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Lichttherapie

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Die Lichttherapie wird bei Winterdepressionen üblicherweise morgens für etwa 30 Minuten durchgeführt. (30709663 / shutterstock)

Etwa jeder 5. ist hierzulande von saisonabhängigen Depressionen betroffen, die mit Hilfe der Lichttherapie behandelt werden können. Diese spezielle Form der Depression tritt im Herbst und Winter auf, wenn das natürliche Sonnenlicht weniger wird.

Lichttherapie kann das fehlende Tageslicht durch Lichttherapie-Lampen, bei denen jedoch die für die Haut gefährlichen UV-Strahlen herausgefiltert werden, ersetzen. Die Behandlung erfolgt zuhause zu Tagesbeginn und wird bei Bedarf im Lauf des Tages noch einmal wiederholt. Die Lichttherapie ist zu unterscheiden von der Phototherapie, die zur Behandlung von Neugeborenen-Gelbsucht, Akne, Neurodermitis und Psoriasis eingesetzt wird.

Wann nützt die Lichttherapie?

Saisonabhängige Depressionen, die vor allem im Herbst und Winter auftreten, können mit Lichttherapie behandelt werden. Diese Form der Depression kommt zustande, wenn der Patient aufgrund der dunklen Jahreszeit nicht genügend Licht bekommt. Sie wird auch Herbst-Winter-Depression genannt. Eine angeborene Anfälligkeit und Stress sind neben Lichtmangel weitere Risikofaktoren für das Auftreten der Erkrankung.

Was passiert bei der Lichttherapie?

Bei der Behandlung von saisonabhängigen Depressionen werden sogenannte Lichtboxen eingesetzt. Diese speziell gefertigten Lichttherapie-Lampen werden auf einen Tisch in Augenhöhe gestellt. Der Abstand zur Lichtbox beträgt bei handelsüblichen Geräten mit einer Stärke von 2.500 Lux etwa 90 cm. Bei der Bekämpfung von Depressionen hat sich herausgestellt, dass es wichtig ist, das Licht über die Netzhaut der Augen aufzunehmen. Eine Bestrahlung der Haut alleine lindert die Beschwerden nicht. Direkt in die Lichtquelle schauen müssen Sie jedoch nicht - das hin und wieder zu tun ist aber nicht schädlich.

 

Nebenwirkungen sind bei der Lichttherapie selten und zumeist so schwach, dass die Therapie nicht deswegen abgebrochen werden muss.

Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen:

  • Augen- und Kopfschmerzen
  • Reizbarkeit
  • Überaktivität
  • Müdigkeit
  • Einschlafschwierigkeiten
  • trockene Augen/Nasenschleimhaut
  • sonnenbrandähnliche Hautreaktionen

 

Achten Sie beim Kauf der Lichttherapie-Lampe darauf, dass sie einen UV-Filter hat. Das verhindert bei den tageslichtähnlichen Lampen, dass Ihre Haut durch die UV-Strahlung geschädigt wird (z.B. durch einen Sonnenbrand).

Wann und wie lange kommt Lichttherapie zum Einsatz?

Die Lichttherapie wird bei Winterdepressionen üblicherweise morgens für etwa 30 Minuten durchgeführt. Es ist wichtig, dass der Patient sich gleich nach dem Aufstehen zur Lichtbox setzt. Am frühen Nachmittag kann die Behandlung bei Bedarf noch einmal für 15 Minuten fortgesetzt werden. Das Therapieprogramm muss bei schweren saisonabhängigen Depressionen in der gesamten dunklen Jahreszeit fortgesetzt werden. Je länger es draußen dunkel ist, desto länger sollten Sie pro Tag vor der Lichttherapie-Lampe sitzen.

Was müssen Sie nach der Lichttherapie beachten?

Wenn die Lichttherapie bei saisonabhängigen Depressionen nicht die gewünschte Wirkung erzielt oder die Wirkung nachlässt, kann das verschiedene Gründe haben. Entweder, die Lichtbox ist nicht mehr voll funktionsfähig, oder Sie brauchen mehr Licht, weil es draußen dunkler ist. Es kann aber auch sein, dass Sie z.B. mehr Stress haben und die Depression deswegen wieder stärker wird. Reden Sie mit dem behandelnden Arzt, aber geben Sie die Lichttherapie nicht sofort auf.

Wer führt eine Lichttherapie durch?

Verschiedene niedergelassene Fachärzte für Psychiatrie führen die Lichttherapie bei saisonabhängigen Depressionen durch. Am AKH Wien gibt es eine eigens eingerichtete Ambulanz zur Behandlung von saisonabhängigen Depressionen, die Ambulanz für Herbst-Winter-Depression. Sobald Sie die Therapie verordnet bekommen haben, können Sie mit Ihrer Lichtbox die Therapie selbstständig zu Hause durchführen.

Was können Sie zum Gelingen der Lichttherapie beitragen?

Die Lichttherapie bei saisonabhängigen Depressionen muss fortgesetzt werden, solange das natürliche Licht nicht für Sie ausreicht. Wenn die Behandlung auch nur für einen Tag unterbrochen wird, kehren die Symptome der Depression bei vielen Patienten wieder zurück. Konsequent zu sein ist bei der Lichttherapie besonders wichtig.

Wo liegen die Grenzen der Lichttherapie?

Wenn die saisonabhängigen Depressionen trotz der Behandlung mittels Lichttherapie nicht besser werden, sollte ergänzend eine Psychotherapie in Betracht gezogen werden. Wird die Lichttherapie zu spät am Tag, z.B. nach 19 Uhr durchgeführt, kann es zu einer Verschiebung des Tag-/Nacht-Rhythmus und zu Schlafstörungen kommen.

Kosten und Krankenkasse

Lichttherapiegeräte kosten im deutschsprachigen Raum zwischen 200 und 700 Euro, die meisten kosten rund 300 Euro. Manche Hersteller bieten auch einen Mietservice an, um die Wirkungsweise des Geräts zu testen. Wenn es Ihrem Arzt möglich ist, wird er Ihnen anfangs probeweise eine Lichttherapie-Lampe für zu Hause borgen. Auch auf der Ambulanz im AKH Wien ist das möglich.

AUTOR


Mag. Marie-Thérèse Fleischer, BSc
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGSDATUM


23.01.2014
MEDIZINISCHER EXPERTE
O. Univ.-Prof. Dr. H.C. Mult. Dr. med. Siegfried Kasper
Neurologie und Psychiatrie Professor und Ordinarius für Psychiatrie an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Universität Wien.
LETZTES REVIEW
QUELLEN
Lichttherapie: Das Programm gegen Herbst- und Winterdepression, S. Kasper/N. E. Rosenthal, Kneipp-Verlag, 1. Auflage, Wien, 2010
Interview mit O. Univ. Prof. Dr. h.c. mult. Dr. med. Siegfried Kasper am 11.11.2013
Ambulanz für Herbst-Winter-Depression, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie (23.01.2014)

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