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Defäkographie

Frau sitzt am Klo
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Eine Defäkographie dauert ungefähr 20 Minuten und ist schmerzlos. (gpointstudio - Shutterstock.com)

Bei einer Defäkographie (Pelvicographie, dynamische Beckenbodenuntersuchung) wird der Patient beim Stuhlgang geröntgt. Entleerungsstörungen, wie zum Beispiel bei Verstopfung, können damit abgeklärt werden.

Bei der Untersuchung entstehen Bilder des Mastdarms während der verschiedenen Phasen der Entleerung. Wird ein Video gemacht, so spricht man von einer dynamischen Defäkographie. Die Untersuchung dauert etwa 20 Minuten und ist schmerzlos. Die Defäkographie ist jedoch oft mit Schamgefühl verbunden, da der Untersuchte in Gegenwart anderer Menschen stuhlen muss.

Anlass der Defäkographie

  • Vorsorgeuntersuchung: Die Defäkographie ist keine Vorsorgeuntersuchung.
  • Diagnosestellung: Zur Diagnostik funktioneller Ursachen von Verstopfung bzw. Entleerungsstörungen (wie Rektozele), bzw. einer Stuhl- oder Beckenbodeninsuffizienz.
  • Verlaufskontrolle, Operations-/Behandlungsnachsorge: Die Defäkographie kommt weder als Verlaufskontrolle noch als Operations- oder Behandlungsnachsorge zum Einsatz.

Was passiert bei einer Defäkographie?

Eine Defäkographie erfolgt mittels Röntgenstrahlen oder einer Magnetresonanztomographie (MRT) und nimmt in etwa 20 Minuten in Anspruch.

Defäkographie mittels Röntgenstrahlen

Bei der Defäkographie mit Hilfe von Röntgenstrahlen wird vor der Untersuchung über einen dünnen Schlauch ein Kontrastmittel in den Mastdarm injiziert. Der Patient liegt dabei in Seitenlage auf einer Untersuchungsliege. Anschließend setzt sich der Patient auf eine Zimmertoilette vor einem Durchleuchtungsschirm. Eine Testaufnahme wird gemacht und dann beginnt der Vorgang: Der Patient wird aufgefordert, den Schließmuskel erst anzuspannen, dann zu pressen ohne Stuhl abzusetzen, um zum Abschluss seinen Darm zu entleeren. Jeder dieser Schritte wird mit mehreren Röntgenaufnahmen festgehalten. Wird eine Röntgen-Defäkographie als Video aufgezeichnet, wird sie als dynamische Defäkographie bezeichnet.

Defäkographie mittels MRT

Alternativ kann die Defäkographie auch im MRT-Scanner durchgeführt werden. Nach Injektion des Kontrastmittels legt sich der Patient in den MRT-Scanner und muss dieselben Anweisungen wie bei der Röntgenaufnahme befolgen. Da das MRT in liegender Position durchgeführt wird, wird der Stuhl in eine Windel entleert. Vorteil ist die Darstellung aller Beckenorgane während des Pressvorganges, jedoch ist die Entleerungsposition sehr unnatürlich und es kann auch Platzangst auftreten.

Wer macht eine Defäkographie?

Die Defäkographie wird von einer Radiologin oder einem Radiologen durchgeführt.

Gibt es Risiken bei der Defäkographie?

In seltenen Fällen kann es bei einer Defäkographie zu Darmverletzungen mit Blutung, Infektionen oder einer Kontrastmittelunverträglichkeit kommen.

Was können Sie zum Gelingen der Defäkographie beitragen?

Die Defäkographie ist für viele Patienten unangenehm. Der Erfolg hängt aber wesentlich von Ihrer Mitarbeit als Patient ab, daher sollten Sie nicht vergessen, dass Sie sich vor dem Arzt nicht zu schämen brauchen. Nur wenn Sie den Aufforderungen des Untersuchers folgen, ist das Ergebnis einer Defäkographie aussagekräftig.

 

Vor der Durchführung einer Defäkographie sollten Sie für einige Tage auf die Einnahme von Abführmitteln verzichten. Die Einhaltung einer speziellen Diät ist nicht nötig.

 

Nach einer Röntgen-Defäkographie sollten Sie in den nächsten 48 Stunden viel trinken.

Kosten & Krankenkasse

Wird von der Kasse erstattet.

AUTOR


Elisabeth Mondl , Barbara Bürscher
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Marie-Thérèse Fleischer, BSc


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


24.08.2017 / 05.02.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
Univ.Prof. Dr. Christoph Gasché
Innere Medizin / Gastroenterologie & Hepatologie Leiter des Christian Doppler Labors, Univ. Klinik für Innere Medizin III (AKH Wien) / Gründer und Leiter des Medizinischen Kompetenzzentrum Eisenmangel Loha for Life
QUELLEN
Gastroenterologische Endoskopie: Das Referenzwerk zur endoskopischen Diagnostik und Therapie, M. Classen et al. (Hrsg.), Georg Thieme Verlag, Stuttgart, 2004
Dynamische Beckenboden-MRT (Kernspin-Defäkografie), K. Holsteg, In: Hessisches Ärzteblatt 2009, 9, S. 775-778

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