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Rauchen aufhören: So gelingt der Rauchstopp

Nachhaltig mit dem Rauchen aufhören
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Ein Rauchstopp ist eine große, aber machbare Herausforderung. (fongbeerredhot / Shutterstock.com)

Ein nachhaltiger Rauchstopp ist eine große Herausforderung. Mit Entschlossenheit und der richtigen Methode ist diese jedoch zu meistern.

Etwa jeder 2. Raucher würde sein Laster gerne wieder ablegen. Der Versuch, sich dauerhaft von den Zigaretten zu verabschieden, gestaltet sich oft schwierig. In vielen Fällen bedarf ein erfolgreicher Rauchstopp mehrerer Anläufe. Umso wichtiger ist es, die Geduld mit sich selbst nicht zu verlieren. Denn Argumente, mit dem Rauchen aufzuhören, gibt es mehr als genug. Statistisch betrachtet verringert jede Zigarette das Leben um etwa 11 Minuten. Unter anderem begünstigt regelmäßiger Tabakkonsum:

Wie der Körper auf einen Rauchstopp reagiert

Selbst nach vielen Jahren und eventuell gescheiterten Anläufen kann man noch von einem Rauchstopp profitieren. Wie schnell der Körper positiv auf das ausbleibende Nikotin reagiert, zeigt folgende Tabelle:

 

ZeitVeränderung
nach 20 MinutenDie Herzfrequenz sinkt.
nach 12 StundenDas Kohlenmonoxid-Level sinkt auf den Normbereich.
nach 2 Wochen bis 3 MonatenDas Risiko eines Herzinfarkts beginnt zu sinken, die Lungenfunktion verbessert sich.
nach 1 bis 9 MonatenKurzatmigkeit und Husten verschwinden.
nach 1 JahrDas Risiko, eine Herzerkrankung zu erleiden, sinkt auf die Hälfte des Risikos eines Rauchers. Das Immunsystem hat sich regeneriert, die Infektanfälligkeit ist verringert.
nach 5 JahrenDas Schlaganfallrisiko sinkt um die Hälfte.
nach 10 JahrenLungenkrebrsrisiko ist um 50 % geringer.

Endlich Rauchfrei!

(18.6.2020)

Rauchstopp mit 3 Leitsätzen

Um das Rauchen aufzugeben, bedarf es in erster Linie eines starken Willens. Viele Rückfällige kennen die "Entzugssymptome", die schon in den ersten Tagen nach Zigarettenkarenz auftreten und den Plänen für ein rauchfreies Leben im Wege stehen. Sie reichen von Ärger, Frust, Ruhelosigkeit, Angst und Konzentrationsschwäche bis hin zu Schlafstörungen. Nach etwa 4 - 6 Wochen können sich noch andere Begleiterscheinungen hinzugesellen: Depressionen, Lustlosigkeit und Heißhunger auf Süßigkeiten sind nur einige der Probleme, die der Nikotinverzicht mit sich bringen kann.

 

Aufzuhören ist oftmals also schwer umzusetzen. Voraussetzung ist immer der ehrliche Wille, dem Laster nachhaltig zu entsagen. Drei Leitsätze helfen bei der Entwöhnung:

  • Leitsatz 1 – Eingeständnis: Ich bin Raucher. Rauchen ist eine Sucht. Ich möchte sie für immer stoppen.
  • Leitsatz 2 – Mein konkreter Weg zum Nichtraucher: Ich wähle die für mich passende Begleitung und setze mir genaue Ziele, was ich wie und wann erreichen möchte.
  • Leitsatz 3 – Einmal ist keinmal: Ich schließe von einem etwaigen Scheitern nicht darauf, dass ich es nie schaffen werde, mit dem Rauchen aufzuhören.

Rauchstopp: Unterstützung und Therapieoptionen

Es gibt verschiedene Ansätze und Unterstützungen, die den Betroffenen bei der Raucher-Entwöhnung unterstützen:

 

Das Rauchfrei Telefon

Das österreichweite Rauchfrei Telefon unterstützt professionell und ohne bürokratischen Aufwand bei der Nikotinentwöhnung. Üblicherweise sind mehrere telefonische Beratungsgespräche geplant. Dabei wird der Betroffene von den ersten Gehversuchen bis hin zur Analyse der betätigten Maßnahmen auf seinem Weg zur Rauchfreiheit begleitet.

 

Ärztliche Begleitung

Bei sehr stark abhängigen bzw. langjährigen Rauchern ist eine ärztliche Begleitung oft sinnvoll. Unter anderem gibt es sogar spezielle stationäre Rauchstopp-Programme, in denen Ärzte die Entwöhnung unterstützen.

 

Psychologische Hilfe

Der Rauchstopp ist in erster Linie eine psychische Herausforderung. In Österreich stehen daher auf Raucherentwöhnung spezialisierte Psychologen zur Verfügung, die Sie auf Ihrem Weg zum Nichtraucher individuell begleiten.

 

Online-Entwöhnung

Für Raucher, die sich von einem interaktivem Begleitprogramm angesprochen fühlen, gibt es die Möglichkeit, eine Raucherentwöhnung auch online durchzuführen

 

Medikamente

Eine Reihe von medikamentösen Therapien (Kaugummi, Pflaster, Nasenspray, Inhalator, Sublingual-Tabletten) sollen beim Kampf gegen die Sucht helfen, Experten sehen sie aber meist recht kritisch. Ein großer Nachteil davon ist, dass viele der angebotenen Produkte ebenso Nikotin enthalten und Personen in weiterer Folge von diesen abhängig werden. In diesen Fällen wird die Sucht nicht nachhaltig abgelegt, sondern verschiebt sich lediglich.

 

E-Zigaretten

Vor allem als Zwischenschritt zur Rauchfreiheit gewinnen E-Zigaretten zunehmend an Popularität. Die Erfolgsaussichten sind statistisch gesehen  aber eher gering. Ein "kalter Entzug", also der sofortige Verzicht auf sämtliche Zigaretten, gelingt häufiger als der schrittweise Entzug. Dennoch sind E-Zigaretten immerhin weniger ungesund als "normale" Zigaretten.

AUTOR


Dr. Doris Simhofer
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGSDATUM


27.05.2020
MEDIZINISCHER EXPERTE
Kira Johanna Keckstein MSc
Klinische Psychologin in Ausbildung

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