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Oxytocin: Kuschel- und Sexhormon hemmt auch Ängste

Pärchen kuschelt auf dem Bett
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Das Kuschelhormon Oxytocin kann auch in der Angsttherapie genutzt werden. (Spectral-Design - Fotolia.com)

Das Hormon Oxytocin wird beim Orgasmus, während der Geburt und bei körperlicher Nähe ausgeschüttet. Schon bald könnte es als Medikament in der Angsttherapie zum Einsatz kommen.

Wenn wir ein Angst-Erlebnis hatten, merken wir uns das auch auf der Körperebene. In Momenten, in denen wir uns an ein traumatisches Ereignis erinnern, produzieren wir verstärkt Stresshormone wie Kortisol. Der Körper reagiert stark auf den psychischen Angst-Reiz: Wir beginnen zu zittern, das Herz rast, es kommt zu Schweißausbrüchen. Bei Menschen mit einer Angststörung oder Phobie kommt es zu dieser heftigen Reaktion schon bei den kleinsten Auslösern. Forscher des Bonner Universitätsklinikums beweisen jetzt, dass ein oxytocin-haltiger Nasenspray in der Vergangenheit entstandene Ängste abschwächen kann.

Per Nasenspray gegen Angst-Reflexe

Die Bonner Forscher um Monika Eckstein führten die Oxytocin-Studie an 62 männlichen Versuchsteilnehmern durch. Ihnen wurde ein Bild gezeigt, dass sie individuell mit Ängsten in Verbindung brachten (z.B. ein Spinnenbild bei Arachnophobie.) Der Hälfte der Probanden wurde ein Nasenspray mit Oxytocin gegeben. Über die Nasenschleimhaut kann der Botenstoff aufgenommen und so ins Gehirn gelangen. Die andere Hälfte erhielt einen Placebo-Spray.

 

Dabei kamen die Forscher zu folgendem Ergebnis.

  • Oxytocin-Probanden: Mit dem Kuschelhormon klang die Erwartung eines erneuten Angstereignisses verstärkt ab.
  • Placebo-Probanden: Ohne Botenstoff Oxytocin rechneten die Versuchsteilnehmer weiter mit einem Angstereignis.

Gemessen wurde die Reaktion der Probanden auf den Angst-Trigger über ihren Angstschweiß und einen Gehirnscan.

Oxytocin in der Medizin

Bereits heute kommt künstlich hergestelltes Oxytocin therapeutisch zum Einsatz. Es wird in der Schwangerschaft verwendet, um den Geburtsvorgang auszulösen und zu erleichtern. Auch in der Stillzeit wird Oxytocin verschrieben, da es dazu beiträgt, Muttermilch in die Milchkanäle zu pressen. Oxytocin wirkt leicht schmerzlindernd und entspannend, da es zu der Ausschüttung von glücklich machenden Endorphinen führt.

Hoffnung für Phobie-Patienten

Bei Angststörungen wurde Oxytocin jedoch bislang nicht therapeutisch eingesetzt. Dem Botenstoff wird nachgesagt, die Stimmung zu heben und Monogamie in Beziehungen zu fördern. Im negativen Sinn könnte er aber auch zu Unachtsamkeit führen, weshalb eine dauerhafte Einnahme bislang nicht diskutiert wurde. Gezielt im Rahmen einer spezifischen Angsttherapie könnte Oxytocin aber in der Zukunft positiv genutzt werden.

AUTOR


Magdalena Eitenberger, MA
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Elisabeth Mondl, Mag. Julia Wild


ERSTELLUNGSDATUM


12.11.2014

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