×
×
articleicon

Endoskopie

Diesen Artikel mit Freunden teilen
Schwer zugängliche Hohlräume im Körper können mit dem Endoskop eingesehen werden. (romaset - Shutterstock.com)

Bei der Endoskopie (Innenspiegelung) können verschiedene Organe und Organsysteme im Inneren des Menschen betrachtet werden. 

Endoskopie wird auch als "Spiegelung" des jeweiligen Zieles bezeichnet. Sie kommt in einer Reihe verschiedener Fachrichtungen der Medizin vor: Darmspiegelung oder Magenspiegelung sind Beispiele. Eine Endoskopie bietet aber nicht nur die Möglichkeit der Untersuchung von Organen, es können auch Gewebeproben entnommen und kleinere Eingriffe vorgenommen werden.

Arten der Endoskopie

Gastroenterologie

  • Duodenoskopie: Endoskopie des Zwölffingerdarms
  • Enteroskopie: Endoskopie des Dünndarms
  • Gastroskopie, Magenspiegelung: Endoskopie des Magens
  • Koloskopie, Darmspiegelung: Endoskopie des Dickdarms
  • Ösophagoskopie: Endoskopie der Speiseröhre
  • Proktoskopie: Endoskopie des Analkanals
  • Rektoskopie: Endoskopie des Enddarms

Pneumologie

Urologie

Chirurgie

Gynäkologie

  • Hysteroskopie: Endoskopie der Gebärmutter
  • Kolposkopie: Endoskopie der Vagina und des Muttermundes

Orthopädie

HNO-Heilkunde

  • Laryngoskopie: Endoskopie des Kehlkopfs
  • Otoskopie: Endoskopie von Gehörgang und Trommelfell
  • Pharyngoskopie: Endoskopie des Rachenraums
  • Rhinoskopie: Endoskopie der Nase

Was passiert bei einer Endoskopie?

So vielfältig wie die Arten der Endoskopie sind auch ihre Einsatzmöglichkeiten. Die Untersuchung spielt eine wichtige Rolle bei der Tumordiagnostik: Eine Biopsie kann vorgenommen werden, Blutungen gestillt und Flüssigkeiten abgesaugt, Fremdkörper oder Gallensteine entfernt werden. Sogar kleine operative Eingriffe können durchgeführt werden, zum Beispiel die Entfernung von Polypen.

 

Je nach Art der Endoskopie sind verschiedene Vorbereitungsmaßnahmen notwendig. Vor der Durchführung wird der Patient vom Arzt darüber informiert.

 

Auch das Vorgehen richtet sich nach der Art der durchgeführten Endoskopie. Meist liegt der Patient während der Untersuchung in Rücken- oder in Seitenlage. Häufig werden vor der Untersuchung Beruhigungs- und Schmerzmittel verabreicht, danach verbleibt der Patient zur Erholung noch eine Weile im Krankenhaus oder der Praxis.

Das Endoskop

Das Endoskop wird durch eine natürliche Organöffnung eingeführt. Eine Ausnahme stellen hier die Laparoskopie und die Arthroskopie dar. Bei diesen beiden Untersuchungen muss ein künstlicher Zugang geschaffen werden. Die Einführungsstelle wird meist vor einer Endoskopie betäubt, damit der Patient keine Schmerzen hat. Blutdruck, Atmung und Puls werden während der Untersuchung ständig überwacht.

 

Es wird unterschieden zwischen starren und flexiblen Endoskopen. Meist wird für die Durchführung einer Endoskopie ein flexibles Endoskop verwendet.

Flexibles Endoskop

 

Ein flexibles Endoskop besteht aus einem biegsamen Schlauch, an dessen Ende eine Lichtquelle und eine Kamera fixiert sind. Die Kamera überträgt die Bilder an einen Monitor. Im Inneren des Schlauchs befindet sich auch ein Arbeitskanal, durch den Instrumente eingeführt werden können. Länge und Durchmesser des Endoskops sind abhängig vom untersuchten Organ.

Starres Endoskop

 

Ein starres Endoskop besteht aus einem dünnen Metallrohr, an dessen Ende befindet sich entweder eine Vergrößerungsoptik oder eine Kamera, die das Bild an einen Monitor überträgt. Durch das Metallrohr können auch Untersuchungswerkzeuge vorgeschoben werden.

Welche Risiken hat die Endoskopie?

Eine Endoskopie darf nur bei einer ausreichend gut funktionierenden Blutgerinnung durchgeführt werden. Daher werden im Vorfeld die Blutgerinnungswerte bestimmt.

 

Obwohl eine Endoskopie eine risikoarme Untersuchungsmethode ist, kann es in seltenen Fällen zu Komplikationen kommen. Verletzungen an den Organwänden oder Schleimhautverletzungen sind mögliche Komplikationen. Viel seltener kommt es zu einer Durchstoßung der Wand eines untersuchten Organs (Perforation). Wurde Gewebe entnommen oder Polypen abgetragen, kann es zu lokalen Blutungen kommen, die aber in der Regel keiner Behandlung bedürfen.

AUTOR


Elisabeth Mondl , Barbara Bürscher


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


07.09.2017 / 05.02.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
AO. Univ.Prof. Dr. Christian Müller
Innere Medizin, Klinische Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie, Universitätsklinik für Innere Medizin III, AKH Wien
LETZTES REVIEW
QUELLEN
Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, S. Andreae et al., Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, Stuttgart, 2008
Pschyrembel. Klinisches Wörterbuch 2014, U. Arnold et al., 265. Auflage, De Gruyter Verlag, Berlin, 2013

Ihre Wahlmöglichkeiten hinsichtlich Cookies auf dieser Website.


minimed.at verwendet Cookies, um Ihr Nutzungsverhalten automationsunterstützt zu analysieren und Ihnen personalisierte Werbung einzublenden, die Ihren ermittelten Interessen entspricht. Sie können hier alle zustimmungspflichtigen Cookies akzeptieren oder ablehnen


oder weitere Informationen in unsere Cookie-Richtlinie einsehen und sich dann entscheiden. Die erteilte Zustimmung können Sie jederzeit für die Zukunft widerrufen, lässt aber bereits auf Grund der erteilten Zustimmung erfolgte Verarbeitungen unberührt. minimed.at verwendet ebenso Cookies, um Ihnen die Nutzung von gesund.at zu ermöglichen und nutzerfreundlich zu gestalten und Zugriffe auf gesund.at zu analysieren. Diese Cookies können Sie hier abwählen.

Weitere Informationen zu den Cookies und den Auswahl- und Kontrollmöglichkeiten sowie zur Ausübung des Widerrufsrechtes finden Sie hier.