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Lachgas als Sofort-Therapie bei Depression

Strahlendes Lächeln einer Frau
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Künftig könnte eine Lachgas-Therapie die Zeit überbrücken, bis andere medikamentöse oder psychotherapeutische Maßnahmen zu wirken beginnen. (Khorzhevska - Fotolia.com)

Lachgas soll in der Therapie von Depressionen Linderung für Betroffene bringen. Es löst kurzfristig ein Gefühl der Entspannung und Euphorie aus.

Zu diesem Ergebnis kam der Salzburger Wissenschafter Peter Nagele und seine US-Amerikanischen Kollegen. Sie verabreichten 20 Menschen mit einer schwerwiegenden Depression entweder Lachgas, oder ließen sie ein Luft-Placebo einatmen. Über zwei Drittel der Studienteilnehmer verspürten eine Verbesserung ihrer Stimmung. Bei 3 Personen verschwanden die Symptome der Depression sogar ganz. Lachgas könnte in Zukunft bei akut selbstmordgefährdeten Patienten zum Einsatz kommen, da es schnelle Resultate liefert.

Wie wirkt Lachgas bei Depression?

Lachgas (N2O-Distickstoffmonoxid) hemmt im menschlichen Gehirn vorübergehend sogenannte NMDA-Rezeptoren, wodurch stimmungserhellende Botenstoffe länger zwischen den Nervenzellen aktiv bleiben. Das kann zu einer sofortigen Verbesserung der Depressions-Symptomatik führen.

 

Bei den Lachgas-Patienten hat die Besserung bereits nach 2 Stunden eingesetzt und maximal über eine Woche angehalten.

 

Depressive Menschen in der Studie wiesen folgende Symptome auf:

  • Traurigkeit, Ängste
  • Schuldgefühle
  • Suizidgedanken
  • Schlaflosigkeit oder erhöhtes Schlafbedürfnis
  • Gesteigertes oder vermindertes Hungergefühl
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Energielosigkeit

Unter Therapie mit Lachgas sind diese Symptome innerhalb kurzer Zeit teilweise oder völlig verschwunden.

Therapielücken überbrücken

Künftig könnte eine Lachgas-Therapie die Zeit überbrücken, bis andere medikamentöse oder psychotherapeutische Maßnahmen zu wirken beginnen. Bei Antidepressiva in Tablettenform dauert es oft mehrere Wochen, bis Menschen eine Verbesserung verspüren.

 

Durch eine Sofort-Therapie könnte z.B. die Energielosigkeit, die oft mit Depressionen einhergeht, soweit bekämpft werden, dass Patienten an einer Gesprächstherapie teilnehmen oder ihr soziales Netzwerk aktiv um Unterstützung bitten können. Lachgas gilt zudem als sehr nebenwirkungsarm: 15 % der Versuchsteilnehmer bemerkten eine vorübergehende Übelkeit, andere Begleiterscheinungen gab es nicht.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


10.12.2014

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