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HPV-Impfung erhöht MS-Risiko nicht

Patientin erhält eine HPV-Impfung
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HPV-Impfungen können vor Gebärmutterhalskrebs schützen. (Production Perig - Fotolia.com)

Multiple Sklerose (MS) und andere Nervenerkrankungen können nicht durch die HPV-Impfung ausgelöst werden, wie Gerüchte vermuten ließen. Zwei große Langzeitstudien geben nun offiziell Entwarnung.

Die HPV-Impfung schützt vor dem  Herpes-Virus, der Gebärmutterhalskrebs verursachen kann. Diese Krebsart wird jährlich in Österreich bei etwa 400 Frauen diagnostiziert. 90 % der Erkrankungen wurden durch den Humane Papillomaviren verursacht und hätten wahrscheinlich mit einer rechtzeitigen Impfung vermieden werden können. Die Nachricht, dass der HPV-Impfstoff MS verursache, führte zu einer großen Verunsicherung. Dänische und US-Amerikanische Wissenschafter stellten nun fest, wie es zu diesem vermeintlichen "Zusammenhang" kommen konnte: Eine bereits vorhandene MS-Erkrankung zeigt durch die Impfung früher Symptome.

Nicht mehr MS-Fälle seit Impfbeginn

Bei MS handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper die isolierende Schicht der eigenen Nervenzellen in einer Entzündungsreaktion angreift. Daraus entwickeln sich kognitive und bewegungstechnische Störungen. Die Auslöser von MS sind nach wie vor ungeklärt - durch eine HPV-Impfung wird die Krankheit aber nicht verursacht.

 

Das bestätigte eine Erhebung, an der sich beinahe 4 Millionen Skandinavierinnen beteiligten. Zwischen 2006 und 2013 hatten 800.000 von ihnen den HPV-Impfstoff erhalten. Nach einer Impfung bekamen laut Studie statistische betrachtet nicht mehr Frauen eine MS-Diagnose als in jener Gruppe, die sich gegen eine Impfung entschieden hatte. Auch andere Nervenerkrankungen traten nicht häufiger auf.

MS-Anfang vielleicht verfrüht

Eine zweite Studie, diesmal aus den USA, erklärt, wie es zu dem Gerücht um die HPV-Impfung kommen konnte. Auch hier wurde bestätigt, dass nicht mehr Frauen an MS erkranken, weil der Impfstoff verwendet wird. Jedoch treten erkrankungstypische Symptome häufig erstmals in zeitlicher Nähe zu der vorgenommenen Impfung auf. Im ersten Monat nach der Impfung war die Wahrscheinlichkeit, eine MS-Diagnose zu erhalten, doppelt so groß im Vergleich zu nicht geimpften Personen. 

 

Hätte diese Gruppe aber statt der Impfung eine Grippe oder ähnliche Erkrankung bekommen, wäre das MS-Risiko zu diesem Zeitpunkt genauso hoch gewesen. Der Grund: MS liegt vor der Diagnose bereits "schlafend" im Körper vor. Wird das Immunsystem stimuliert - etwa durch eine Infektion oder eine Impfung - wird sie eher aktiv.

Fazit: HPV-Impfung schützt, schadet nicht

Verzichtet man auf eine HPV-Impfung, erhöht sich also die Chance, später im Leben an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Das MS-Risiko senkt sich dadurch aber nicht.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


03.02.2015

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