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Koloskopie

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Eine Koloskopie ist heutzutage ein Verfahren mit einem geringen Risiko. (Robert Przybysz / Fotolia)

Eine Koloskopie (Darmspiegelung) ist eine endoskopische Untersuchung des Dickdarms. Sie dient zur Diagnose und Therapie von Darmerkrankungen, kommt aber auch bei der Darmkrebsfrüherkennung zum Einsatz.

Da die Koloskopie eine von vielen Patienten als unangenehm empfundene und wegen Schmerzen gefürchtete Untersuchung ist, hat die Österreichische Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie ein Zertifikat zur Qualitätssicherung von Koloskopien entwickelt. So wird einerseits sichergestellt, dass die Patienten während der Untersuchung sediert sind und somit schlafen und keine Schmerzen haben, andererseits wird dadurch auch die Qualität der Untersuchung gewährleistet. Nur in wenigen Fällen kommt es bei einer Darmspiegelung zu Komplikationen.

Anlass einer Koloskopie

  • Vorsorgeuntersuchung: Während einer Koloskopie wird der Darm nach Darmpolypen, die häufig Vorstufen von Darmkrebs sind, abgesucht. Ab dem 50. Lebensjahr sollte im Rahmen der Vorsorge-Untersuchung auch eine Darmspiegelung durchgeführt werden.
  • Diagnosestellung: Die Koloskopie kommt vor allem bei der Diagnosestellung von Darmentzündungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), Divertikel (Ausstülpungen) Stenosen (Engstellen) und von Darmkrebs zum Einsatz.
  • Verlaufskontrolle, Operations-/Behandlungsnachsorge: Im Rahmen der Darmkrebs-Nachsorge bleibt die Koloskopie die wichtigste Untersuchungsmethode. Sie wird alle 3 bis 5 Jahre wiederholt.
  • Therapie: Wird im Rahmen einer Darmspiegelung ein Darmpolyp (krankhafte Zellvermehrung) entdeckt, wird dieser im Rahmen der Untersuchung auch gleich entfernt.

Was passiert bei einer Koloskopie?

Die Österreichische Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie hat ein Qualitätszertifikat für die Koloskopie entwickelt. An der Aktion "Qualitätszertifikat Darmkrebsvorsorge" beteiligen sich rund 220 Ärzte österreichweit. Der Patient kann sich sicher sein, dass in einer Einrichtung mit diesem Zertifikat:

  • ein Beratungsgespräch mit dem Arzt durchgeführt wird
  • entsprechende Hygienemaßnahmen eingehalten werden
  • die Koloskopie von professionellem, geschultem Personal vorgenommen wird
  • die Möglichkeit besteht, eine "sanfte Koloskopie" (Gabe von Medikamenten vor der Koloskopie) durchzuführen
  • der Zustand des Patienten laufend überwacht wird (Kreislaufüberwachung)
  • wenn bei einer Koloskopie ein Darmpolyp entdeckt wird, wird er sofort abgetragen
  • eine Nachbetreuung bis zur Entlassung stattfindet

Vorbereitung Koloskopie

Bevor eine Darmspiegelung durchgeführt wird, muss der Dickdarm entleert werden. Dafür wird am Vortag ein stark wirksames Abführmittel getrunken.

Ablauf der Koloskopie

Der Patient liegt in Linksseitenlage mit angewinkelten Knien auf dem Untersuchungstisch. Zu Beginn untersucht der Arzt den Bereich um den After auf Hautveränderungen, Narben oder Hämorrhoiden. Anschließend erfolgt eine Mastdarmuntersuchung mit dem Finger. Dabei sucht der Arzt nach tastbaren Auffälligkeiten (Polypen, Tumore oder Fremdkörper). Beim männlichen Patienten kann auch die Prostata begutachtet werden. Danach beginnt die eigentliche Untersuchung. Prinzipiell kann eine Koloskopie ohne Beruhigungsmittel vorgenommen werden, heute wird sie jedoch meist mit Sedierung (Schlafspritze) durchgeführt. Dies steigert den Untersuchungskomfort des Patienten und erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Untersuchung komplett durchgeführt werden kann.

Mit Hilfe eines Gleitmittels wird die Endoskopspitze, auf der ein Licht und eine Kamera befestigt sind, eingeführt. Die Kamera, meist ein Videochip, überträgt das Bild auf einen Monitor. Das Gerät wird vorsichtig bis zur Mündung des Dünndarms vorgeschoben. Der Darm wird durch Einblasen von Luft oder CO2 etwas erweitert, damit die gesamte Darmschleimhaut nach Veränderungen abgesucht werden kann. Eine Koloskopie- Untersuchung dauert etwa 25 Minuten. Nach der Untersuchung verbringen Sie zirka 1 Stunde im Aufwachraum, um sich zu erholen. Danach ist Essen wie gewohnt erlaubt, Sie sollten jedoch an diesem Tag nicht mehr selbst mit dem Auto fahren.

Koloskopie - Alternativen

Alternativen zur Koloskopie sind beispielsweise Darmultraschall, CT oder MRT. Für den Patienten sind diese zwar weniger unangenehm, sie gewähren dem Untersucher allerdings keine direkte Sicht auf den Darm. Die Entnahme von Gewebeproben und die Abtragung von Polypen sind durch diese Alternativen ebenfalls nicht möglich.

Wer macht eine Darmspiegelung?

  • Kann ambulant oder stationär durchgeführt werden
  • Fachärzte für Innere Medizin mit Zusatzfach Gastroenterologie und Hepatologie
  • Facharzt für Chirurgie

Gibt es Risiken bei der Koloskopie?

Durch das Abführen, das vor der Durchführung einer Darmspiegelung nötig ist, kann die Wirksamkeit einiger Medikamente, wie zum Beispiel der "Pille" herabgesetzt sein. Informieren Sie Ihren Arzt daher über Medikamente, die sie einnehmen.

Eine Koloskopie ist heutzutage ein Verfahren mit einem geringen Risiko. Schwere Komplikationen treten nur sehr selten auf. In wenigen Fällen kann es zu Verletzungen der Darmwand kommen, was Blutungen und Schmerzen zur Folge haben kann. Es kann auch zu einer Perforation des Darms (Darmdurchbruch) kommen, in der Regel muss dann operiert werden. Aber auch Infektionen, die die Gabe von Antibiotika notwendig machen, können auftreten. Diese Komplikationen sind allerdings so selten, dass keine statistischen Zahlen dafür vorliegen.

Was können Sie zur Koloskopie beitragen?

Vor der Durchführung einer Koloskopie ist es notwendig, dass Ihr Darm gereinigt wird. Diese Reinigung erfolgt mit Hilfe eines Abführmittels. Halten Sie sich diesbezüglich bitte streng an die Anweisungen Ihres behandelnden Arztes, besonders an die empfohlene Trinkmenge.

Kosten & Krankenkasse

Für eine Koloskopie ist eine Überweisung notwendig. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.

AUTOR


Elisabeth Mondl , Barbara Bürscher


ERSTELLUNGSDATUM


10.12.2013
MEDIZINISCHER EXPERTE
AO. Univ.Prof. Dr. Christian Müller
Innere Medizin, Klinische Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsklinik für Innere Medizin III, AKH Wien
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