG und IgM-Antikörper) aufzeigt werden. Der Nachweis des Virus im Stuhl ist nur in einer frühen Phase der Erkrankung möglich.

Therapie

Es gibt keine spezielle Therapie bei Hepatitis A. Die üblichen Behandlungsmöglichkeiten sind Bettruhe und die Linderung der Symptome, also von Erbrechen und grippeähnlichen Zuständen. Ein Krankenhausaufenthalt ist nicht nötig, wenn die Betroffenen zu Hause gut versorgt werden. Der Verzicht auf Alkohol und eine kohlenhydratreiche, fettarme Kost sind diätetische Optionen. Zusammenfassend: Eine überstandene Hepatitis A-Infektion heilt von selbst und vollständig aus - sie hinterlässt einen lebenslangen Schutz.

 

Prophylaxe durch Hepatitis A-Impfung

 

Entsprechende Hygiene, vor allem Vorsicht beim Genuss von Meerestieren, Eiscreme, Eiswürfeln oder rohem Obst und Gemüse ist angebracht. Händewaschen, vor allem nach dem Toilettengang, ist freilich eine wirksame Prophylaxe. Eine Schutzimpfung verhindert die Infektion mit dem Hepatitis A-Virus. Die derzeitigen Impfstoffe sind Totimpfstoffe, also abgetötete Viren. Mitunter können leichte Nebenwirkungen, wie Rötung der Haut, Schwellungen oder Schmerzen an der Einstichstelle auftreten, selten auch Fieber, Übelkeit oder Erbrechen. Günstig ist eine kombinierte Schutzimpfung mit der Hepatitis B-Impfung. Im Abstand von 6 bis 12 Monaten werden 2 Impfungen (Injektionen) verabreicht. Nach dem zweiten Impfdurchgang ist ein lebenslanger Schutz gegeben.

AUTOR


Dr. Doris Simhofer


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


09.12.2013 / 01.03.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Peter Berkowitsch
Website
LETZTES REVIEW
QUELLEN
Beleidigte Leber: Hepatitis, Zirrhose, Leberkarzinom & Co. Eine Orientierungshilfe für Patienten und Laien, C. J. Müller, G. Baumgart, Verlagshaus der Ärzte, 2. Auflage, Wien, 2009

Ihre Wahlmöglichkeiten hinsichtlich Cookies auf dieser Website.


minimed.at verwendet Cookies, um Ihr Nutzungsverhalten automationsunterstützt zu analysieren und Ihnen personalisierte Werbung einzublenden, die Ihren ermittelten Interessen entspricht. Sie können hier alle zustimmungspflichtigen Cookies akzeptieren oder ablehnen


oder weitere Informationen in unsere Cookie-Richtlinie einsehen und sich dann entscheiden. Die erteilte Zustimmung können Sie jederzeit für die Zukunft widerrufen, lässt aber bereits auf Grund der erteilten Zustimmung erfolgte Verarbeitungen unberührt. minimed.at verwendet ebenso Cookies, um Ihnen die Nutzung von gesund.at zu ermöglichen und nutzerfreundlich zu gestalten und Zugriffe auf gesund.at zu analysieren. Diese Cookies können Sie hier abwählen.

Weitere Informationen zu den Cookies und den Auswahl- und Kontrollmöglichkeiten sowie zur Ausübung des Widerrufsrechtes finden Sie hier.