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Tetris spielen als Trauma-Therapie

Bunte Tetris-Steine
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Überraschende Erkenntnis: Tetris hilft, traumatische Ereignisse zu verarbeiten. (radachynskyi - Fotolia.com)

Vor kurzem wurde Videospielen noch vorgeworfen, das Alzheimer-Risiko zu erhöhen. Nun werden sie wieder in positiveres Licht gerückt: Der Gameboy-Klassiker Tetris aus den 90ern soll bei der Trauma-Therapie nützlich sein.

Erst vor wenigen Wochen behauptete eine Studie, Videospiele würden die Entwicklung von Alzheimer fördern. Generell herrschen um das Medium bereits seit vielen Jahren intensive Diskussionen, da ihm unter anderem vorgeworfen wird, Abhängigkeiten zu entwickeln und Aggressivität zu fördern. Zumindest einem Videospiel-Klassiker konnte aber sogar ein positiver, medizinischer Effekt zugeschrieben werden. Denn Tetris soll laut neuen Erkenntnissen bei der Verarbeitung von Traumata (z.B. Unfälle, Vergewaltigung, beobachteter Tod eines Mitmenschen) helfen.

Traumatisierende Kurzfilme

Eine in Großbritannien durchgeführte Studie hat eine sehr originelle Herangehensweise an die Trauma-Therapie erkannt. Denn die Forscher haben herausgefunden, dass Tetris helfen kann, ein eben erlebtes Trauma besser zu verarbeiten. Bei der Untersuchung wurden den Studienteilnehmern Kurzfilme mit schockierenden Ereignissen - Autounfällen mit Kindern, Ertrinken eines Mannes - gezeigt. Einem Teil der Probanden wurde aufgetragen, am nächsten Tag für mehrere Minuten Tetris zu spielen. Dem Rest wurde für diese Zeitspanne keine spezifische Aufgabe gegeben.

Tetris löscht Erinnerungen

Tatsächlich zeigte sich bei einem späteren Test, dass sich die Tetris-Gruppe an den gezeigten Film schlechter erinnern konnte. Das Videospiel dürfte die grafischen Erinnerungen an die schrecklichen Szenen teilweise ausgelöscht haben. Diese Erkenntnis könnte in der akuten Trauma-Therapie tatsächlich Anwendung finden. Negativ einschneidende Erlebnisse verfolgen die Betroffenen immer wieder in Form von spontanen, bildlichen Erinnerungen. Wer zumindest einen Teil des folgenden Tages dem Blöcke-Klassiker widmet, könnte diese unerwünschten Flashbacks drastisch reduzieren.

AUTOR


Michael Leitner
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Julia Wild


ERSTELLUNGSDATUM


09.07.2015

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