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Warum Impfen wieder "in" werden muss

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"Impfprävention – Von Jung bis Alt" lautet das Motto des Impftages 2019. (angkhan / Fotolia)

Infektionskrankheiten, wie Masern und Keuchhusten sind wieder im Vormarsch. Experten wünschen sich mehr Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen und somit eine bessere "Impfmoral".

„Jedes Alter braucht seine Impfung, von der Phase als Neugeborenes über die Kindheit und Jugend, bis hin zur Schwangerschaft und zum hohen Alter.“ Das betont Univ. Prof. Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt, Leiterin des Instituts für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien. Sie und andere Experten der MedUni Wien, der Österreichischen Ärzte- und Apothekerkammer sind sich einig, dass "Impfen wieder 'in' sein muss". Sie sehen mangelhaften Impfschutz als gesellschaftliches Problem. „Nur mit einem entsprechenden Grundverständnis können wir erreichen, dass jede/r Einzelne auch die Verantwortung für das Ganze übernimmt, um so Erkrankungen und Todesraten durch Infektionskrankheiten verhindern und verringern zu können“, ergänzt Wiedermann-Schmidt. Anhand einiger Beispiele verdeutlichen Experten die Bedeutung von Schutzimpfungen.

Grippe (Influenza)

Die "echte Grippe" wird vor allem von Kindern übertragen, da sie die Viren länger un din einem höheren Maß ausscheiden als Erwachsene. Deshalb empfiehlt Dr. Rudolf Schmitzberger, Leiter des Impfreferats der Österreichischen Ärztekammer, die Grippeimpfung bereits für Kinder. So würde die Ansteckungsgefahr für besonders gefährdete Gruppen – beispielsweise ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem – gesenkt. Zudem waren die Fallzahlen bei Kindern und Jugendlichen in der Grippesaison 2017/2018 besonders hoch: 1.900 Kinder und Jugendliche mussten im Krankenhaus behandelt werden, neun starben. Für diese Zielgruppe empfiehlt der Österreichische Impfplan einen eigenen Kinder-Impfstoff, der in die Nase gesprüht wird.

Masern, Keuchhusten und Pneumokokken

Als "dramatisch" bezeichnen viele Mediziner die Masernproblematik. Allein im ersten Halbjahr 2018 gab es laut Welt-Gesundheitsorganisation WHO in Europa mehr als 41.000 Masernfälle mit 37 Todesopfern. „Jedes dieser Opfer wäre mit einer Impfung zu verhindern gewesen“, gibt Wiedermann-Schmidt zu denken. Im Vormarsch ist auch der Keuchhusten. So habe sich etwa die Zahl der Keuchhusten-Fälle von 2015 auf 2017 mehr als verdoppelt. „Die Krankheit breitet sich fast so rasant wie Masern aus. Die Symptome bei Kindern und Erwachsenen werden oft erst spät richtig interpretiert. Ein ausreichender Impfschutz ist daher speziell für sensible Personengruppen wie Schwangere besonders wichtig“, weiß Schmitzberger. Zwei Drittel der Zwei- bis Dreijährigen trügen außerdem Pneumokokken-Keime unbemerkt in sich und würden so zur potenziellen Lebensgefahr für ihr Umfeld. Diese Bakterien können Gehirnhautentzündung, Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung auslösen. Dagegen gibt es mittlerweile einen breiter wirksamen 13-fach-Impfstoff, den bereits mehr als 100 Länder übernommen haben.

AUTOR


Margit Koudelka


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


12.12.2018 / 12.12.2018
QUELLEN
Pressegespräch der MedUni Wien vom 12. 12. 2018

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