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COPD: Trainieren hilft

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Husten und Kurzatmigkeit machen COPD-Patienten das Leben schwer. (RFBSIP / Fotolia)

Ein COPD-Patient konnte durch Training seine Lungenfunktion verbessern. Nun macht er Leidensgenossen Mut.

In Österreich leiden Schätzungen zufolge etwa 400.000 Menschen an der chronisch-obstruktive Lungenkrankheit (COPD) – europaweit 44 Millionen. Die Dunkelziffer liegt allerdings deutlich höher. Nur 20 Prozent der Fälle sind tatsächlich diagnostiziert. Die unheilbare Lungenkrankheit dürfte bis 2030 laut WHO die dritthäufigste Todesursache weltweit sein.

 

COPD beginnt schleichend. Husten, Kurzatmigkeit, das Stufensteigen wird zunehmend zur Qual. Irgendwann wird die Erkrankung plötzlich lebensbedrohlich. Die häufigste Ursache für diese schwere Atemwegserkrankung ist Nikotinkonsum, aber auch intensiver Kontakt mit Staub und Chemikalien kann COPD auslösen.

Am Anfang war es hart. Nach nur 100 Metern musste ich schon eine Pause einlegen. Inzwischen habe ich wieder mehr Ausdauer und mache gerne regelmäßige Radtouren zwischen 30 und 40 Kilometer etwa auf der Donauinsel oder am Marchfeldkanal.

Eberhard Jordan

Betroffener will Leidensgenossen motivieren

Der Wiener Eberhard Jordan war jahrelang Raucher und als Bildhauer ständig Feinstaub ausgesetzt. Kurz vor seinem 40. Lebensjahr begannen die Beschwerden: "Ich hatte zunehmend Schwierigkeiten, Luft zu bekommen. Lange Zeit habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht", meint der 56-Jährige. "Bis ich vor vier Jahren auf der Intensivstation gelandet bin." COPD ist leider nicht heilbar. Jedoch können therapeutische Maßnahmen eine Verschlimmerung aufhalten – allen voran Bewegung. 

 

In der schlimmsten Krankheitsphase betrug das Lungenvolumen von Eberhard Jordan nur noch ein Viertel des Normalzustands. Um die Leistungsfähigkeit seiner Lunge zu verbessern, begann er zu trainieren. "Am Anfang war es hart. Nach nur 100 Metern musste ich schon eine Pause einlegen. Inzwischen habe ich wieder mehr Ausdauer und mache gerne regelmäßige Radtouren zwischen 30 und 40 Kilometer etwa auf der Donauinsel oder am Marchfeldkanal." Sein Lungenvolumen ist mittlerweile auf 37 Prozent gestiegen. Zusätzlich verbessern operativ eingesetzte Ventile seine Lungenfunktion. Nun stellt sich der bildende Künstler seiner größten Herausforderung.

343 Stufen auf den Stephansdom

Am Welt-COPD-Tag 2018 am 21. November will Jordan die 343 Stufen bis zur Türmerstube im Südturm des Wiener Stephansdoms bewältigen. Sein Vorhaben, das schon für viele Gesunde anstrengend und für die meisten COPD-Patienten undenkbar scheint, soll vor allem Lungenkranke motivieren, sich ähnliche Ziele zu stecken. Dafür wird er nun, von einem Reha-Team der Therme Wien Med begleitet, über einen Zeitraum von drei Monaten drei Mal pro Woche drei Stunden hart trainieren. Mit der Besteigung des Stephansdoms möchte Eberhard Jordan ein Zeichen setzen, anderen Betroffenen Mut machen und Bewusstsein für die Krankheit und ihre Folgen schaffen.

AUTOR


Margit Koudelka


ERSTELLUNGSDATUM


04.09.2018

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