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Der Magen

Abblildung des Magens
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Enzyme im Magen zerlegen den Nahrungsbrei in seine Bestandteile. (nerthuz - Shutterstock.com)

Der Magen stellt den Übergang zwischen Speiseröhre und Darm dar und hat eine wichtige Rolle im Verdauungsvorgang. Hier wird die Nahrung mithilfe von im Magen produzierten Enzymen zerlegt. 

Diese werden dann durch die im Magensaft enthaltene Magensäure unschädlich gemacht. Auch das für den Menschen essentielle Vitamin B12 könnte ohne den Magen nicht aufgenommen werden. Es ist für die Funktion des Nervensystems und die Blutbildung unerlässlich. Der Magen kann jedoch auch Schmerzen verursachen, die verschiedene Gründe haben wie z.B. eine Gastritis oder Medikamente. Aber auch Stress oder Infektionen können sich durch Schmerzen im Magenbereich bemerkbar machen. Noro- oder Rotaviren sind häufig für die klassischen Magen-Darm-Erkrankungen (Gastroenteritis) mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verantwortlich, aber auch Salmonellen oder Parasiten.

Wie funktioniert der Magen?

Der Magen ist maßgeblich an der Verdauung der Nahrung beteiligt. Hierfür ist er im Inneren mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die zahlreiche Drüsen enthält. Über dieser Schleimhautschicht befindet sich eine Muskelschicht, die ähnlich der Muskulatur im restlichen Darm die Weiterbeförderung der Nahrung (Peristaltik) ermöglicht.

Wie ist der Magen aufgebaut?

Der Magen liegt zwischen Speiseröhre und Darm. Somit erfüllt er eine unverzichtbare Aufgabe im Rahmen der Verdauung. In seiner Form ist der Magen schlauch- oder sackförmig und innen hohl. Die Form kann jedoch stark variieren, je nach Füllungszustand des Magens. Er liegt im mittleren Oberbauch, gleich unter dem Zwerchfell.

Anatomisch wird der Magen in verschiedene Abschnitte unterteilt:

  • Mageneingang: er ist das "Bindeglied" zwischen Speiseröhre und Magen
  • Magengrund: ist meistens mit Luft gefüllt, die während der Nahrungsaufnahme mit verschluckt wurde
  • Magenkörper: macht den Großteil des Magens aus
  • Pförtner: stellt den Übergang zum Darm dar. Der Pylorus ist ein Schließmuskel, der die Aufgabe hat, den Eintritt der Nahrung in den Darm zu regulieren

Welche Aufgaben hat der Magen?

Der Magen bildet einen wichtigen Schritt in der Verdauung. So hilft er bei

  • der Zersetzung von Eiweißstoffen (Proteine),
  • der Aufnahme von Vitamin B12,
  • der Bekämpfung von eventuell schädlichen Mikroorganismen, damit diese nicht in den Darm gelangen, und
  • der Zwischenspeicherung von Nahrung, sie wird langsam in den Darm abgegeben

Welche Erkrankungen können auftreten?

Gastritis

Als akute Gastritis bezeichnet man eine oberflächliche Entzündung der Magenschleimhaut mit Schleimhautdefekten. Als Auslöser kommen beispielsweise Medikamente (Aspirin, Chemotherapeutika), sehr starker Alkoholkonsum, Infektionen (Herpes, Helicobacter pylori, Candida albicans), sowie Stress in Form von psychischer oder physischer Belastung infrage. Als Symptome machen sich Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen, Völlegefühl und Blähungen bemerkbar. Normalerweise heilt eine akut Gastritis von alleine ab, es kann jedoch mitunter auch zu gastrointestinalen Blutungen kommen. Unbehandelt kann die Gastritis chronisch werden. Es gibt auch Formen der Gastritis, die von vorneherein chronisch sind und z.B. Ursachen in einem veränderten Immunsystem haben.

Magengeschwür

Als Magengeschwür (Ulkus) wird ein Schleimhautdefekt der Magenschleimhaut bezeichnet. Auslöser können Medikamente oder das Bakterium Helicobacter pylori sein. Oftmals ist auch die Magensäureproduktion erhöht und die Magendurchblutung erniedrigt. Je nachdem wo das Magengeschwür lokalisiert ist, können unterschiedliche Symptome auftreten. Auch schwere, sogar lebensbedrohliche Blutungen sind möglich, wenn durch den Gewebsdefekt Gefäße zerstört werden. Mit Hilfe einer Gastroskopie wird ein Magengeschwür geortet.

Magenkrebs

Als Ursache für ein Magenkarzinom kommen vor allem der Konsum von nitrithaltigen geräucherten Nahrungsmitteln und eine chronische Gastritis in Frage. Die Symptome sind sehr unspezifisch, weshalb das Magenkarzinom oftmals erst sehr spät bemerkt wird. Eine schnelle Gewichtsabnahme, Appetitverlust, Leistungsverminderung, Druck- und Völlegefühl, Bauchschmerzen oder Schluckbeschwerden können Anzeichen sein.

Risikofaktoren

Zu den Risikofaktoren für eine Magenerkrankung zählen eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori. Dieses kann sowohl eine Gastritis verursachen, als auch ein Magengeschwür. Weitere Risikofaktoren sind der Verzehr von nitrithaltigen geräucherten Lebensmitteln und eine Dauermedikation mit nichtsteroidalen Antirheumatika. Auch Alkohol und Nikotin können die Magenschleimhaut schädigen und so Magenerkrankungen begünstigen.

So bleibt der Magen gesund

Eine Helicobacter pylori-Infektion sollte mittels Antibiotika behandelt werden um so das Risiko für ein Magengeschwür und Magenkarzinom zu senken. Der Verzehr von balaststoffreichen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse senkt das Risiko für Magenkarzinome. Bei Schmerzen kann Paracetamol statt Acetylsalicylsäure zum Einsatz kommen bzw. Medikamente zum Schutz des Magens. Um das Risiko für eine Gastritis zu senken, sollte übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum vermieden werden.

AUTOR


Nadja Heine
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


16.02.2016 / 04.02.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
Univ.Prof. Dr. Thomas Stulnig
Facharzt für Innere Medizin, Ernährungmediziner, Wien Experte für Stoffwechsel- und Hormonerkrankungen
LETZTES REVIEW
QUELLEN
Duale Reihe Innere Medizin, K. Arastéh, C. Bieber, R. Brandt, T. Chatterjee et.al, Thieme Verlag, 2. Auflage, Stuttgart, 2009
Duale Reihe Chirurgie, D. Henne-Bruns, M. Düring, B. Kremer, Thieme Verlag, 3. Auflage, Stuttgart, 2008
Innere Medizin, H. Greten, F. Rinninger, T. Greten, Thieme Verlag, 13. Auflage, Stuttgart, 2010

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