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Behandlung von Hämorrhoiden

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Ballaststoffreich essen und viel trinken hilft gegen Hämorrhoiden. (bilderzwerg / Fotolia.com)

Möglichst frühzeitige Erkennung ist wichtig, weil die Behandlung von Hämorrhoiden in einem frühen Stadium einfacher ist. Für jedes Krankheitsstadium gibt es sehr gute Behandlungsmöglichkeiten. 
 

Leider scheuen nach wie vor viele Betroffene den Weg zum Gastroenterologen bzw. Proktologen und warten so lange zu, bis die Schmerzen deutlich größer sind als die Scham. 
 

Maßnahmen im Anfangstadium von Hämorrhoiden

Sind die Hämorrhoiden im 1. Stadium noch nicht stark vergrößert, dann bringen mehr Bewegung, ballaststoffreiche Ernährung, kühlende Bäder mit Eichenrinden- und Kamillenextrakt, sowie abschwellend und schmerzstillend wirkende Salben und Zäpfchen sehr gut Linderung. 
 

Was kann der Betroffene bei Hamörrhoiden zusätzlich tun? 

Wichtig ist es, Ballaststoffe (in Obst, Gemüse, Vollkornprodukten ...) zu essen und viel zu trinken, damit die Faserstoffe im Darm quellen können.


Nach dem Stuhlgang kann es helfen, sich anstelle von Toilettenpapier mit Wasser zu reinigen. Wichtig ist, dass der After nicht mit Seife in Kontakt kommt, weil er dadurch die schützende Fettschicht verliert. Lindernd wirken auch Sitzbäder mit Kamille oder Eichenrinde.

 
Übergewicht senken, denn es übt einen großen Druck auf den Beckenboden aus.

Sport stärkt das Bindegewebe und fördert die Darmtätigkeit. 

Maßnahmen bei hartnäckigen Hämorrhoiden

Erweisen sich die erkrankten Hämorrhoiden als besonders hartnäckig, so können, je nach Schweregrad, verschiedene Behandlungsmethoden wie die Gummibandligatur und Operationen in Betracht gezogen werden: 
 

Gummibandligatur

Ein Proktoskop wird in den Enddarm eingeführt, um an die Hämorrhoiden zu gelangen. Mit Hilfe eines Applikators wird dem Hämorrhoidalknoten ein Gummiband übergestülpt und die Blutzufuhr zur Hämorrhoide dadurch abgeschnürt. Nach ungefähr 72 Stunden stirbt das Gewebe oberhalb des Bandes ab, fällt in den folgenden 3 bis 4 Tagen ab und wird schließlich unbemerkt mit dem Stuhl ausgeschieden.
Die Gummibandligatur kommt bei Hämorrhoiden in Stadium 1 und 2 zum Einsatz. 
 

Operation 

Eine Operation empfiehlt sich ab den Stadien 3 und 4, wenn der Leidensdruck der Patienten sehr groß wird. Dabei werden die zuführenden Blutgefäße unterbunden und die Gefäßknoten entfernt: 
 

Hämorrhoidektomie nach Milligan-Morgan 

Mit Hilfe dieser am häufigsten angewendeten Operationsmethode in den Stadien 3 und 4 werden störende Knoten am Analrand unter Narkose herausgeschnitten. Die verbleibenden Blutgefäße werden abgebunden. Eine Besonderheit an dieser Methode: Die Wunde bleibt oft, das Wundsekret kann optimal abfließen, dadurch wird der Heilungsprozess beschleunigt. Nach Anwendung dieser Methode ist die Neigung zu einer neuerlichen krankhaften Veränderung der Hämorrhoide deutlich geringer, allerdings ist der Eingriff mit stärkeren Schmerzen verbunden. 
 

Hämorrhoiden-Arterien-Ligatur (HAL) 

Dieses relativ neue, minimal-invasive Verfahren verursacht im Vergleich zu klassischen Operationen geringere Schmerzen. Bei der Hämorrhoiden-Arterien-Ligatur (HAL) ortet der Arzt die zuführenden Arterien mit einem Ultraschallgerät. Mit Hilfe einer Sonde werden die Versorgungsarterien des Gewebes umstochen und gezielt unterbunden. Dadurch verkümmern die Hämorrhoiden nach einigen Wochen, ohne dass sich Wunden bilden. Für diesen Eingriff ist keine Narkose nötig. Die meisten Behandelten sind bereits am Tag nach dem Eingriff wieder fit. Nach Anwendung dieser Methode kommt es im Vergleich zu anderen OPs zu weniger Neubildungen von Hämorrhoiden, allerdings ist der Eingriff mit stärkeren Schmerzen verbunden. 
 

Stapler-Methode oder Longo

Ein Klammernahtgerät (Stapler) ermöglicht es, die vergrößerte Hämorrhoide zu straffen, sie sozusagen zu liften. 

AUTOR


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGSDATUM


01.10.2014
MEDIZINISCHER EXPERTE
Univ.Prof. Dr. Christoph Gasché
Innere Medizin / Gastroenterologie & Hepatologie Leiter des Christian Doppler Labors, Univ. Klinik für Innere Medizin III (AKH Wien) / Gründer und Leiter des Medizinischen Kompetenzzentrum Eisenmangel Loha for Life
LETZTES REVIEW
QUELLEN
A. Herold: Proktologie: Hämorrhoidalleiden, Fissur, Abszess, Fistel. In: Der Gastroenterologe 2, 2009, S. 137f.
Hämorrhoiden: Das unangenehme Volksleiden, T. Brammson (Hrsg.), Verlag FastBook Publishing, 1. Auflage, 2010
Hämorrhoiden. Sprechen wir darüber, F.A. Weiser et al., Verlagshaus der Ärzte, 1. Auflage, Wien 2006

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