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Bestimmung der Kolontransitzeit (Kolon-Passagezeit, Hinton Test)

Abbildung des Darms
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Mit einer Bestimmung der Kolontransitzeit kann festgestellt werden, ob eine Verstopfung an einer krankhaften Veränderung des Darms liegt. (magic mine / Shutterstock.com)

Die Bestimmung der Kolontransitzeit (Hinton Test) ist ein bildgebendes Verfahren zur Ermittlung der Transportfunktion des Darms. 

Vor der Aufnahme eines Röntgenbildes werden Tabletten mit kleinen Markern geschluckt, die auf einem Röntgenbild sichtbar werden. So kann berechnet werden, wie lange Nahrung am Weg durch den Darm braucht. Die Bestimmung der Kolontransitzeit verursacht keine Schmerzen und ist frei von Nebenwirkungen.

Anlass der Bestimmung der Kolontransitzeit

  • Vorsorgeuntersuchung: Die Bestimmung der Kolontransitzeit ist keine Vorsorgeuntersuchung.
  • Diagnosestellung: Bei chronischen Verstopfungen hilft die Kolontransitzeit bei der Lokalisierung der Ursache.
  • Verlaufskontrolle, Operations-/Behandlungsnachsorge: Nach einer Operation kann mit Hilfe der Bestimmung der Kolontransitzeit der Erfolg der Operation überprüft werden.

Was passiert bei einer Kolontransitzeit-Bestimmung?

Mit einer Bestimmung der Kolontransitzeit kann festgestellt werden, ob die Ausscheidungsstörung, wie zum Beispiel eine Verstopfung, an einer krankhaften Veränderung des Darms liegt.

 

Die Ermittlung der Kolontransitzeit, der sogenannte Hinton Test, ist ein radiologisches Verfahren. Gelatinetabletten werden verabreicht: Sie enthalten verschiedene Kügelchen oder Stäbchen (Marker). Die Hülle der Tablette löst sich im Magen auf, die Marker gelangen in den Darm und werden dann wieder ausgeschieden. Während sich die Marker im Darm vorwärtsbewegen, werden Röntgenbilder angefertigt, um die Darmtätigkeit einschätzen zu können.

 

Ein Beispiel für die Durchführung und Auswertung der Bestimmung der Kolontransitzeit soll den Vorgang verdeutlichen: Der Patient muss über 6 Tage immer zur gleichen Uhrzeit verschiedene Tabletten einnehmen. Diese enthalten verschiedene Kügelchen und Stäbchen (Marker), die dann auf einer Röntgenaufnahme, die am 7. Tag angefertigt wird, sichtbar sind. Die Röntgenaufnahme des Bauchs erfolgt im Stehen oder Liegen. Danach werden die Marker gezählt. Insgesamt hat der Patient 60 Marker geschluckt. Die Zahl der verbliebenen Marker wird mit 2,4 multipliziert, das Ergebnis entspricht dann der Kolontransitzeit in Stunden. Sind auf der Röntgenaufnahme noch mehr als die Hälfte der verabreichten Marker erkennbar, liegt ein verlangsamter Darmtransport vor. Werden auf dem Röntgenbild mehr als 40 Marker gezählt, ist der Darmtransport krankhaft verlangsamt.

 

Zur Bestimmung der Kolontransitzeit gibt es kein standardisiertes Verfahren. In manchen Fällen wird nur eine Tablette verabreicht, in anderen werden mehrere Tabletten über mehrere Tage verteilt eingenommen. Danach wird anhand einer Röntgenaufnahme kontrolliert, wie viele Marker sich noch im Darm befinden.

Wer macht eine Bestimmung der Kolontransitzeit?

  • Facharzt für Radiologie

Hat die Bestimmung der Kolontransitzeit Risiken?

Die Bestimmung der Kolontransitzeit ist schmerz- und risikofrei, Röntgenstrahlen gering.

Was können Sie zur Bestimmung der Kolontransitzeit beitragen?

Verzichten Sie in den Tagen vor der Operation auf die Einnahme von Abführmitteln. Wenn Sie vor der Röntgenaufnahme an mehreren Tagen Tabletten mit Markern einnehmen müssen, achten Sie darauf, diese zur exakt gleichen Zeit einzunehmen. Halten Sie sich diesbezüglich bitte an die Vorgaben Ihres Arztes.

Kosten & Krankenkasse

Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen. 

AUTOR


Elisabeth Mondl


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


10.12.2013 / 05.02.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
Univ.Prof. Dr. Christoph Gasché
Innere Medizin / Gastroenterologie & Hepatologie Leiter des Christian Doppler Labors, Univ. Klinik für Innere Medizin III (AKH Wien) / Gründer und Leiter des Medizinischen Kompetenzzentrum Eisenmangel Loha for Life
QUELLEN
Operationsatlas Laparoskopische Chirurgie, T. Carus, Springer Medizinverlag, 2. Auflage, Heidelberg, 2010
Gastroenterologie: Das Referenzwerk für Klinik und Praxis, Band 1: Intestinum, J. F. Riemann et al. (Hrsg.), Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2008
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