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6 Fragen zu Hochsensibilität

Kopf einer hochsensiblen Frau
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Hochsensible Menschen nehmen ihre Umwelt intensiver wahr. Ein Vorteil den man auch nutzen kann. (rh2010 - Fotolia.com)

Zu laut, zu viele Eindrücke, zu viele Menschen. Hochsensibilität ist ein Phänomen, bei dem Betroffene stärker als der Durchschnitt auf Reize reagieren.

Die High-Sensitivity-Forschung stet noch ganz am Anfang, aber viele Erkenntnisse helfen Menschen sich in der Umwelt besser zurecht zu finden. Der Begriff „Hochsensibilität“ beschreibt keine Krankheit. Es handelt sich dabei eher um ein spezifisches Sammelsurium an Charaktereigenschaften. Diese ergeben sich aus einer gesteigerten Reizverarbeitung. Das vegetative Nervensystem hochsensibler Menschen filtert weniger als bei durchschnittlich Sensiblen. Erfahren Sie in 6 Fragen zu Hochsensibilität ob auch Sie möglicherweise hochsensibel sind!

Frage 1: Was ist Hochsensibilität?

Hochsensible Menschen nehmen ihre Umwelt auf allen Ebenen und mit allen Sinnen verstärkt wahr. Das ermöglicht höchst intensive Erfahrungen. Die Bandbreite möglicher Erscheinungsformen von Hochsensibilität ist sehr groß. Praktisch jeder Sinneseindruck kann stärker und damit detaillierter wahrgenommen werden. Oft wird diese Eigenschaft mit bloßer Nervosität und Empfindlichkeit verwechselt. Durch die verstärkte Reizaufnahme und ihre tiefere Verarbeitung ergeben sich Charaktereigenschaften wie Introversion und intensives Erleben der zwischenmenschlichen Beziehungen. Es können auch starke Reaktionen auf Medikamente, Alkohol und Koffein sowie Anfälligkeiten für Stress, Leistungsdruck und Zeitknappheit auftreten.Derzeit existiert keine anerkannte wissenschaftliche Theorie. Als wahrscheinlich wird eine erblich bedingte Veranlagung genannt. Die Vorstellung, es handele sich um eine „psychische Störung“ oder „Krankheit“, wird abgelehnt. Einem Erklärungsansatz zufolge stufe der Thalamus, ein Teil des Zwischenhirns, bei hochsensiblen Personen mehr Reize als „wichtig“ ein, die dann das Bewusstsein erreichen.

Frage 2: Wie zeigt sich Hochsensibilität?

Hochsensibilität zeichnet sich durch spezielle Wahrnehmung aus. Diese Merkmale sind bei hochsensiblen Menschen stärker oder weniger stark ausgeprägt:

  • Vielschichtige Fantasie und Gedankengänge
  • Starke innere Wahrnehmung
  • Detailreiche Wahrnehmung der Umwelt
  • Schwierigkeiten beim Umgang mit Stress und Leistungsdruck
  • Hohe Begeisterungsfähigkeit
  • Hohe Eigenverantwortung und Wunsch nach Unabhängigkeit
  • Gutes Einfühlungsvermögen, große Empathie
  • Ausgeprägter Gerechtigkeitssinn
  • Detaillierte Selbstreflexion und langer emotionaler Nachklang des Erlebten
  • Schwierigkeiten mit starren Strukturen
  • Perfektionismus
  • Intensives Erleben von Kunst und Musik
  • Harmoniebedürfnis
  • Starke Beeinflussbarkeit durch die Stimmung anderer Menschen

Frage 3: Ist Hochsensibilität angeboren und kann man sich diese abgewöhnen?

Es herrscht die Annahme vor, dass Hochsensibilität vererbt wird, das heißt in den Genen angelegt ist. Die Komplexität der Erscheinungsformen von Hochsensibilität erschwert es, allgemeingültige Aussagen zu treffen. Die bewusste Ablehnung von Persönlichkeitseigenschaften führt jedoch häufig zu psychischem und physischem Stress und zu Krankheitsbildern wie Depression. Man kann im Laufe seines Lebens lernen, mit seiner Veranlagung bestmöglich umzugehen und ihren Wert zu schätzen. Hochsensibel zu sein bietet auch privat wie beruflich viele Vorteile, siehe Frage 5. 

Frage 4: Wie erkenne ich, ob mein Kind hochsensibel ist?

Bei Hochsensibilität gehen oft unterschiedliche Verhaltensweisen Hand in Hand. Wahrgenommene starke Berührbarkeit und Empfindsamkeit eines Kindes wechselt sich ab mit völlig situationsunangepasstem Verhalten. Folgende Punkte können Hinweise auf hochsensible Kinder sein:

  • Hochsensible Kinder lassen frühzeitig eine Tiefgründigkeit in der Ergründung so genannter Menschheitsfragen erkennen: „Warum lebe ich?“ „Wie funktioniert das Universum und was war davor?“
  • Ein besonderes Interesse hochsensibler Kinder gilt dem Thema „Sterben, Tod und was kommt danach?“.
  • Hochsensible Kinder verfügen über eine präzise sprachliche Ausdrucksweise.
  • Auch die gut wahrnehmbare große Empathiefähigkeit ist ein wesentlicher Indikator für hochsensible Kinder.
  • Hochsensible Kinder besitzen oftmals eine große Wahrnehmungsbegabung jenseits des herkömmlichen Alltagsverständnisses. Beispielsweise kann das Wahrnehmen der Befindlichkeit anderer Personen im eigenen Körper oder das „Lesen“ von Gedanken anderer zu völliger Überforderung führen.
  • Die sinnlichen Wahrnehmungen hochsensibler Kinder sind stark ausgeprägt. Vor allem ihr Geschmacks- und Geruchserleben kann sehr auffällig sein. Sie werden oft als sehr heikel angesehen.
  • Die Schmerzempfindlichkeit und die Tendenz zu Hauterkrankungen und Allergien ist erhöht.

Es ist sehr wertvoll, wenn sich die Eltern mit der Veranlagung ihres Kindes bewusst auseinandersetzen. Viele Kinder wie auch Erwachsene begleitet sehr oft mangelndes Selbstbewusstsein.

Frage 5: Wie kann ich mit Hochsensibilität gut leben?

Menschen mit hochsensibler Veranlagung sind völlig unterschiedlich. Demnach gibt es keine allgemeingültigen Aussagen darüber, was hochsensiblen Menschen hilft, einen erfüllten Alltag zu leben. Folgende Punkte können helfen mit der Veranlagung zu leben:

  • Bewusstes Annehmen der eigenen Veranlagung
  • Ruhephasen einhalten
  • Auf den eigenen Körper achten

Im heutigen Alltag als hochsensibler Mensch zu leben, hat durchaus einen großen Wert, welcher jedoch schwer wahrzunehmen ist. Dabei liegt genau hier die große Chance. Es existieren zahlreiche Möglichkeiten und vor allem Notwendigkeiten, die eigene Begabung bestmöglich in unsere Lebenswelt und auch in den Berufsalltag einzubringen.

 

Ausgeprägtes Empfinden und Wahrnehmen von Erlebtem, Genauigkeit und Verlässlichkeit, sehr gute Wahrnehmung von Details, tiefe Reflexionen und Denken in großen Zusammenhängen und hohe Kreativität, sind wichtige Eigenschaften, die auch im Beruf vor allem in kreativen Branchen einsetzbar sind.

Frage 6: Wie kann man Hochsensibilität testen?

Laut Elaine Aron, der amerikanischen Pionierin der HS Forschung, können Tests auf eine Hochsensibilität hinweisen. Auch dann, wenn nur sehr wenige Testpunkte erfüllt sind, diese jedoch in ausgeprägter Form.

 

Es gibt in der noch relativ geringen Literatur über Hochsensibilität einige Tests, die darüber Auskunft geben, ob man sich zu einer definierten Gruppe zählen kann. Seit Beginn der Forschung existieren Testverfahren, deren Fragestellungen aus den unter „Wie zeigt sich Hochsensibilität“ angeführten Kriterien resultieren.

AUTOR


Mag. Carmen Hiertz, BA


ERSTELLUNGSDATUM


20.02.2017
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dipl. Päd. Karin Abriel
dipl. Pädagogin, dipl. Shiatsu-Praktikerin

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