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Erste Hilfe bei Verbrennungen

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Ab Verbrennungen zweiten Grades sollte man zum Arzt gehen. (Oksana_Slepko/Shutterstock.com)

Bei der Ersthilfe bei Verbrennungen sind die wichtigsten Ziele weiteren Schaden durch die Hitze zu vermeiden und Schmerzen zu lindern.

Verbrennungen passieren häufig im Haushalt, wie etwa beim Kochen oder Bügeln. Sie können weiters durch elektrischen Strom verursacht werden oder durch starke Reibung. Aber auch der Kontakt mit extrem kalten Stoffen – etwa mit flüssigem Stickstoff – kann zu einer Verbrennung führen. Man spricht dann von einer Kälteverbrennung, einer Sonderform der Erfrierung. Von einer Verbrühung ist die Rede, wenn heiße Flüssigkeiten oder Dämpfe schädigend auf die Haut einwirken.

Sofortmaßnahmen bei Verbrennungen

Zuerst sollte die Hitzezufuhr unterbrochen und der Brand wenn möglich mit Wasser oder Feuerlöscher gelöscht werden. Alternativ kann eine Branddecke über die Person geworfen werden. Steht kein Hilfsmittel zur Verfügung, legt man die Person auf den Boden um das Feuer auszuwälzen. Kleidung und Schmuck sollten von den verbrannten Hautstellen entfernt werden, da sie wie ein Hitzespeicher wirken. Ist das Kleidungsstück jedoch mit der Haut verklebt, darf es nicht abgerissen werden.

 

Die betroffenen Körperstellen sollten anschließend gut unter fließendem Wasser – etwa 10 bis 15 °C – gekühlt werden. Von kälterem Wasser, Eiswürfeln oder -packungen ist hingegen abzuraten: Das führt dazu, dass sich die Blutgefäße unter der Haut zusammenziehen, die Durchblutung und der Heilungsprozess gestört werden. Auch sollte man nur die verbrannten Körperpartien kühlen, nicht den ganzen Patienten, da ansonsten die Wärmeregulation des Körpers gestört wird. Nicht gekühlt werden dürfen Verbrennungen ab dem Schweregrad 2, wenn diese mehr als 20 Prozent der Hautoberfläche betreffen. Dies kann zu Unterkühlung der Person führen. Beim Kühlen der Haut von Säuglingen und Kleinkindern ist Vorsicht geboten. Mit der Kühlung sollte innerhalb der ersten 15 begonnen werden, und sie sollte nicht länger als 10 Minuten andauern.

Behandlung von leichten Verbrennungen

Verbrennungen ersten Grades kann man selbst zuhause behandeln. Sie heilen von selbst wieder ab. Wichtig ist es, die Wunde sauber zu halten und Blasen nicht zu öffnen, da sonst Keime eindringen und Infektionen auslösen können. Kleinere Brandwunden können mit einem sterilen Verband – am besten mit Silberbeschichtung – locker abgedeckt werden. Wundsalben dürfen nicht auf offene, nässende Wunden aufgetragen werden. Erst wenn sich nach einigen Tagen Schorf gebildet hat, können Salben das Abheilen unterstützen. Ab zweitgradigen Verbrennungen sollte man einen Arzt aufsuchen.

Schweregrad der Verbrennung erkennen

Entscheidend für die Behandlung ist es, Tiefe und Ausbreitung der Gewebeschädigung bei Verbrennungen oder Verbrühungen zu beurteilen. Man teilt Verbrennungen in verschiedene Schweregrade ein:

  • Verbrennung 1. Grades: Hautrötung, leicht Schwellung, Schmerzen (verheilt narben- und folgenlos)
  • Verbrennung 2. Grades: Hautrötung, Blasenbildung, starke Schmerzen (verheilt nur manchmal narbenlos)
    • 2a-Verbrennung: Oberhaut (Epidermis) und Lederhaut (Dermis) betroffen, vollständige Heilung.
    • 2b-Verbrennung: tiefe Dermisbeteiligung und tiefere Hautschichten betroffen, heilt nicht narbenlos ab, Operation notwendig.
  • Verbrennung 3. Grades: Graue, weiße oder schwarze Haut, im verbrannten Haut- oder Körperteil kein Schmerzempfinden mehr, da die Nervenzellen der Haut zerstört sind (verheilt nur unter Narbenbildung, größere Defekte müssen mit plastisch-chirurgischen Hauttransplantationen geschlossen werden.

Die Ausdehnung der Verbrennung wird vom Arzt anhand der sichtbaren Gewebeschäden beurteilt. Beispielsweise entspricht eine Verbrennung des Arms etwa neun Prozent der Körperfläche eines Erwachsenen, der Brust und des Bauches oder eines Beines rund 18 Prozent (9er-Regel). Eine Handfläche entspricht einem Prozent der Körperfläche (Handflächenregel).

AUTOR


Margit Koudelka


ERSTELLUNGSDATUM


29.03.2019

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