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Bei Krebs braucht die Psyche Hilfe

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Die psychische Belastung einer Krebserkrankung sollte nicht unterschätzt werden. Holen Sie sich Hilfe! (bruniewska - Fotolia.com)

Am 4. Februar findet jährlich der Weltkrebstag statt. Die Diagnose einer Krebserkrankung schockiert und macht Angst. Während schnell an die Behandlung gedacht wird, gerät dabei häufig die psychische Gesundheit ins Hintertreffen.

Das Gefühl „den Boden unter den Füßen zu verlieren“, verunsichert und erschüttert zu sein, kennen viele Krebspatienten. Denn Krebs löst Lebenskrisen aus. Umso wichtiger ist es, dass Patienten im Rahmen ihrer Therapie auch psychologische Hilfestellung bekommen. Hier greift die sogenannte Psychoonkologie ein.

Mit Krebs nicht alleine fertig werden

Die mit einer derartigen Erkrankung verbundenen psychischen Belastungen und Lebensveränderungen sind für viele betroffene Menschen ohne Unterstützung durch andere nur schwer zu verarbeiten. Die Psychoonkologie an Spitälern oder auch die private Betreuung durch einen Psychotherapeuten leistet einen wertvollen Beitrag im Sinne einer umfassenden Betreuung der Patienten. Während sich Krebs und die damit einhergehenden Therapien stark auf den Körper auswirken und diesen belasten, so wird auch der seelische Bereich stark beansprucht. Ängste, Unsicherheiten, persönliche Konflikte in Partnerschaft und Familie sowie Probleme im Beruf können dabei auftreten. So sind alle Lebensbereiche durch die Krebsdiagnose belastet. Ein Umstand der professionelle Hilfe erfordert.

Wie kann ein Psychotherapeut helfen?

Die Auseinandersetzung mit einer Krebserkrankung ist für jeden Menschen etwas Einzigartiges. So wie die individuelle Situation in der jemand erkrankt, jeweils unterschiedlich ist, so sind es auch die Möglichkeiten, die dem Betroffenen zugänglich sind. Psychotherapeutische Unterstützung hilft bei seelischen Krisen und psychischen Erkrankungen wie zum Beispiel Angst, Antriebslosigkeit, Depressionen, Sexualstörung, Traumatisierungen und Schlafstörungen. „Die Psychoonkologie kann entlasten, indem sie den Patienten unterstützt, die Tatsache der Erkrankung unter Einbeziehung all dieser Ebenen zu akzeptieren und den Umgang mit der neuen Lebenssituation zu erlernen“, bekräftigt auch Psychologin Barbara Mitter, Klinikum Wels-Grieskirchen. Dies geschieht zum Beispiel in Einzel-, Paar- oder Familiengesprächen, aber auch über körperorientierte Therapien, wie zum Beispiel Entspannung und Körperwahrnehmung. Gemeinsam werden Bewältigungsstrategien erarbeitet, ein neues Selbstbild und Lebenssinn gefunden. Außerdem hilft die Therapie bei der Akzeptanz gegenüber der Erkrankung. 

Unterstützung im Berufsleben

Viele Menschen mit Krebs stehen mitten im Berufsleben. Die meisten sind während der Behandlung nicht in der Lage, ihrer Tätigkeit wie bisher nachzugehen. Aber auch nach der Therapie würde vielen Patienten ihre Arbeit wiederaufnehmen. Bis dato wurden sie faktisch gezwungen, solange im Krankenstand zu verbleiben, bis sie zu 100 Prozent einsatzfähig sind. Das kann sich nun ab 1. Juli 2017 ändern. Im Rahmen eines "Teilzeitkrankenstandes" besteht die Möglichkeit, mit dem Arbeitgeber eine Herabsetzung der wöchentlichen Normalarbeitszeit für die Dauer von ein bis sechs Monaten zu vereinbaren – mit einer einmaligen Verlängerungsmöglichkeit (bis zu drei Monaten). Patienten haben – sofern sie sich in einem privatrechtlichen Arbeitsverhältnis befinden und dieses davor mindestens drei Monate angedauert hat – die Möglichkeit, so schrittweise in den Arbeitsprozess zurückzukehren und sich stufenweise an die Anforderungen des Berufsalltages anzunähern.

AUTOR


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGSDATUM


03.02.2017
QUELLEN
Pressekonferenz: „Paradigmenwechsel in der zielgerichteten Krebstherapie“, des Vereins "Leben mit Krebs" in Kooperation mit der MedUni Wien, dem Comprehensive Cancer Center (CCC), dem AKH Wien und der Österreichischen Krebshilfe. Ende Jänner 2017 in Wien
Presseaussendung zum Weltkrebstages am 4. Februar, Klinikum Wels-Grieskirchen GmbH, 23.01.2017

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