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Die Angst der Männer vor Prostatakrebs

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Nicht jeder Mann geht gern zum Urologen - meist aus Angst vor der rektalen Untersuchung. (decade3d / fotolia.com)

Nur ein Viertel der Österreicher über 45 geht zur Früherkennung - obwohl die Vorsorgeuntersuchung beim Urologen jährlich viele Leben rettet. 

Prostatakrebs verläuft heimtückisch: Lange Zeit verursacht die Erkrankung keine Beschwerden, mit dem Wachstum des Karzinoms ähneln die Symptome - wie ständiger Harndrang oder verringertem Harnstrahl - der gutartigen Prostatavergrößerung. Es gibt keine "typischen" frühzeitigen Warnsignale, die auf eine Krebserkrankung hinweisen. 


Umso wichtiger ist daher die Vorsorgeuntersuchung beim Urologen. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, kleinste bösartige Veränderungen der Prostata (Vorsteherdrüse) festzustellen. Ist der Tumor auf die Prostata beschränkt ist er sehr gut heilbar. "„Bei ungefähr 4 von 10 Männern im Alter zwischen 60 und 70 Jahren bildet sich ein gutartiges Adenom in der Prostata, bei einem 1/6 der Männer ein Krebs, der über einen langen Zeitraum beschwerdefrei wächst. Auch bei jüngeren Männern können sich Tumore entwickeln, besonders gefährdet sind jene, die in ihrer Familie schon Fälle von Prostatakrebs hatten. Daher können wir nur an alle Männer ab 45 Jahren dringend appellieren, sich regelmäßig untersuchen zu lassen", betont Prim. Dr. Wolfgang Christian Loidl, Vorstand der urologischen Abteilung am KH der Barmherzigen Schwestern Linz. "Insbesondere bei Männern mit genetischer Vorbelastung sollte die Kontrolluntersuchung schon ab dem 40. Lebensjahr stattfinden." 


Warum Männer erst bei ausgeprägten Beschwerden (z.B. Schmerzen zum Arzt gehen - rund 10 bis 20 % der Patienten befinden sich bei der Erstuntersuchung im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium - wird oft mit Angst vor der rektalen Untersuchung begründet. Auch wenn sie vielfach als unangenehm empfunden wird, diese Methode verläuft schmerzlos und ist wichtig um den Zustand, die Größe und mögliche Veränderung der Vorsteherdrüse festzustellen. Weitere Diagnoseuntersuchungen sind ein spezieller Bluttest - das PSA (Prostataspezifisches Antigen)-Screening - sowie eine Ultraschalluntersuchung. 
 

Therapieoptionen für Prostatakrebs

Wie Prostatakrebs behandelt wird, hängt vom Stadium und dem Schweregrad der Erkrankung ab. Da die Krebszellen für ihr Wachstum das Hormon Testosteron benötigen, senken Hormontherapien den Testosteronspiegel, damit schrumpft auch der Tumor. Neueste Studienergebnisse, die am 27. Februar in Wien auf der Pressekonferenz "Länger leben mit Prostatakrebs" vorgestellt wurden, geben auch Anlass zur Hoffnung bei Prostatakrebs in einem späten Stadium: Ein neuer Wirkstoff reduziert das Krebszellenwachstum und beeinflusst den Zelltod der Krebszelle, er kommt bei Patienten mit metastasierendem Prostatakrebs nach Chemotherapie zur Anwendung. 
 

Studienteilnehmer gesucht

Für die Teilnahme an Wirkstoffstudien werden Patienten mit Prostatakrebs gesucht. Diese Studien dienen der Forschung und tragen viel zur Lebensqualität und zur Bekämpfung der Erkrankung bei. Interessierte wenden sich bitte an:

 

  • Sozialmedizinisches Zentrum Süd - Kaiser-Franz-Josef-Spital
    Priv. Doz. Dr. Maria De Santis 
  • KH der Barmherzigen Schwestern Linz, Urologische Abteilung 
    Prim. Dr. Wolfgang Christian Loidl 
  • AKH Wien, Urologische Klinik und Klinik für Onkologie 
    Univ.-Prof. Dr. Gero Kramer, Univ.-Prof. Dr. Michael Krainer 
AUTOR


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGSDATUM


28.02.2014
QUELLEN
Interview mit Prim. Dr. Wolfgang Christian Loidl am 27.02.2014
Pressekonferenz: "Länger leben mit Prostatakrebs", 27.02.2014 in Wien

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