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Pleuraerguss

Frau macht sich Sorgen um ihren Mann, der sich auf die Brust greift
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Bei einem Pleuraerguss treten Atemnot, Husten und stechende Schmerzen im Bereich des Brustkorbs auf. (Syda Productions - Fotolia.com)

Bei einem Pleuraerguss sammelt sich Flüssigkeit zwischen Lunge und Brustkorb an. Erst wenn sich eine größere Menge davon gebildet hat, treten erste Beschwerden auf.

Dazu gehören vor allem Atemnot, Husten und stechende Schmerzen im Bereich des Brustkorbs, die bis in Bauch, Herz und Schultern ausstrahlen können. Die möglichen Ursachen sind vielfältig und reichen von einer vorliegenden Rippenfellentzündung bis hin zu Tuberkulose und Herzinsuffizienz. Häufig können Pleuraergüsse auch auf eine Krebserkrankung im Körper hindeuten. Die Therapiemaßnahmen sind von der Grunderkrankung abhängig. Meist führt aber eine Punktion - Ableitung der angesammelten Flüssigkeit mit einer Nadel - zu einer deutlichen Linderung der Beschwerden.

Häufigkeit

Mit steigendem Alter erhöht sich auch das Risiko für Krankheiten, die einen Pleuraerguss auslösen können. Genaue Daten zur Häufigkeit der Erkrankung gibt es allerdings nicht.

Ursachen und Symptome des Pleuraergusses

Zu den häufigsten Auslösern für einen Pleuraerguss zählen:


Neben Atemnot und Husten verspüren Betroffene oft stechende Schmerzen im Brustkorb, die auch in Bauch, Herz und Schultern ausstrahlen können. Auch Fieber ist möglich.

 

Der Pleuraerguss ist ein schleichender Prozess. Symptome wie Atemprobleme machen sich häufig erst bemerkbar, nachdem sich bereits eine größere Menge (etwa 1 Liter) an Flüssigkeit zwischen Lunge und Brustkorb angesammelt hat. Vor allem Treppensteigen - oder andere körperliche Anstrengungen - lassen Betroffene rasch außer Atem kommen.

 

Wie ein Pleuraerguss genau verläuft ist stark von der zugrundeliegenden Krankheit abhängig. Tritt er beispielsweise infolge einer Lungenentzündung auf, ist es möglich, dass sich in der Flüssigkeit Eiter bildet, der mit einer Nadel abgesaugt werden kann.

 

Bleibt ein ausgeprägter Pleuraerguss unbehandelt, kann dies zu dauerhaften Atembeschwerden führen.

Diagnose

Abgeschwächte Atemgeräusche können dem Arzt beim Abhören der Lunge bereits Hinweise auf einen möglichen Pleuraerguss liefern. Um Gewissheit zu erlangen, wird eine Röntgenaufnahme veranlasst, welche die Flüssigkeitsansammlung gut sichtbar macht. Auch eine Sonographie (Ultraschalluntersuchung) und eine Computertomographie (CT) können Klarheit verschaffen.

Therapie

Mit welchen Therapiemaßnahmen ein Pleuraerguss behandelt wird, hängt von der zugrundeliegenden Erkrankung ab. Um diese zu diagnostizieren, muss der Erguss punktiert werden. Dabei entnimmt der Arzt Flüssigkeit aus dem Pleuraraum - ein feines Häutchen, das Brustwand und Zwerchfell umschließt -, die dann im Labor auf mögliche Krankheiterreger, Entzündungszellen sowie bösartige Zellen untersucht wird. Gleichzeitig kann bei akuter Atemnot der Erguss durch die Punktion abgesaugt werden und führt daher rasch zur Linderung der Symptome.

 

Bei länger anhaltenden Ergüssen, z.B. aufgrund einer Krebserkrankung, kann auch eine Drainage für die Dauer einiger Tage zur Anwendung kommen. Meist unter Vollnarkose führt der Arzt einen kleinen Schlauch (Katheter) in den Zwischenraum zwischen Lunge und Brustkorb ein.

Was können Betroffene tun?

Einem Pleuraerguss selbst kann man nicht vorbeugen - vielmehr geht es darum, die Erkrankungen, die zur Flüssigkeitsansammlung zwischen Lunge und Brustkorb führen können, zu behandeln.

  • Lungenentzündung: Früherkennung und rechtzeitige Therapie mit Antibiotika kann das Risiko eines Pleuraergusses erheblich reduzieren.
  • Krebsvorsorge: Frauen sollten sich ab dem 20. Lebensjahr jährlich von ihrem Gynäkologen untersuchen lassen. Bei Männern ist die Krebsvorsorge ab 35 Jahren empfohlen. Mit steigendem Alter erhöht sich die Anzahl notwendiger Untersuchungen. Ab 50 Jahren haben sowohl Männer als auch Frauen Anspruch auf regelmäßige Darmkrebsvorsorge. Die Kosten übernehmen die Krankenkassen.
  • Rauchverzicht: senkt die Gefahr von Lungenkrebs, der einen Pleuraerguss auslösen kann.

 

Bei Schmerzen im Brustraum und Atemnot sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen, auch länger dauernder Husten ist ein typisches Symptom für Lungenerkrankungen wie z.B. COPD oder Rippenfellerkrankungen.

AUTOR


Lisa Hörnler
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGSDATUM


02.12.2014
MEDIZINISCHER EXPERTE
Prim. Dr. Christian Geltner MSc, MBA
Vorstand Abteilung Pulmologie Klinikum Klagenfurt
QUELLEN
Interview mit Prim. Dr. Christian Geltner, MSc, MBA, Lungenfacharzt, Vorstand der Abteilung für Pulmologie am Klinikum Klagenfurt am 19.11.2014
Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen S. Andreae et. al., Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, Stuttgart, 2008
Lunge und Atemwege J. Steffel, T. Lüscher (Hrsg.), Springer Verlag, 1. Auflage, Berlin, 2014

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