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Eosinophiles Asthma: Was ist das?

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In der Basistherapie des eosinophilen Asthmas werden Inhalatoren eingesetzt; aber es gibt auch neue Therapieformen mit Antikörpern. (bubutu / Shutterstock.com)

Bei eosinophilem Asthma handelt es sich um eine Erkrankung, die erst im Erwachsenenalter auftritt, aber schwere Verlaufsformen annehmen kann. Die passende Behandlung ist darum sehr wichtig.

Asthma ist eine chronisch entzündliche Atemwegserkrankung, die durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden kann. „Es gibt unterschiedliche Verlaufsformen (sogenannte Phänotypen) von Asthma, die sich in Hinblick auf den Schweregrad der Symptome, wann diese auftreten, wie stark die Entzündung ist sowie das Ansprechen auf die Therapie unterscheiden. Diese klar voneinander abzugrenzen hilft Ärzten dabei, die richtige Therapie auszuwählen“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Pohl. Eine Verlaufsform, an der gerade besonders viel geforscht wird, ist das eosinophile Asthma. Was das ist und wie es behandelt werden kann, lesen Sie im Interview.

Wie erkennt man (schweres) eosinophiles Asthma?

Prof. Dr. Wolfgang Pohl: Das eosinophile Asthma ist eine Verlaufsform, die erst im Erwachsenenalter ab etwa 35 Jahren auftritt. Es ist gekennzeichnet durch einen besonders hohen Spiegel an eosinophilen Granulozyten im Blut und in der Lunge, welche an sich ganz normale Blutbestandteile sind. Wir finden bei Betroffenen jedoch ganz spezielle Signale vor, die zu einer Vermehrung der Eosinophile führen und dazu, dass diese ganz gezielt in die Lunge hineingelockt werden. Ein Vermittler jener Signale ist der Botenstoff Interleukin 5 (IL-5), der maßgeblich für Entzündungsprozesse im Körper verantwortlich ist – und bei Asthmatikern speziell für die entzündlichen Prozesse in der Lunge.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für eosinophiles Asthma?

Prof. Dr. Pohl: Die Basistherapie besteht aus inhalativen Medikamenten, einerseits aus Kortison, um die Entzündung zu bekämpfen, andererseits aus einem langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikum, das erweiternd auf die Bronchien wirkt. Wenn diese Therapien nicht ausreichen, um das Asthma unter Kontrolle zu bekommen, kann eine zusätzliche Therapie mit Antikörpern eingeleitet werden. Seit etwa drei bis vier Jahren gibt es Substanzen auf dem Markt, die IL-5 ganz gezielt blockieren können. Bei der Substanz Reslizumab, die venös alle vier Wochen verabreicht wird, gibt es beispielsweise schon fulminante Therapieerfolge zu verzeichnen – bereits nach 24 Stunden reduziert sich die Anzahl der Eosinophilen im Blut und in der Lunge, Lungenfunktion und Lebensqualität der Patienten verbessern sich rasch. Außerdem kann die Behandlung mit Kortison in vielen Fällen reduziert oder sogar ganz abgesetzt werden. Weitere bereits zugelassene Antikörper, die IL-5 bzw. die entsprechenden Rezeptoren blockieren, sind Mepolizumab und Benralizumab, die subkutan verabreicht werden.

Was können Patienten zusätzlich zur medikamentösen Therapie tun?

Prof. Dr. Pohl: Asthmatiker müssen aktiv bleiben und sich regelmäßig bewegen. Welche Sportart gewählt wird, ist dabei egal – in Maßen kann jeder Sport ausgeübt werden. Wenn eine Pollenallergie vorliegt, sollten Asthmatiker aber in Monaten mit starkem Pollenflug zum Laufen und Radfahren lieber ins Fitnessstudio ausweichen. Bewegung ist außerdem wichtig, um Übergewicht zu vermeiden und Fitness aufzubauen, denn dieses spielt bei Asthma ebenfalls eine Rolle.

Werden die neuen Medikamente von der Krankenkasse bezahlt?

Prof. Dr. Pohl: Ja, die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen, der Patient zahlt nur die Rezeptgebühr.

AUTOR


Mag. Marie-Thérèse Fleischer, BSc


ERSTELLUNGSDATUM


16.04.2018
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Wolfgang Pohl
Foto (c): privat
Facharzt für Pneumologie, ÖÄK-Diplom Sportmediziner
QUELLEN
Interview mit Prim. Prof. Dr. Pohl

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