×
×
articleicon

Salmonellenvergiftung (Salmonellose)

Salmonellen-Infektionen erfolgen vor allem beim Verzehr roher Lebensmittel
Diesen Artikel mit Freunden teilen
Salmonellen können eine Entzündung im Darm (Enderitis) auslösen. (Kateryna Kon/Shutterstock.com)

Salmonellen stellen – hinter Campylobacter – die zweithäufigste Ursache bakterieller Lebensmittelvergiftungen in Österreich dar.

Salmonellen sind Bakterien aus der Gattung der Enterobakterien. Diese können beispielsweise über verunreinigte Lebensmittel in den Darm gelangen und zu Vergiftungssymptomen führen.

Häufigkeit der Salmonellenvergiftung

Im Jahr 2018 wurden in Österreich 1.533 laborbestätigte Erkrankungsfälle gemeldet, das entspricht 17,4 Fällen pro 100.000 Einwohner.

Ursache einer Salmonellenvergiftung

Salmonellen sind Bakterien mit mehr als 2.000 Unterarten. Die meisten Infektionen erfolgen durch den Verzehr roher oder nicht ausreichend erhitzter Lebensmittel (hauptsächlich Eier, Geflügel, Fleisch, Milch und daraus hergestellte Produkte). Zu einer Erkrankung kommt es durch die Aufnahme einer größeren Salmonellen-Menge. Bei unzureichender Hygiene kann die Übertragung auch über Küchenutensilien erfolgen. Bei Raumtemperatur können sich die Bakterien sehr rasch vermehren, deshalb erreichen sie relativ leicht eine bedenkliche Anzahl. Auch durch Schmierinfektion durch Kontakt mit infizierten Menschen und Tieren bzw. mit verunreinigten Gegenständen kann es in seltenen Fällen zu einer Salmonellose kommen. Die Inkubationszeit beträgt meist 12 – 36 Stunden. Manchmal können Beschwerden jedoch bereits nach 6 Stunden oder erst 72 Stunden nach dem Kontakt mit Salmonellen auftreten.

Symptome einer Salmonellenvergiftung

Häufig nimmt die Salmonellose einen harmlosen oder gar symptomlosen Verlauf. Das ist von der aufgenommenen Anzahl der Bakterien sowie vom Immunsystem der jeweiligen Person abhängig. Treten Beschwerden auf, sind diese meist:

 

 

Die Symptome dauern meist nur wenige Tage an. Vor allem bei älteren Personen kann ein großer Flüssigkeitsverlust allerdings zu einer bedrohlichen Kreislaufbelastung führen.

Diagnose

Bei Verdacht auf eine Salmonellen-Infektion wird die Diagnose aufgrund der Krankengeschichte mit den oben angeführten Symptomen gestellt. Der Nachweis des Erregers erfolgt mittels einer Stuhlprobe.

Therapie bei Salmonellenvergiftung

In den meisten Fällen ist es ausreichend, den Wasser- und Elektrolythaushalt wieder auszugleichen. Dabei kann ein Getränk aus je ½ Liter Apfelsaft und Mineralwasser, 1 Teelöffel Salz und 2 Esslöffeln Traubenzucker helfen. Antibiotika sollten nur in schweren Fällen zum Einsatz kommen, da diese die Ausscheidung der Bakterien verlängern und zudem Resistenzen gebildet werden können.

Was kann der Betroffene selbst tun?

Vorbeugen ist die beste Maßnahme, damit es erst gar nicht zu einer Salmonellenvergiftung kommt.

  • Beim Verarbeiten von Lebensmitteln auf gründliche Händehygiene achten
  • Bei leicht verderblichen Lebensmitteln die Kühlkette nicht unterbrechen
  • Küchenoberflächen und -geräte regelmäßig gründlich reinigen
  • Für die Zubereitung von Speisen mit rohen Eiern (z.B. Mayonnaise) nur frische Ware verwenden; diese Speisen möglichst rasch verzehren
  • Eier, Fleisch- und Wurstwaren getrennt von Lebensmitteln wie Obst und Gemüse aufbewahren
  • Nicht gleich verzehrte Gerichte rasch abkühlen und in den Kühlschrank stellen
  • Beim Aufwärmen von Speisen diese noch einmal gut kochen
  • Tiefgefrorenes über Nacht im Kühlschrank auftauen
  • Auftauwasser von gefrorenem Fleisch in den Ausguss leeren und anschließend heiß nachspülen

 

Für Kinder, ältere Menschen und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem sind diese Maßnahmen besonders wichtig, da sie besonders häufig erkranken.

AUTOR


Margit Koudelka


ERSTELLUNGSDATUM


15.07.2020
MEDIZINISCHER EXPERTE
Univ.Prof. Dr. Christoph Gasché
Innere Medizin / Gastroenterologie & Hepatologie Leiter des Christian Doppler Labors, Univ. Klinik für Innere Medizin III (AKH Wien) / Gründer und Leiter des Medizinischen Kompetenzzentrum Eisenmangel Loha for Life

Cookie-Informationen zu dieser Website


Wir verwenden Cookies zur Bereitstellung von minimed.at, für nutzerfreundliche Features und Social-Media-Funktionen, um Zugriffe zu analysieren, relevante Inhalte vorzuschlagen und gemeinsam mit unseren Werbepartnern auf das Surfverhalten abgestimmte Werbeanzeigen einzublenden. Hier können Sie alle zustimmungspflichtigen Cookies akzeptieren oder ablehnen:


oder weitere Informationen in unserer Cookie-Richtlinie einsehen. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit widerrufen. Informationen zu den Auswahl- und Kontrollmöglichkeiten und zur Ausübung des Widerrufs- oder Widerspruchsrechtes finden Sie in unserer Datenschutzinformation.

Bitte beachten Sie, dass manche Cookies für den reibungslosen Betrieb von minimed.at unerlässlich sind. Solange Sie zustimmungspflichte Cookies nicht akzeptiert haben, werden nur solche Cookies gesetzt, die erforderlich sind, um die reibungslose Nutzung von minimed.at zu ermöglichen. Diese dienen nicht dazu, personenbezogene Daten zu sammeln und werden von Ihrer Zustimmung unabhängig verwendet.

Information zur Datenverarbeitung in Drittstaaten
Die Informationen werden durch Partner und Anbieter ggf. auch in Drittstaaten (z.B. USA) verarbeitet. Damit besteht das Risiko, dass keine Datenschutz-Aufsichtsbehörde besteht und Betroffenenrechte u.U. nicht durchgesetzt werden können. Mit deiner Einwilligung erklärst du dich ungeachtet dessen mit der Verarbeitung deiner Daten in Drittstaaten einverstanden.