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Psychosomatik

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Stress oder emotionale Konflikte können auch zu körperlichen Beschwerde führen. (Africa Studio - Fotolia.com)

Die psychosomatische Medizin beschäftigt sich mit den Wechselwirkungen zwischen Körper und Geist. Damit ist sie Grundlage der ganzheitlichen Medizin.

Sie ergänzt die rein somatische, also körperliche Betrachtungsweise des Menschen um eine psychologische Sichtweise. Behandelt werden organische Krankheiten, bei denen Auslöser und Verlauf von seelischen Problemen mitbestimmt werden.

 

Beispielsweise bei einem Magengeschwür, das durch beruflichen Stress ausgelöst wird. Beschwerden wie das Geschwür werden auf körperlicher Ebene durch Medikamentengabe behandelt. Ergänzend dazu erfolgt aber auch eine Psychotherapie, um die Ursache der Symptome – in diesem Fall den beruflichen Stress – zu ermitteln und zu beheben.

Wem nützt die Psychosomatik?

Erkrankungen, die durch emotionale und psychische Konflikte wie beispielsweise Stress oder Überforderungen ausgelöst werden, können mittels psychosomatischer Medizin therapiert werden. Die psychische Belastung führt bei den Betroffenen zu nachweisbaren organischen Veränderungen und körperlichen Beschwerdebildern.

 

Zu den klassischen psychosomatischen Erkrankungen zählen unter anderen

 

  • Bluthochdruck
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Magen-Darm-Störungen wie Reizmagen, Magengeschwür, Reizdarm
  • Atemstörungen wie Asthma und unnatürlich beschleunigte Atmung (Hyperventilation)
  • Chronische Darmentzündungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
  • Chronische Polyarthritis
  • Neurodermitis und Arthritis
  • Allergien wie Heuschnupfen
  • Schlafstörungen und Essstörungen
  • HNO-Erkrankungen wie Hörsturz, Tinnitus, Schwindel
  • Ängste (Phobien) und Depressionen
  • Herzrhythmusstörungen, Herzrasen

Psychosomatik: Wie wirkt die Therapie?

Gesundheit oder Krankheit Geschehen gesehen, das mehrere Ursachen haben kann. Sie ergeben sich aus dem Zusammenwirken seelischer, sozialer und biologischer Faktoren. Anstatt sich nur auf die Funktion der Organe zu konzentrieren, sind bei der Behandlung daher psychische und körperliche Aspekte gleichermaßen von Bedeutung. Das erfordert ein Zusammenspiel aller medizinischen Fachrichtungen. Bei der Diagnose und der Therapie arbeiten daher mitunter mehrere Ärzte zusammen.

 

Nachdem der jeweilige Facharzt – bei Beispiel Magengeschwür etwa ein Internist – den körperlichen Befund stellt und die Symptome behandelt, erfolgt bei einem Psychotherapeuten ein Einzelgespräch. In mehreren Sitzungen werden aktuelle Beschwerden, Konflikte sowie gewohnheitsmäßige Verhaltensweisen und die persönliche Entwicklung des Betroffenen besprochen. Im intensiven Gespräch können die Auslöser der Erkrankung ermittelt werden. Zusammen arbeiten Arzt und Patient dann an einer Lösung des psychischen Problems, im Beispiel dem Abbau von beruflichen Stress.

Wann kommt eine psychosomatische Behandlung zum Einsatz?

Psychosomatische Behandlungen sind immer dann sinnvoll, wenn eine Erkrankung nicht nur körperlicher bedingt ist, sondern auch durch psychische Einflüsse ausgelöst wird.

Psychosomatik: Was können Sie zum Gelingen der Therapie beitragen?

Denken Sie bei einer Erkrankung nicht immer nur an die Behandlung der Beschwerden. Das gilt vor allem wenn die Beschwerden trotz Therapie wiederkehrend auftreten. In einigen Fällen besteht die Möglichkeit, dass die Ursache der Beschwerden durch seelische Faktoren mit ausgelöst wird. Erst wenn dieser Auslöser geklärt ist, kann eine dauerhafte Besserung eintreten. Dafür ist es hilfreich, den Psychotherapeuten als Vertrauensperson anzusehen und offen über alle Probleme, Konflikte und Ängste in Ihrem Leben zu berichten.

Welcher Arzt kennt sich mit psychosomatischer Medizin aus?

Bei der psychosomatischen Medizin arbeiten verschiedene Fachrichtungen zusammen. Während ein Allgemeinmediziner oder Facharzt die Symptome behandelt, konzentriert sich ein Psychotherapeut oder Psychiater auf das Patientengespräch, um gemeinsam den Auslöser der Erkrankung zu finden.

Psychosomatik: Kosten & Krankenkasse

Die komplette Übernahme der Behandlungskosten erfolgt nur bei einem stationären Aufenthalt. Wenn der Arzt eine psychosomatische Erkrankung feststellt, können Betroffene bei Ihrer Krankenkasse jedoch einen Zuschuss für die Psychotherapie beantragen. Den Rest der Kosten müssen Sie privat tragen.

AUTOR


Nadja Heine
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGSDATUM


25.04.2017
MEDIZINISCHER EXPERTE
OÄ Dr. Jutta Leth
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Klientenzentrierte Psychotherapeutin, Kooperationsärztin bei JUVENIS
QUELLEN
Gesundheit heute, Dr. med. A. Schäffler (Hrsg.), Trias Verlag, Stuttgart, 2014
Duale Reihe: Psychiatrie und Psychotherapie, H.-J. Möller (Hrsg.), Thieme Verlag, 2009

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