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Lymphome

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Maligne Lymphome machen sich meist über eine schmerzlose Schwellung an den Lymphknoten der Achselhöhlen, am Hals oder im Leistenbereich bemerkbar. (forma82 - Fotolia.com)

Als Lymphome werden alle gutartigen und bösartigen Vergrößerungen der Lymphknoten bezeichnet. Gutartige Lymphome sind Zeichen einer Infektion, während bösartige (maligne) Lymphome Krebserkrankungen des lymphatischen Systems (Lymphdrüsenkrebs) darstellen.

Meist treten sie an Lymphknoten, Mandeln, Milz, Thymus, Leber und Rückenmark auf. Während die gutartige Form mit schmerzhaften Lymphknoten und Fieber einhergeht, verlieren Betroffene der bösartigen Form stark an Körpergewicht, die Lymphknoten sind hart, schmerzen aber nicht, es kommt außerdem zu Nachtschweiß und Fieber.

 

Gutartige Lymphome verschwinden innerhalb von 2 Wochen nach einer Infektion von alleine, bösartige bleiben dauerhaft bestehen. Zur eindeutigen Diagnose entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe. Zur Behandlung der Krebsform werden häufig Strahlen- und Chemotherapie durchgeführt.

Häufigkeit von Lymphomen

Bei Infektionen und grippalen Infekten schwellen die Lymphknoten an. Diese gutartigen Lymphome können in jeder Altersgruppe auftreten, die Schwellung geht nach der Infektion von alleine wieder zurück. Bösartige Vergrößerungen der Lymphknoten sind dagegen von Dauer. Sie können in

  • B-Zell- und T-Zell-Lymphome, welche zusammen die Non-Hodgkin-Lymphome bilden, und die
  • Hodgkin-Lymphome

unterteilt werden.

 

Im Vergleich zu Krebserkrankungen wie Darm-, Brust-, Lungen- oder Prostatakrebs treten diese malignen Lymphome eher selten auf.

 

Während die Non-Hodgkin-Lymphome häufig erst im höheren Alter, etwa ab dem 60. Lebensjahr auftreten, entstehen die Hodgkin-Lymphome grundsätzlich in jedem Alter. Daher sind auch immer wieder Jugendliche und junge Erwachsene von der Krebserkrankung betroffen.

Ursachen/Symptome/Verlauf von Lymphomen

Gutartige (benigne) Vergrößerungen der Lymphknoten entstehen reaktiv als Immunantwort auf eine entzündliche Infektion. Somit sind sie Ausdruck der körpereigenen Abwehr. Die Ursache für das Anschwellen kann beispielsweise eine Erkältung, eine Entzündung oder ein Virusinfekt sein. Die Schwellung schmerzt, häufig haben Betroffene auch Fieber. Trotzdem bedürfen gutartige Lymphome keiner speziellen Behandlung, da sie in der Regel kurz nach der Genesung wieder abschwellen. Es reicht also, den Infekt an sich zu behandeln.

 

Die Ursache für die Entstehung von bösartigen Lymphomen liegt in den weißen Blutkörperchen, den sogenannten Lymphozyten. Diese werden in mehreren Reifephasen im Knochenmark gebildet. Bei Betroffenen ist die Bildung der Blutkörperchen gestört, die Zellen verändern sich (Mutation). Durch die Vermehrung dieser mutierten Zellen bilden sich die malignen Lymphome. Über die Lymph- und die Blutbahnen können sich die veränderten Zellen in verschiedene Gewebe verbreiten. Auf diese Weise kommt es auch zu einer punktuellen Ausbreitung der Krebserkrankung.

 

Anfangs machen sich die malignen Lymphome meist über eine schmerzlose Schwellung der Lymphknoten am Hals, der Achselhöhle oder im Leistenbereich bemerkbar. Teilweise ist die Milz vergrößert, die wiederum auf andere Organe drücken und somit zu Übelkeit oder einem Völlegefühl führen kann. Betroffene haben Fieber (über 38 Grad Celsius), es kommt häufig zu Nachtschweiß und einem starken Gewichtsverlust.

 

Der Verlauf der Erkrankung mit einem bösartigen Lymphom sowie die Prognose auf Heilung hängen von der Ausbreitung in Anzahl und Größe sowie der Art des Lymphoms ab. Denn es gibt viele verschiedene Lymphomarten, die jeweils auf unterschiedliche Weise aus den weißen Blutkörperchen entstanden sind. Grundsätzlich unterscheidet man 3 Hauptkategorien:

  • B-Zell-,
  • T-Zell- (beides Non-Hodgkin-Lymphome)
  • Hodgkin-Lymphome

 

B-Zell-Lymphome

B-Zell-Lymphome gehören zu den Non-Hodgkin-Lymphomen, sie können aber noch in eine Vielzahl genauerer Tumorarten unterteilt werden, die sich je nach ihrer Art unterschiedlich aggressiv im Gewebe ausbreiten. Grundsätzlich zählen die B-Zell-Lymphome zu den häufigsten bösartigen Neubildungen im lymphatischen System, haben aber eine relativ gute Heilungschance, da sie sich nur langsam bis mäßig stark verbreiten.

 

T-Zell-Lymphome

Auch die T-Zell-Lymphome gehören zu den Non-Hodgkin-Lymphomen und können wiederum in viele verschiedene Unterkategorien unterteilt werden. Im Gegensatz zu den B-Zell-Lymphomen treten sie seltener auf, sind dafür in ihrer Ausbreitung aber aggressiver.

 

Hodgkin-Lymphome

Während die Non-Hodgkin-Lymphome also eine Sammlung verschiedener Tumorarten sind, handelt es sich bei den Hodgkin-Lymphomen um eine Zellmutation, die ausschließlich die sogenannten Reed-Sternberg-Riesenzellen betrifft. Durch eine frühzeitige Therapie sind die Heilungschancen der Erkrankung relativ hoch.

Diagnose von Lymphomen

Die geschwollenen Lymphknoten sind leicht zu ertasten und können auch auf einem Röntgenbild oder in der Computertomographie (CT) dargestellt werden. Da geschwollene Lymphknoten aber auch als Zeichen der Immunabwehr bei einer einfachen Infektion auftreten, sich in diesem Fall aber bald nach der Genesung wieder zurückbilden, muss zwischen einfachen Schwellungen und bösartigen Lymphomen genau unterschieden werden. Betroffene sollten den Arzt daher über kürzlich aufgetretene Infektionen informieren. Die endgültige Diagnose, ob es sich um eine Krebserkrankung handelt, stellt der Arzt daher anhand einer Lymphknoten- oder Knochenmarksbiopsie. Dabei entnimmt er Gewebe, das anschließend histologisch untersucht wird.

Therapie von Lymphomen

Aufgrund der Tatsache, dass gutartige Lymphome bald nach der Infektion von alleine wieder abschwellen, bedürfen sie keiner spezifischen ärztlichen Behandlung. Lediglich die auslösende Erkrankung, beispielsweise ein grippaler Infekt, eine Entzündung im Mund- oder Rachenraum oder Ähnliches sollten als Grund der Schwellung therapiert werden.

 

Nachdem die Art des bösartigen Lymphoms im Rahmen einer Gewebsuntersuchung genau klassifiziert wurde, erfolgt die Behandlung in einem onkologischen Zentrum. Die Therapie eines malignen Lymphoms kann in folgender Weise erfolgen:

  • Überwachung: Bei einigen sehr langsam fortschreitenden Lymphomarten raten Ärzte dazu, keine Therapie einzuleiten, da die Auswirkungen der Behandlung die Lebensqualität der Betroffenen mehr einschränken würden als die Behandlung Nutzen brächte. Die Betroffenen müssen aber weiterhin engmaschig, also in kurzen Abständen, untersucht werden, um mit der Therapie bei Verschlechterung des Krankheitszustandes sofort starten zu können.
  • Chemotherapie: Bei der Chemotherapie bekommen die Betroffenen sogenannte Zytostatika. Das sind Arzneimittel, die den Stoffwechsel und die Vermehrung der Krebszellen hemmen. Die Medikamente werden den Betroffenen in der Regel über eine Infusion in die Vene zugeführt. Leider werden dabei auch gesunde Zellen geschädigt, sodass bei den Personen typische unerwünschte Wirkungen wie Haarausfall, Blutarmut, Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Beschwerden und ein andauerndes Schwächegefühl auftreten können.
  • Strahlentherapie: Bei der Krebsbestrahlung werden die betroffenen Lymphknoten mit energiereicher Röntgenstrahlung behandelt, um die Krebszellen zu zerstören. Die Strahlentherapie kann auch als Kombinationschemotherapie durchgeführt werden.
  • Zytokintherapie: Zytokine sind Botenstoffe des Immunsystems, die die körpereigene Abwehr stärken und das Wachstum der Krebszellen hemmen sollen. Häufig wird die Therapie mit Zytokinen parallel zur Strahlen- und Chemotherapie eingesetzt.
  • Monoklonale Antikörpertherapie: Bei dieser Therapieform werden künstlich hergestellte Antikörper genutzt, um eine Immunreaktion gegen das Tumorgewebe auszulösen und um Stoffwechselsignale zu blockieren, die das Wachstum der Krebszellen vorantreiben.

Lymphome: Was kann der Betroffene selber tun?

Während eines Infektes schwellen die Lymphknoten häufig an. Sollten sie 2 Wochen nach der Genesung noch immer vergrößert sein, sollte sie der Arzt untersuchen. Schmerzlose und harte Schwellungen müssen möglichst rasch abgeklärt werden.

 

Es gibt in Österreich zahlreiche Selbsthilfegruppen, in denen sich Betroffene eines bösartigen Lymphoms austauschen, über die Krankheit reden oder informieren können.

AUTOR


Nadja Heine
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGSDATUM


02.02.2017
MEDIZINISCHER EXPERTE
Prim. Univ.-Prof. Dr. Martin Pecherstorfer
Leiter der Abteilung für Innere Medizin am Universitätskrankenhaus Krems
QUELLEN
Interview mit Doktor Viktor Mayr, Oberarzt in der Hämato-Onkologie im Universitätsklinikum Krems
Kurzlehrbuch Pathologie, M. Krams, S. Frahm, U. Kellner, C. Marwin, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2010
Dermatologie & Venerologie für das Studium, P. Fritsch, Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2009
Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin, 2007

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