×
×
articleicon

Rippenfellentzündung (Pleuritis)

Mann greift sich auf die schmerzende Brust
Diesen Artikel mit Freunden teilen
Eine Rippenfellentzündung wird von starken Schmerzen im Brustbereich begleitet. (sasinparaksa - Fotolia.com)

Eine Rippenfellentzündung (Pleuritis) ist zumeist Folgeerscheinung einer anderen Erkrankung. Das primäre Symptom sind Schmerzen in der Brust bei tiefer Atmung und Atemnot.

Man unterscheidet 2 Formen der Rippenfellentzündung: Die trockene Pleuritis und die feuchte Pleuritis. Nach erfolgter Diagnose wird sowohl die Grunderkrankung als auch die Entzündung therapiert. Der Verlauf und die Dauer einer Rippenfellentzündung hängen von der Grunderkrankung ab. Die Rippenfellentzündung selbst ist nicht ansteckend.

Häufigkeit

Rippenfellentzündungen kommen häufig vor, es gibt jedoch keine Daten über die genaue Häufigkeit.

Ursachen/Symptome/Verlauf

Das Rippenfell (es wird auch Brustfell genannt) umspannt die Lunge und kleidet die Brusthöhle von Innen aus. Mit seiner glatten und feuchten Haut ermöglicht das Rippenfell der Lunge sich möglichst reibungslos im Rhythmus der Atmung zu bewegen. Bei einer Rippenfellentzündung (Pleuritis) ist diese dünne Gewebsschicht entzündet.

 

Rippenfellentzündungen sind zumeist Folgeerscheinungen anderer Erkrankungen (oft Erkrankungen der Atemwege), die auf das Rippenfell übergreifen. Mögliche Auslöser sind:

 

Symptome

Leitsymptom sind stechende Schmerzen. Eine Entzündung im schmerzempfindlichen Rippenfell führt beim Atmen und vor allem bei tiefem Einatmen, bei Husten und Niesen zu empfindlichen Schmerzen im Brustraum. Hält man den Atem an, vermindern sich die Schmerzen, da keine Bewegungsreibung auftritt.

 

Weitere mögliche Symptome:

  • Kurzatmigkeit und Atemnot (vor allem bei körperlicher Anstrengung, aber auch in Ruhelage möglich), Druckgefühl in der Brust
  • Trockener Husten
  • Allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber
  • Dazu kommen die Symptome der primären Erkrankung, welche die Rippenfellentzündung ausgelöst hat.

 

Man unterscheidet 2 Formen der Rippenfellentzündung:

  • Die trockene Pleuritis: Sie ist zumeist die Vorstufe der feuchten Form. Typisch sind Schmerzen beim Atmen.
  • Die feuchte Pleuritis: Im gesunden Zustand befindet sich zwischen Rippenfell und Brustfell eine geringe Menge Flüssigkeit, die ein reibungsloses Agieren der Organe gewährleisten. Entzündet sich das Rippenfell, kann die anfangs trockene Pleuritis im Laufe der Zeit infolge vermehrter Flüssigkeitsansammlung (Pleuraerguss genannt) in eine feuchte Pleuritis übergehen. Dabei sammelt sich vermehrt Flüssigkeit an, die dann zu Husten und Atemnot führt. Wandern Keime in die Flüssigkeit ein, kann es zu Eiterbildung kommen.

 

Wird eine Rippenfellentzündung nicht behandelt, kann sie zu dauerhaften Schäden (z.B. geringeres Atemvolumen) führen. Wird sie dagegen korrekt und frühzeitig behandelt, heilt sie in den meisten Fällen ohne Komplikationen wieder ab.

Diagnose

Ergibt sich bei Schmerzen in der Brust der Verdacht einer Rippenfellentzündung, stehen dem Arzt mehrere Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • Patientengespräch über die Beschwerden und Krankheitsgeschichte
  • Körperliche Untersuchung mithilfe des Stethoskops (Abhören der Lunge, abklopfen)
  • Bildgebende Verfahren: Röntgen, Ultraschall, Computertomographie und Magnetresonanztomographie
  • Laboruntersuchungen (Blutbild zeigt mögliche Entzündungen und Infektionen an)
  • Punktion des Rippenfells: Bei Verdacht auf eine feuchte Rippenfellentzündung kann zu Diagnosezwecken eine Punktion nötig sein, um die vermehrte Flüssigkeitsansammlung untersuchen zu können. Eine Punktion kann auch als Therapie eingesetzt werden, um den Patienten von der Flüssigkeitsansammlung (die z.B. Atemnot hervorrufen kann) zu befreien.
  • Biopsie: Bei Verdacht auf Krebs oder Tuberkulose als Auslöser der Rippenfellentzündung, wird eine Gewebsentnahme (Biopsie) durchgeführt.

Therapie

Da eine Rippenfellentzündung häufig durch eine andere Erkrankung verursacht wird, muss auch die Grunderkrankung behandelt werden. Die Rippenfellentzündung selbst wird mit Antibiotika, Schmerzmitteln und Atemübungen (Atemgymnastik) therapiert. Eine tiefe Atmung muss sichergestellt werden, um weitere Schäden an der Lunge zu vermeiden. Falls erforderlich, müssen Flüssigkeitsansammlungen zwischen dem Lungenfell und dem Brustfell mittels Punktion oder Drainage bzw. Operation entfernt werden. Ergüsse können häufig minimalinvasiv entfernt werden.

 

Die Prognose richtet sich nach der Grunderkrankung. Regelmäßige Blutuntersuchungen sind nötig, um mögliche Komplikationen anzuzeigen und den Verlauf der Heilung zu kontrollieren. Die Rippenfellentzündung selbst ist nicht ansteckend.

Was kann der Betroffene zusätzlich tun?

Infektionen der Atemwege sollten möglichst rasch behandelt werden, um einer Rippenfellentzündung vorbeugen. Eine angeordnete Atemtherapie sollte konsequent durchgeführt werden.

AUTOR


Dr. Thomas Hartl
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGSDATUM


18.07.2014
MEDIZINISCHER EXPERTE
Dr. Gernot Rainer
Lungenfacharzt, Wien
LETZTES REVIEW
QUELLEN
Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, S. Andreae et al., 2. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2008

Cookie-Informationen zu dieser Website


Wir verwenden Cookies zur Bereitstellung von minimed.at, für nutzerfreundliche Features und Social-Media-Funktionen, um Zugriffe zu analysieren, relevante Inhalte vorzuschlagen und gemeinsam mit unseren Werbepartnern auf das Surfverhalten abgestimmte Werbeanzeigen einzublenden. Hier können Sie alle zustimmungspflichtigen Cookies akzeptieren oder ablehnen:


oder weitere Informationen in unserer Cookie-Richtlinie einsehen. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit widerrufen. Informationen zu den Auswahl- und Kontrollmöglichkeiten und zur Ausübung des Widerrufs- oder Widerspruchsrechtes finden Sie in unserer Datenschutzinformation.

Bitte beachten Sie, dass manche Cookies für den reibungslosen Betrieb von minimed.at unerlässlich sind. Solange Sie zustimmungspflichte Cookies nicht akzeptiert haben, werden nur solche Cookies gesetzt, die erforderlich sind, um die reibungslose Nutzung von minimed.at zu ermöglichen. Diese dienen nicht dazu, personenbezogene Daten zu sammeln und werden von Ihrer Zustimmung unabhängig verwendet.