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5 Fragen zu Diabetes mellitus

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Welche Blutzuckerwerte als "normal" gelten, muss individuell entschieden werden. (Syda Productions / Shutterstock.com)

Die stellvertretende Direktorin der Universitätsklinik für Innere Medizin I Innsbruck beantwortet Fragen rund um eine "sehr heterogene Erkrankung".

Menschen mit Diabetes müssen ihren Blutzucker gut im Auge behalten. Welche Werte gelten als normal?

Assoz.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Susanne Kaser: Diese Frage muss individuell entschieden werden. Die Zielwerte richten sich einerseits nach Begleiterkrankungen der Betroffenen und andererseits auch nach der Hypoglykämiegefahr, die mit der notwendigen Diabetestherapie verbunden ist. Für einen Großteil der Menschen mit Typ 2 Diabetes gilt ein Nüchternzielblutzucker unter 130 mg/dl (ideal < 110 mg/dl) und ein Wert unter 180 mg/dl zwei Stunden nach einer Mahlzeit als wünschenswert.

 

Wovon sind große Schwankungen abhängig, die vielen Betroffenen zu schaffen machen?

Die Schwankungen sind nicht nur von der Quantität der Kohlehydratzufuhr abhängig, sondern auch von der Qualität, da Kohlehydrate mit hohem glykämischen Index zu einem deutlich höheren und rascheren Blutzuckeranstieg führen als jene mit niedrigem glykämischen Index. Aber auch die Medikamentenwahl und die Betazellfunktion haben natürlich Einfluss auf das Blutzuckertagesprofil.

 

Warum ist es oft nicht so einfach, Patienten medikamentös gut „einzustellen“?

Diabetes mellitus Typ 2 ist eine sehr heterogene Erkrankung, während bei vielen Patienten eine Abschwächung der Insulinwirkung im Vordergrund steht, besteht bei anderen wiederum primär ein Insulinausschüttungsproblem, auf diese Problematik muss individuell in der Therapie eingegangen werden. Der Blutzucker ist aber nicht nur von Insulinwirkung bzw. -sekretionsausmaß sowie der Ernährung abhängig, sondern wird auch stark von Bewegung, Stress und anderen Faktoren beeinflusst.

 

Einer der wichtigen Laborwerte bei Diabetes ist der HbA1c-Wert. Warum wird dieser Wert gemessen? Worüber gibt er Aufschluss?

Der HbA1c-Wert sagt uns, wie hoch der durchschnittliche Blutzuckerwert in den letzten 3 Monaten war, das heißt er gibt uns eine grobe Orientierung darüber, wie die Blutzuckereinstellung zuletzt war. Allerdings können wir anhand des HbA1c-Wertes keine Aussagen darüber treffen, wie groß die Blutzuckerschwankungen waren und ob Hypoglykämien aufgetreten sind.

 

Welche Rolle spielt der Body-Mass-Index in Bezug auf Diabetes mellitus?

Übergewicht erhöht das Risiko an einem Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken, umgekehrt kann durch eine Gewichtsabnahme in vielen Fällen eine Verbesserung der Stoffwechselkontrolle erzielt werden. Der Body-Mass-Index hilft uns bei der groben Einteilung in Gewichtsklassen, allerdings gibt er alleine noch keine Auskunft über Fettmasse oder gar das Fettverteilungsmuster, auch die Muskelmasse wird beim Body-Mass-Index nicht berücksichtigt.

AUTOR


Margit Koudelka


ERSTELLUNGSDATUM


19.02.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
Assoz.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Susanne Kaser
Foto (c): Stanger Innsbruck
Stellvertretende Direktorin der Universitätsklinik für Innere Medizin I Innsbruck

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