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Intimpflege beim Mann

Intim-Piercings und Pflege der Vorhaut müssen richtig gemacht werden
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Eine Schamhaarentfernung oder -kürzung ist aus medizinischer Sicht unbedenklich. (Olena Yakobchuk / Shutterstock.com)

Mit der richtigen Reinigung bleibt der Genitalbereich des Mannes angenenehm geruchsneutral und vor allem gesund.

In Hosen ist es warm und feucht. Das sind optimale Bedingungen für Keime, die sich an und um den Penis herum schnell vermehren. Wenn Sie sich unzureichend oder falsch um Ihren Intimbereich kümmern, können deshalb Infektionen begünstigt werden. Schmerzen beim Sex können durch Reinigungsmittel, die Allergien oder Hautreizungen verursachen, ausgelöst werden. Aber auch bei Intim-Piercings, Schamhaarpflege und Analsex gibt es in Sachen Hygiene für Männer einiges zu beachten.

Wie oft sollte man den Intimbereich reinigen?

Penis, Hodensack und After sollten 1 Mal täglich unter lauwarmem Wasser gewaschen werden. Auf aggressive Seifen oder Duschgels mit vielen Geruchsstoffen oder Alkohol sollten Sie dabei besser verzichten – diese können die empfindliche Haut im Genitalbereich reizen und Kontaktallergien auslösen. Viel Geld auszugeben, um mit speziellen Pflegemitteln den Intimbereich besonders zu schonen, ist aber im Regelfall nicht notwendig. Nur wenige der Produkte sind tatsächlich besser verträglich. Ein geeignetes Waschgel kann also in der Intimzone ebenso zum Einsatz kommen wie am restlichen Körper.

 

Das ideale Waschgel für die Intimpflege ist:

  • PH-neutral

  • seifenfrei

  • ohne Duftstoffe

  • alkoholfrei

 

Zunächst wird die Vorhaut am Penis vorsichtig zurückgeschoben und die darunterliegende Haut mit lauwarmem Wasser gründlich gereinigt. Hier muss Waschgel nur bei einer starken Verunreinigung oder starkem "Duft" zum Einsatz kommen. Anschließend den Hodensack einseifen und abspülen und das selbe mit der Analregion wiederholen. Zum Schluss mit einem sauberen und weichen Handtuch vorsichtig abtupfen, nicht rubbeln – das ist zu aggressiv für die sensible Körperregion.

Vorsicht mit der Vorhaut

Der vielleicht wichtigste Schritt bei der richtigen Intimhygiene ist die Reinigung um und unter der Vorhaut. Bei beschnittenen Männern entfällt dieser Schritt natürlich – sie sollten einfach auch die Penisspitze mitreinigen. Für alle anderen gilt: Die Vorhaut täglich, aber vorsichtig zurückschieben. Ist das nicht schmerzfrei möglich, liegt eine Vorhautverengung vor, und Sie sollten einen Arzt aufsuchen. Der Zustand kann problemlos behandelt werden. Wird die Vorhaut gewaltvoll zurückgeschoben, können feine Risse entstehen, die langfristig eine Verengung der Vorhaut begünstigen können. Man sollte mit diesem Teil des Körpers also vorsichtig umgehen.

Smegma: Feine Ablagerung

Unter der Vorhaut an der Eichel des Penis bildet sich täglich eine feine Ablagerung, bestehend aus Schweiß, Urin, Absonderungen aus den Talgdrüsen, Hautschüppchen und Bakterien. Die Smegma genannte Substanz ist hell und fetthaltig. Sie ist bei täglicher Reinigung mit freiem Auge nicht sichtbar, verursacht aber einen unangenehmen Geruch. Ist das Smegma bereits deutlich zu erkennen, ist eine gründliche Reinigung (siehe oben) dringend notwendig. Wird das Smegma nämlich nicht täglich entfernt, kann es kurzfristig zu einer Entzündung der Eichel kommen. Langfristig erhöht sich zudem das Risiko, an Peniskrebs zu erkranken.

Schamhaarpflege

Die Schamhaare erfüllen keine wesentliche Aufgabe im menschlichen Körper und können, wenn man Sie als störend empfindet, bedenkenlos entfernt werden. Dazu eignet sich eine Nassrasur mit Rasierschaum und einem spitzen Rasierer. Die Haut sollte bei der Rasur stets mit zwei Fingern gespannt werden, um Verletzungen zu vermeiden. Andere Enthaarungsmethoden wie Enthaarungsgels sind für die Intimzone ungeeignet, da sie reizend wirken können. Sind die Haare lediglich zu lang, sollen aber nicht ganz entfernt werden, können sie auch vorsichtig im trockenen Zustand mit einer kleinen, sauberen Schere gekürzt werden.

Intim-Piercings

Wenn sie in einem professionellen Piercing-Studio angebracht werden, stellen Intim-Piercings meistens kein großes Gesundheitsrisiko dar. Allerdings muss die Einleitung zum Desinfizieren des Piercings genau eingehalten werden, um das Risiko auf eine Infektion möglichst gering zu halten. Beim täglichen Waschen des Intimbereichs sollte man darauf achten, auch Stellen bestmöglich zu reinigen, die womöglich von dem Piercing ein wenig verdeckt werden. Stellen Sie wider Erwarten Anzeichen einer Infekiton fest, ist ein Urologe aufzusuchen.

Was Sie vermeiden müssen

  • "Falsches" Urinieren: Die Vorhaut sollte beim Toilettengang immer zuerst zurückgezogen werden, da sich sonst darunter noch mehr Bakterien ansiedeln.

  • Seife in die Harnröhre: Wenn Seife in die Harnröhre gelangt, kann das schmerzhaft sein. Deshalb lieber Waschgel zum Duschen verwenden und vorsichtig reinigen.

  • Schmutzige Handtücher: Ein sauberes, weiches Handtuch ist die beste Voraussetzung zum Trocknen der Intimregion nach dem Waschen. Mindestens einmal pro Woche, eher öfters, sollte es gewechselt werden. Für Gesicht und Kopf sollte man außerdem ein separates Handtuch verwenden als für den restlichen Körper.

  • Unhygienische Unterwäsche: Ob Boxershorts, Briefs oder Tangas: Die ideale Unterwäsche sollte aus Baumwolle und bei 60 Grad in der Maschine waschbar sein. Tägliches Wechseln ist wichtig, um Bakterien zu vermeiden.

  • Arzt meiden: Wenn Sie bei der Intimhygiene eine Veränderung an Ihren Genitalien feststellen, wie z.B. Jucken, Bläschen oder ungewohnte Aussonderungen, sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden. Es könnte eine Geschlechtskrankheit oder eine Entzündung vorliegen.

  • Keine Reinigung nach Analsex: Nach Analsex ist eine besonders gründliche Reinigung ein Muss. Man sollte keinesfalls direkt ohne Reinigung vom Anus in die Vagina wechseln, und unbedingt ein neues Kondom verwenden.

Podcast zur weiblichen Intimhygiene

Tipps rund um die richtige Pflege des weiblichen Intimbereichs hören Sie im österreichischen Podcast "gesund gehört". Dort erklärt die Wiener Sexualmedizinierin und Gynäkologin Dr. Andrea Kottmel, worauf Frauchen achten müssen und warum auch für Männer manchmal das Credo "Weniger ist mehr" gelten sollte.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


26.01.2015 / 14.09.2020
QUELLEN
Andrologie. Krankheiten der männlichen Geschlechtsorgane, Krause, W., Thieme Verlag, 4. Auflage, Stuttgart, 2011
Pflege Wissen Körperpflege, Voß, S., Urban & Fischer Verlag, 1. Auflage, München, 2014

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