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Mehr Gelassenheit in 4 Schritten

In 4 Schritten zu mehr Entspannung im Alltag
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Gelassenheit kann man nicht erzwingen, ein paar Tricks erleichtern die Entspannung aber ganz wesentlich. (fizkes / Shutterstock.com)

Nervosität, Anspannung und Druck spielen im Alltag vieler Menschen eine große Rolle. Mehr Gelassenheit kann man nur erreichen, indem man lernt, loszulassen.

Sich den kleineren und größeren Problemen des Alltags mit etwas mehr Leichtigkeit stellen zu können, ist für die seelische Gesundheit enorm wichtig. Doch Gelassenheit lässt sich nicht erzwingen, sondern muss von Grund auf erlernt werden. Mit einigen Tipps und grundlegenden Einstellungen kann man das Gemüt aber recht rasch positiv beeinflussen und etwas entspannter durchs Leben gehen.

Schritt 1: Eigene Grenzen erkennen

Der Partner hat einen schlechten Tag oder ein Angehöriger ist krank. Oft fühlt man sich verantwortlich und möchte helfen und auf die Bedürfnisse anderer reagieren. Aber: Das muss man nicht immer. Erkennen Sie, dass Sie nicht verantwortlich sind, wenn jemand mies gelaunt ist. Nehmen Sie die Anliegen anderer ernst, aber distanzieren Sie sich. Wer sich zu anderen abgrenzen kann, sich Eigenständigkeit und Unabhängigkeit bewahrt, reagiert ruhiger und gelassener.

 

Fühlen Sie sich aus Mitleid schuldig, wenn andere Menschen ein Problem haben? Versäumen Sie ihre eigenen Pflichten, weil Sie mit den Angelegenheiten anderer beschäftigt sind? Hier gilt es, Grenzen zu ziehen. Nicht immer muss man auf die Bedürfnisse anderer reagieren. Man kann sich täglich auch anders entscheiden und beschließen, sich mit einem Vorfall nicht mehr zu beschäftigen.

Schritt 2: Nicht im Selbstmitleid versinken

Wir fühlen uns oft vernachlässigt, zu kurz gekommen, zurückgesetzt, nicht ernst genommen oder benachteiligt. Selbstmitleid hat aber eine negative Auswirkung: Im Mittelpunkt stehen die eigene Person und ihre vermeintlichen Defizite, man macht sich und anderen Vorwürfe. Wer Selbstmitleid pflegt, ist nicht gelassen. Neidisch blickt man auf andere, denen es vermeintlich besser geht. Bitterkeit und Neid sind negative Einstellungen und bescheren Stress. Wer aufhört, sich immer mit anderen zu vergleichen und das eigene Wesen akzeptiert, der wird auch gelassen mit seinem Leben umgehen. Richten Sie daher Ihren Blick auf die positiven Aspekte in Ihrem Leben.

Schritt 3: Geduld üben

Stress und hohe Anforderungen in Familie und Beruf führen häufig zu Zeitknappheit. Für alles hat man nur wenig Zeit und wenn etwas nicht sofort funktioniert oder man länger auf den Zug warten muss, steigt die Frustration. Oft reißt der sprichwörtliche Geduldsfaden. Doch gerade geduldige Menschen sind gelassener. Wer einsieht, dass sich gewisse Dinge nicht so schnell erledigen lassen wie man das gerne hätte und kurze Pausen auch einmal zur Entspannung und Besinnung nutzt, wird auch gelassener reagieren. Geduld ist daher ein weiteres Basiselement der Gelassenheit. Der Lebensstil des Geduldigen umfasst:

  • viel Verständnis für die anderen,
  • ein hohes Maß an Toleranz,
  • die Fähigkeit, Ungewissheit ertragen zu können,
  • dem Leben und den Menschen mit Vertrauen begegnen.

Schritt 4: Zeitprobleme bewältigen

Der Umgang mit der Zeit ist ein existenzielles Problem des Menschen. Man hetzt von Veranstaltung zu Veranstaltung. Auf den Urlaub folgt die nächste Familienfeier und im Job ist man sowieso immer präsent. Man fühlt als Mensch den vermeintlichen Zeitdruck des Lebens und möchte so viel wie möglich erleben. Wir sind ständig auf der Suche nach Beschleunigung und steigern unser eigenes und das Tempo der Umwelt. Aber Lebensqualität, Sinn des Lebens und ein erfülltes Dasein existieren jenseits von Geschwindigkeit. Wer auch einmal Ruhe und Stille zelebriert und einen Moment innehält, geht gelassener durchs Leben. Sich auch einmal zurück zu ziehen und alleine zu sein, kann ebenfalls "entstressen". Weit verbreitet ist mittlerweile die Sehnsucht nach Entschleunigung. Wenn Sie ihr Leben und Aktivitäten planen, dann überlegen Sie:

  • Muss es sein?
  • Muss es jetzt sein?
  • Muss ich es tun?

Stellen Sie sich diese drei Fragen vor verschiedenen Tätigkeiten. So reduzieren Sie bewusst den Zeitdruck und werden gelassener.

 

Sie werden außerdem gelassener,

  • wenn Sie die Vergangenheit ruhen lassen. "Hätte ich doch..." und "Wäre ich doch..." sind Sätze, die die Unzufriedenheit verstärken und den Blick in die Zukunft verbauen.
  • wenn Sie negative Gedanken stoppen. Negative Gedanken beinhalten Ängste, Befürchtungen und Pessimismus, die auf dem Weg zur Gelassenheit fehl am Platz sind.
  • wenn Sie sich selbst und anderen vergeben können. Wer immer in Selbstzweifeln behaftet bleibt und sich selbst und anderen Schuld an verschiedenen Situationen gibt, versperrt sich der Gelassenheit.
AUTOR


Mag. Carmen Hiertz, BA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Michael Leitner


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


01.09.2016 / 22.12.2020
QUELLEN
Die Kunst, trotz allem gelassen zu sein, Reinhold Ruthe, Weltbild, 2007

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