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Wie sich die Corona-Krise auf die Psyche auswirkt

Frau sorgt sich wegen der Coronakrise
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Das Coronavirus bringt auch Ängste und Sorgen mit sich. (fizkes/Shutterstock.com)

Soziale Kontakte sind derzeit nur sehr eingeschränkt möglich, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Eine Psychotherapeutin gibt Tipps, wie man die Krisenzeit psychisch besser bewältigen kann.

Viele Menschen haben derzeit beruflich auf Heimarbeit umgestellt, um sich selbst und andere vor einer Infektion mit dem COVID-19-Virus zu schützen. Soziale Kontakte sind zudem stark reduziert. Das Gefühl des "Eingesperrtseins" in den eigenen vier Wänden stellt für viele Menschen eine Ausnahmesituation dar. Psychotherapeutin Aloisia Strobl-Ninic gibt im Interview Tipps, wie man die Situation bestmöglich meistern kann.

Struktur beibehalten

„Einen geregelten Tagesablauf einzuhalten hilft, durch schwierige Phasen durchzutauchen“, so Strobl-Ninic. Strukturen und Rituale, gewisse Zeiten für bestimmte Tätigkeiten einzuhalten, hilft in schwierigen Situationen. In der veränderten Lage kann es nötig sein, die gewohnten Zeiten für Arbeit/Lernen, Essen oder Schlafen entsprechend anzupassen.

Planung essentiell

In schwierigen Zeiten können Gefühle wie Hilflosigkeit oder Kontrollverlust aufkommen. „Versuchen Sie, so weit wie möglich, Pläne zu schmieden und diese auch umzusetzen“, empfiehlt die Psychotherapeutin. Dinge wie Fensterputz, ein Buch endlich fertig zu lesen oder an einem Online-Fitness-Programm teilzunehmen können helfen, diesen negativen Gefühlen entgegen zu steuern.

Medienkonsum

Derzeit kursieren unzählige Nachrichten in Bezug auf das Coronavirus in verschiedensten Medien. Nicht alle sind jedoch seriös und können das Gefühl der Verunsicherung verstärken. „Wählen Sie bewusst jene Nachrichten aus, denen Sie glauben, vertrauen zu können. Konsumieren Sie Informationen offizieller Quellen und lassen Sie sich nicht durch Nachrichten verrückt machen, die in diversen Social-Media-Kanälen verbreitet werden!“, rät die Expertin. Wie so häufig gilt auch hier: Weniger ist oft mehr.

Sich der eigenen Stärken bewusst werden

„Führen Sie sich schwierige Situationen, die Sie in früherer Zeit bewältigt haben, vor Augen“, so Aloisia Strobl-Ninic. Der Gedanke „Das habe ich damals geschafft, ich werde auch diese Phase gut bewältigen“ kann helfen – sei es im beruflichen oder privaten Bereich. Möglicherweise ist dies auch eine gute Zeit um in sich zu gehen und zu reflektieren, wo man im Leben steht. Gibt es Träume, die ich mir bislang nicht erfüllen konnte? Dann ist vielleicht jetzt der Moment, um das Buch zu schreiben, das Bild zu malen, ... das man schon immer machen wollte.

Körperliche Aktivität hilft durch Krisen

Es gilt als wissenschaftlich erwiesen, dass Bewegung nicht nur dem Körper, sondern auch der Gesundheit der Seele zuträglich ist. Auch wenn Fitness-Studios, Schwimmbäder und Co. derzeit ihre Pforten geschlossen halten und die Ausgangsmöglichkeiten eingeschränkt sind, lässt sich Sport in den Alltag integrieren. Online sind zahlreiche Angebote für Zuhause verfügbar.

Kontakte aufrecht erhalten

„Besonders in schweren Zeiten sind vertraute Menschen eine wichtige Stütze“, so die Psychotherapeutin. Persönliche Treffen – vor allem mit Menschen, die Risikogruppen angehören – sind derzeit jedoch stark eingeschränkt, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. „Bleiben Sie dennoch in Kontakt! Handy, Internet, Videotelefonie – es gibt heutzutage glücklicherweise viele Möglichkeiten, mit seinen Lieben zu kommunizieren, ohne die eigene Gesundheit oder die der Freunde und Verwandten zu gefährden“.

Freiräume schaffen

Viele Menschen haben im Gegensatz zum Gefühl der Einsamkeit oder der Isolation hingegen die schwierige Situation, dass Familienmitglieder, die sich normalerweise tagsüber in Schule oder in der Arbeit aufhalten, ganztägig zuhause – oft auf engem Raum – sind. „Es gibt dennoch Möglichkeiten, sich seine so essentiellen Auszeiten und Freiräume zu schaffen. Wichtig ist es, miteinander zu sprechen und sich quasi seinen eigenen Platz für eine gewisse Zeit zu reservieren. Man darf ruhig sagen: ‚Zu der und der Zeit möchte ich gerne in meinem Zimmer für mich sein‘“, rät Strobl-Ninic.

AUTOR


Margit Koudelka


ERSTELLUNGSDATUM


20.03.2020

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