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Darmkrebs

Darmkrebs
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Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können den Ausbruch von Darmkrebs verhindern. (psdesign1 / Fotolia.com)

Darmkrebs verursacht lange Zeit keine Symptome, er entwickelt sich über Jahre ohne spürbare Beschwerden. Auch die möglichen Anzeichen von Darmkrebs-Vorstufen wie Darmkrämpfe, ungewollter Gewichtsverlust oder Änderung von Stuhlgewohnheiten werden oft nicht ernst genommen. 

Viele kommen erst zum Arzt, wenn Schmerzen und Blut im Stuhl auftreten. Zirka 5.000 Betroffene werden jährlich in Österreich mit der Diagnose Darmkrebs konfrontiert, 2.600 sterben pro Jahr daran. Doch Früherkennung kann Leben retten: Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen des Darms wie der schmerzlosen Koloskopie können Vorstufen eines Tumors in einem frühen Stadium entdeckt und der Ausbruch von Darmkrebs dadurch verhindert werden. 

Häufigkeit von Darmkrebs

Darmkrebs tritt vor allem ab dem 50. Lebensjahr auf und ist pro Jahr für zirka 5.000 Neuerkrankungen in Österreich verantwortlich. Er betrifft fast ausschließlich den Dickdarm. Mit 13 % ist Darmkrebs die dritthäufigste Krebserkrankung bei Männern und mit mehr als 11 % die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen. Bei einem Viertel der Betroffenen wird der Tumor erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. 

Ursachen/Symptome/Verlauf von Darmkrebs

Der Darm ist ein schlauchförmiger Teil unseres Verdauungstraktes und liegt zwischen Magen und After. Er wird in den 4 bis 5 Meter langen Dünndarm, den 1,5 Meter langen Dickdarm und den 15 Zentimeter langen Mastdarm (Rektum) unterteilt. 
 

Zu den Funktionen des Dünndarmes gehören die Spaltung und Aufnahme der Nahrung. Im Dickdarm wird der Inhalt eingedickt und Nährstoffe, die im Dünndarm nicht verwertet werden konnten, werden von den Darmbakterien zerlegt. 
 

Unter dem Begriff Darmkrebs werden alle Tumorerkrankungen des Darmes zusammengefasst. Je nach Lage des Tumorgewebes unterscheidet man folgende Arten von Darmkrebs: 
 

  • Kolorektales Karzinom oder auch Kolonkarzinom: Das am häufigsten auftretende Kolonkarzinom betrifft den Grimmdarm (Colon), den mittleren Abschnitt des Dickdarms. Vorstufen eines Kolonkarzinoms sind Polypen (Adenome). Diese anfangs gutartigen Schleimhautvorwölbungen im Darm wachsen sehr langsam und entwickeln sich meist innerhalb von 10 bis 15 Jahren zu einem Tumor. Deshalb ist es wichtig, die vorsorgliche Darmspiegelung alle 7 bis 10 Jahre zu wiederholen. 
  • Analkarzinom: Es betrifft den Anus, den Ausgang des Darmes, und kommt wesentlich seltener vor.
  • Maligner Dünndarmtumor: Der maligne Dünndarmtumor tritt äußerst selten auf. 

Ursachen von Darmkrebs
 

Zu den Risikofaktoren für Darmkrebs zählen:

  • Übergewicht 
  • Vererbung
fettreiche und ballaststoffarme Ernährung 
  • Diabetes
erhöhte Leberwerte

  • hoher Anteil von rotem Fleisch in Nahrung
  • 
Rauchen

  • entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa
  • genetische Veranlagung
  • 
Polypen 

Symptome von Darmkrebs

Symptome von Darmkrebs 

Beschwerden treten bei Darmkrebs meist erst in einem bereits fortgeschrittenen Stadium auf und sind zunächst unspezifisch: 
 

  • Blähungen (Flatulenz)

  • Darmkrämpfe (Enterospasmus)
  • 
Blutarmut (Anämie)
  • 
Ungewollter Gewichtsverlust
  • 
Änderung der Stuhlgewohnheiten

  • Nicht sichtbares Blut im Stuhl (okkultes Blut im Stuhl)
  • Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung (Spätsymptom) 

Verlauf von Darmkrebs 

Bei Darmkrebs spielt Früherkennung eine große Rolle, da sich dieser über mehrere Jahre entwickelt. Je nachdem, welche Abschnitte betroffen sind, wie früh der Tumor erkannt wird und ob eine Ausbreitung in andere Organe erfolgt ist, entscheiden die anschließenden Therapiemaßnahmen über Heilungschancen. 
 

In Österreich wird eine Untersuchung des Darmes zur Vorsorge empfohlen: 
 

  • Ab dem 40. Lebensjahr: Jährlicher Test auf okkultes Blut im Stuhl (Okkulttest)
  • 
Ab dem 45. Lebensjahr (Männer) bzw. ab dem 50. Lebensjahr (Frauen): alle 7 bis 10 Jahre Darmspiegelung (Koloskopie)


Diagnose von Darmkrebs

Treten Beschwerden wie eine Änderung der Stuhlgewohnheiten oder ungewollter Gewichtsverlust auf, sollte ein Facharzt für Gastroenterologie diese Beschwerden abklären. Dazu werden verschiedene Tests bzw. Untersuchungen durchgeführt, wobei zum Ausschluss eines Darmkrebses immer eine Koloskopie durchgeführt werden muss. 

Darmspiegelung


Die Darmspiegelung (Koloskopie) ist eine Untersuchung des Dickdarms mit einem flexiblen, schlauchförmigen Instrument (Endoskop). Das Endoskop bietet neben der Ausleuchtung des Darmes auch die Möglichkeit einer Probenentnahme (Biopsie) oder der Durchführung kleiner operativer Eingriffe (z.B. Polypen-Entfernung). Mit Hilfe eines Abführmittels wird der vollständig entleert, damit die Ausleuchtung des Darmes nicht durch Stuhlreste beeinträchtigt wird. 

 

Die Untersuchung selbst ist dank der Möglichkeit einer kurzwirksamen Narkose schmerzfrei. Sie dauert zirka eine halbe Stunde und sollte - falls sich kein auffälliger Befund findet - alle 7 bis 10 Jahre wiederholt werden, um langsam wachsende Polypen frühzeitig zu erkennen und zu entfernen. Auch wenn keine Beschwerden vorhanden sind, ist eine Koloskopie vorsorglich ab dem 45. bzw. dem 50. Lebensjahr ratsam. Achten Sie bei Ihrer Wahl des Arztes auf das Qualitätszertifikat für die Vorsorgekoloskopie der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie. Dieses garantiert Ihnen die höchste Qualität der Untersuchung. 

Therapie von Darmkrebs

Wird Darmkrebs diagnostiziert, erfolgt eine Einteilung, welches Stadium der Tumor hat. Anschließend werden die Therapiemöglichkeiten besprochen, welche von einer endoskopischen Polypenentfernung über eine Operation bis zur Chemotherapie gehen können. Eine regelmäßige Nachsorge nach der Behandlung ist absolut notwendig. 

Darmkrebs: Was kann der Betroffene tun?

Da Darmkrebs sich über mehrere Jahre entwickelt, ist es wichtig, regelmäßig zu den Vorsorgeuntersuchungen zu gehen. Folgende Maßnahmen senken das Risiko: 

  • Vorsorgekoloskopie ab 45./50. Lebensjahr
  • Gesunde, ballaststoffreiche Ernährung
  • Regelmäßige körperliche Aktivität
  • Geringer Alkoholkonsum
  • Wenig tierisches Fett/Fleisch
  • Normalgewicht 
AUTOR


Nicole Ecker
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGSDATUM


29.12.2016
MEDIZINISCHER EXPERTE
Doz. Dr. Bernhard Angermayr
Gastroenterologie & Hepatologie, Innere Medizin Ärzte im Zentrum, St. Pölten
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