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Mit dem Skalpell gegen die Fettleibigkeit

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Die Behandlung der Adipositas ist eine enorme Herausforderung. (JPC-PROD / Fotolia)

Adipositas (krankhaftes Übergewicht) ist eine potentiell tödliche Erkrankung. Eine Operation ist für viele Betroffene die Chance auf ein neues Leben.

Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation sind in Europa rund 23 Prozent aller Frauen und 20 Prozent der Männer adipös. Das starke Übergewicht kann zu ernsthaften Erkrankungen führen und das Sterblichkeitsrisiko der Betroffenen stark erhöhen. Für viele Adipositas-Patienten ist ein operativer Eingriff der einzige Ausweg. „Ab einem Body-Mass-Index von 35, wenn bereits Folgeerkrankungen vorliegen oder ab einem Body-Mass-Index von 40 sollte an eine operative Behandlung gedacht werden“, erklärt Ao. Univ.-Prof. Dr. Heinz Wykypiel, Leiter der Bariatrischen (Adipositas-) Chirurgie an der Innsbrucker Universitätsklinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie. Diese Eingriffe sind nicht als Lifestyle-OP zu betrachten. "Es geht darum, die Lebenserwartung von Menschen mit starker Adipositas zu erhöhen. Nach den komplexen Eingriffen können unsere Patientinnen und Patienten ihr Übergewicht um bis zu 50 Prozent reduzieren“, so Wykypiel weiter. Das hohe Mortalitätsrisiko von sehr starkem Übergewicht rechtfertige die komplexen, sogenannten bariatrischen Operationen.

Verschiedene Disziplinen spielen zusammen

„Eine Operation löst allerdings nicht alle Probleme“, erklärt die Psychologin Dr. Barbara Mangweth-Matzek. Adipositas-Patienten, die eine Operation benötigen, werden daher in Innsbruck von der „Interdisziplinären Arbeitsgruppe Bariatrische Chirurgie“ behandelt. Ein Team von Experten verschiedener medizinischer Fachdisziplinen ermöglicht eine genaue Abklärung im Vorfeld, eine optimale Betreuung während des Eingriffs sowie eine Langzeitnachsorge. Verpflichtend für alle Innsbrucker Patienten ist die Teilnahme an einer Informationsveranstaltung, die alle zwei Monate stattfindet. Die Betroffenen erhalten alle relevanten Informationen zu Chirurgie, Stoffwechsel, Ernährung und auch den psychischen Faktoren. Alle Patienten werden genau untersucht und erhalten psychologischen Rat, bevor eine Operation durchgeführt wird.

Psychologie und Darmflora

Die Behandlung der Adipositas ist eine enorme Herausforderung. „Es ist keine Frage der Disziplin“, so Mangweth-Matzek. „Ernährung ist ein sehr komplexer Mechanismus und vielen unserer Patientinnen und Patienten fehlt ein Sättigungsgefühl.“ Daher helfen Diäten oder Nahrungsumstellung den Betroffenen häufig nicht. „Es geht darum, den Betroffenen langfristig zu helfen. Bei einer konservativen Therapie, ist die Rückfallrate derzeit bei 95 Prozent“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Herbert Tilg, Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin I. Neue Behandlungsmethoden sind daher gefragt. Experten wie Tilg setzen hierbei auf die Erforschung der Darmbakterien. „Die komplexe Mikrobenwelt in unserem Darm wiegt zusammen rund 1,5 Kilogramm. Die Forschungsarbeit ist hier sehr komplex, aber vielversprechend.“

Der Body-Mass-Index

Der Body-Mass-Index (BMI) gibt Auskunft über das Verhältnis zwischen Körpergewicht und Körpergröße. Dadurch lässt sich der Ernährungsstatus eines Menschen darstellen und das Risiko von Übergewicht und Adipositas grob beurteilen. Als Normalgewicht bezeichnet man einen BMI zwischen 18,5 und 24,9. Ab 25 spricht man von Übergewicht und ab einem BMI von 30 von Adipositas. Ein erhöhtes Krankheitsrisiko besteht aber bereits bei einem Wert ab 24.

 

Die Formel:

Körpergewicht : (Körpergröße in m)2

AUTOR


Margit Koudelka


ERSTELLUNGSDATUM


11.10.2018

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