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Wie Biochemie die Psyche beeinflusst

Finger mit aufgemalten Emotionen
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Die Biochemie in unserem Gehirn entscheidet über erlebte Emotionen. (Victoria М - Fotolia.com)

Psychische Erkrankungen entstehen unter anderem durch ein Ungleichgewicht in der körpereigenen Biochemie. Dopamin, Serotonin und Co bestimmen und leiten unsere Gefühlswelt.

Bei Depression, Schizophrenie, Flugangst oder auch bei Emotionen wie Liebe oder Glücksempfinden schüttet das menschliche Gehirn unterschiedliche Hormone in spezifischer Konzentration aus.

 

So haben depressive Menschen ein sehr niedriges Dopamin- und Serotonin-Level - das Hormonpaar, das glücklich macht. Bei Flugangst "platzen" Betroffene hingegen vor den beiden Stresshormonen Adrenalin und Noradrenalin. Zum Ausgleich wiegt uns das "Kuschelhormon" Oxytocin in Vertrauens- und Geborgenheitsgefühlen.

"Glücksbringer": Dopamin und Serotonin

Besser bekannt als "Glückshormone" sind die beiden Neurotransmitter Serotonin und Dopamin. Werden sie zu viel oder zu wenig ausgeschüttet, wird die Harmonie im Gehirn gestört. Serotonin spielt eine Rolle bei der emotionalen Befindlichkeit und dem Schlaf- und Wachrhythmus. Menschen mit Depressionen haben einen sehr niedrigen Serotoninspiegel, Verliebte und Glückliche einen sehr hohen. Auch Ernährung kann den Serotonin-Level anheben, z.B. ein Stück Schokolade.

 

Dopamin ist ein sehr wichtiger Botenstoff im zentralen Nervensystem. Vor allem bei Vorgängen in der Gefühlswelt, bei Bewegungsabläufen und  der Leistungsfähigkeit des Gehirns (z.B. beim Lernen) hat es einen bestimmenden Anteil. Bei Krankheiten wie Parkinson, Angststörungen und Depression wird seine Ausschüttung unterdrückt - mit negativen Folgen. Bestimmte Medikamente, z.B. Psychopharmaka enthalten künstliches Dopamin, um den Gehirn auf die Sprünge zu helfen und die hormonelle Harmonie wiederherzustellen.

Liebe und Geborgenheit: Oxytocin

Oxytocin, auch oft als "Kuschelhormon" bezeichnet, wird im Hypothalamus im Gehirn gebildet. Es leitet die Wehen bei einer Geburt ein, Mutter und Kind schütten es beim Stillen aus, wodurch die Bindung gestärkt wird ("Bonding"). Auch beim Orgasmus strömt Oxytocin durch die Blutbahn, festigt das Gefühl des Vertrauens zueinander und schweißt als Paar zusammen.

Stress lass nach: Noradrenalin und Adrenalin

Eher unangenehme Zeitgenossen sind auf Dauer die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Bei Flugangst z.B. schießen sie in Höhe, erzeugen Panik, Angstzustände und Schweißausbrüche. 

 

  AUSWIRKUNGEN AUF DEN KÖRPER 
 ZU WENIGAUSREICHENDZU VIEL
DopaminDepressionen, Parkinson, AngststörungenAusgeglichenheit

Schizophrenie

SerotoninDepressionenglücklich, zufriedenverliebt
Oxytocinz.B. bei Einsamkeit oder LiebeskummerVertrauen und GeborgenheitLiebe, Verliebtheit, Vertrauen und Geborgenheit
NoradrenalinBlutdruckabfall beim Aufstehen (Orthostase)gute Reaktionsfähigkeit und optimale Anpassung bei schwierigen SituationenAngst, Panik, Schweißausbrüche (z.B. bei Flugangst)
AdrenalinBlutdruckabfall beim Aufstehen (Orthostase)gute Reaktionsfähigkeit und optimale Anpassung bei schwierigen Situationen

Angst, Panik, Schweißausbrüche

 

Adrenalin hat aber auch eine nützliche Funktion: Wenn wir Angst haben, macht es uns wachsamer und beschleunigt unser Reaktionsvermögen. Noradrenalin beeinflusst auch den Hunger- und Sättigungsmechanismus, ein Überschuss kann Übergewicht begünstigen.

AUTOR


Mag. Julia Wild
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


15.09.2014
QUELLEN
Pflege heute, Nicole Menche (Hrsg.), Urban&Fischer Verlag, München, 2001

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