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Abstrich

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Der Abstrich kommt zum Beispiel als PAP Abstrich beim Frauenarzt zum Einsatz. (Michael Tieck - Fotolia.com)

Mit Hilfe eines Abstrichs lassen sich Erreger (Bakterien, Viren, Pilze) oder veränderte Körperzellen (z.B. Tumorzellen oder entzündlich veränderte Zellen) erkennen.

Das Untersuchungsmaterial wird von der Haut- oder Schleimhautoberfläche verschiedener Körperregionen mit Wattetupfer oder Handinstrument (z.B. Spatel) entnommen. Diese abgenommenen Körperzellen werden in einem Labor untersucht, Körperzellen vom Pathologen, Entzündungserreger im mikrobiologischen Labor. Der Abstrich kommt zum Beispiel als PAP-Abstrich beim Frauenarzt, beim HNO-Facharzt als Nasenabstrich zur Diagnosestellung bei Grippe oder bei fehlendem Ansprechen auf eine Therapie bei Infektionen zum Einsatz. Ein Abstrich hat keine Risiken oder Nebenwirkungen.

Anlass eines Abstrichs

  • Vorsorgeuntersuchung: Der PAP-Abstrich, bei dem nach Krebszellen oder Vorstufen im Gebärmutterhals gesucht wird, ist Bestandteil der Krebsfrüherkennungsuntersuchung im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung.
  • Diagnosestellung: Zur Diagnosestellung verschiedener Tumore, wie Gebärmutterhalskrebs, werden Abstriche entnommen (Zytologie). Mit Hilfe eines Nasenabstrichs können die Erreger einer Grippe diagnostiziert werden (Mikrobiologie).
  • Verlaufskontrolle, Operations- und Behandlungsnachsorge: Bei einem auffälligen PAP-Befund (PAP III) ist eine Verlaufskontrolle mittels Abstrich vorgesehen. Auch bei einer Infektion mit antibiotikaresistenten Keimen wird der Verlauf mit Abstrichen überprüft.

Was passiert bei einem Abstrich?

Es wird unterschieden zwischen mikrobiologischen (Nachweis von Keimen), zytologischen (Suche nach Krebszellen oder Vorstufen, Entzündungen) und DNA-Abstrichen (Viren). Mit einem Wattestäbchen oder einem Holzspatel werden oberflächliche Schleimhautzellen vom Körper entnommen und in ein Labor geschickt.

 

Beispiele für einen zytologischen Abstrich

  • PAP Abstrich: Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt wird ein PAP-Abstrich gemacht. Der Gynäkologe entnimmt mit einem Wattetupfer Zellen vom Muttermund und vom Gebärmutterhalskanal.
  • Bronchoskopischer Abstrich: Zum Beispiel wird bei Verdacht auf Lungenkrebs im Rahmen einer Bronchoskopie ein Abstrich durchgeführt. Dabei werden mit Hilfe einer feinen Bürste Zellen von der Schleimhaut entnommen.


Beispiele für einen mikrobiologischen Abstrich

  • Nasenabstrich bei Grippe: Mit einem Wattestäbchen gewinnt der Arzt Sekret aus der Nase, das dann mit einem sogenannten Influenza A/B Schnelltest getestet wird. So kann eine Grippe innerhalb von 15 Minuten diagnostiziert werden.
  • Abstrich bei MRSA-Infektion: Mit einem Wattetupfer wird Untersuchungsmaterial aus beiden Nasenlöchern, dem Rachen, der Achsel und der Leiste entnommen.
  • Harnröhrenabstrich: Es wird Untersuchungsmaterial aus der Harnröhre entnommen. Ein steriler Wattetupfer wird etwa 2 bis 3 Zentimeter weit in die Harnröhre eingeführt, vorsichtig gedreht und wieder herausgenommen. So können eine Schleimhautentzündung der Harnröhre (Urethritis) oder eine Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostatitis) festgestellt werden.
  • Rachenabstrich: Mit einem Mundspatel wird die Zunge niedergedrückt. Mit einem Wattetupfer wird Untersuchungsmaterial aus dem entzündeten Bereich im Rachen entnommen. Ein Rachenabstrich kommt zur Keimidentifizierung zum Beispiel bei Scharlach oder Diphterie zum Einsatz. Allerdings muss man wissen, dass es auch asymptomatische Träger von Bakterien (z.B. Streptokokken) gibt, die keiner Therapie bedürfen.

Wer macht einen Abstrich?

Je nachdem welcher Abstrich gemacht werden soll, sind verschiedene Fachärzte dafür zuständig.

Welche Risiken gibt es beim Abstrich?

Bei einem Abstrich gibt es keine Risiken oder Nebenwirkungen für den Patienten.

AUTOR


Elisabeth Mondl
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGSDATUM


27.06.2016
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Andreas Temmel
Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten – Wahlarzt
LETZTES REVIEW
QUELLEN
Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, S. Andreae et al., Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, Stuttgart, 2008

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