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Ernährung bei Fructoseintoleranz

Tisch voller Früchte
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Früchte wie Weintrauben, Birnen, Äpfel oder Kirschen enthalten viel Fruchtzucker. (monticellllo - Shutterstock.com)

Bei Verdacht auf Fructoseintoleranz hilft eine 1- bis 4-wöchige Karenz von Fruchtzucker (Fructose). Lassen damit die Beschwerden wie Blähungen, Durchfall,  Reizdarm nach, beginnt die schrittweise Umstellung auf normale Kost.

Lebensmittel mit geringem Fructosegehalt sind dann schrittweise wieder erlaubt. So lernen Betroffene mit Fruchtzuckerunverträglichkeit, wie sie ihren Speiseplan gestalten können ohne mit Beschwerden rechnen zu müssen. Welche Nahrungsmittel in welchen Mengen gut vertragen werden, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich.

Verzicht auf Fructose

Fruchtzucker (Fructose) ist vor allem in Früchten, Fruchtsäften und Honig enthalten, aber auch in vielen anderen (Fertig- und "Light"-) Produkten sowie Softdrinks . Bei jedem 10. löst sie meist 30 bis 90 Minuten nach Genuss Blähungen, Krämpfe und Durchfall aus. In der Therapie hilft nur ein vorübergehender Verzicht auf Fructose, um dem Darm Zeit zur Regeneration zu geben. Anschließend wird langsam ausgetestet, wie viel Fruchtzucker gut vertragen wird. Die Umstellung erfolgt in 3 Phasen:

  • Karenzphase: In dieser mindestens 1 bis 2 und höchstens 4 Wochen dauernden Phase wird der Konsum von Fructose gänzlich vermieden bzw. auf ein Minimum reduziert
  • Aufbau- oder Testphase: Danach wird die Zufuhr von Lebensmitteln mit Fructose innerhalb von etwa 5 Monaten Schritt für Schritt wieder gesteigert, wobei mit fructosearmen Sorten begonnen und die Fructose- Menge langsam erhöht wird.
  • Dauertherapie: Hat man erst herausgefunden, was der Körper gut verträgt, kann man sein restliches Leben gut danach richten.

Karzenphase

In der Karenzphase sollte der Konsum von Fruchtzucker auf 1 bis 2 Gramm pro Tag reduziert werden. Auf die Art kann der Darm sich erholen.

 

ERLAUBT SIND FRUCTOSEARME LEBENSMITTEL WIE...

MEIDEN SOLLTEN SIE FRUCTOSEREICHE LEBENSMITTEL WIE...

Gemüse, vorzugsweise in gekochter Form aber auch Blattsalat wie Vogerl- oder Endiviensalat, Pastinaken, Sellerie, Zucchini, Fenchel

Obst mit hohem Fructosegehalt (Äpfel, Birnen, Weintrauben, Kiwi, Kirschen Zwetschgen, Marillen, Pfirsich)

Pilze: Eierschwammerl, Steinpilze, Champignons

Trockenfrüchte (Rosinen, Datteln, Feigen)

Beilagen: Erdäpfel, Reis, Mais, Buchweizengries, Polenta, Hirse

Milchprodukte mit Fruchtanteil oder Fruchtaroma (Joghurt, Buttermilch, Molkeprodukte)

Backwaren: Blätter- und Mürbteig, trockenes Brot, Reiswaffeln, Knäckebrot

Süßigkeiten aller Art (Schokolade, Eis, Kuchen, Honig, Gebäck)

Fisch, Fleisch, Wurst, Eier

Produkte aller Art mit Fruchtanteil (Marmeladen, Kompott, Fruchtsäfte)

Milchprodukte: sofern nicht gleichzeitig eine Laktoseintoleranz vorhanden ist wie es bei einem Viertel aller Fructoseintoleranzen der Fall ist

Süße Getränke (Limonaden - egal, obals Light- Produkt oder nicht)

Getränke: Wasser, Mineralwasser, ungesüßter Kaffee (kein Malzkaffee) sowie schwarzer und grüner Tee

Saucen, Ketchup, Dressings, Mayonnaise

 

Diabetiker- und Diätprodukte, wenn sie mit Fructose oder dem Zuckeraustauschstoff Sorbit gesüßt sind

 

Fertigmüslis

 

 Produkte mit dem Inhaltsstoff "modifizierte Stärke" oder "resistente Stärke"

 

Falls spätestens nach 4 Wochen Karenzphase noch keine Verbesserung eintritt, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann feststellen, ob eventuell noch weitere Erkrankungen wie eine Laktoseintoleranz vorliegen.

Aufbau- oder Testphase

Führt die Karenzphase zu einer Besserung des Krankheitsbildes, so kann in die zweite Phase gewechselt werden. Folgende Lebensmittel sollten nun langsam wieder in den Speiseplan aufgenommen werden. Bei guter Verträglichkeit - das ist oft auch von der Kombination der Speisen und der Zubereitungsart abhängig - ist auch ein langsamer Umstieg auf Lebensmittel mit höherem Fructoseanteil möglich:

  • Obst: Avocados, Limetten, Papayas, Rhabarber, Mandarinen, Acerola, Aprikosen, Satsumas, Bananen, Honig-, Zucker- oder Wassermelonen, Beeren wie Brom-, Heidel-, Stachel-, Preisel-, Erd-, Him- oder Johannisbeeren
  • Nüsse: Walnüsse, Haselnüsse und Sonnenblumenkerne
  • Gemüse: Fisolen, Erbsen, Kohl, Melanzani, Schwarzwurzeln, Artischocken, Radieschen, Mangold, Essiggurken, Kohlrabi, Spargel
  • Lauchgemüse: Zwiebeln, Lauch mit kleinen Mengen in gekochter oder angebratener Form beginnen. Ansonsten auf Schalotten umsteigen, da diese oft besser bekömmlich sind.
  • Brot: altes Brot wird meist besser vertragen
  • Beilagen: Nudeln

Dauertherapie

Stress, Krankheiten oder hormonelle Schwankungen im Menstruationszyklus können dazu führen, dass der Körper eine Zeit lang wieder empfindlicher auf den Fruchtzucker reagiert. In diesem Fall lohnt es sich vorübergehend den Konsum von Fructose wieder zu reduzieren. Ein völliger Verzicht ist auf Dauer nicht empfehlenswert, da sonst der Körper bei jedem Kontakt mit dem Fruchtzucker überreagiert und die Symptome zunehmen.

 

Der Konsum von folgenden Lebensmitteln sollte auf Dauer vermieden werden:

  • Fruchtsäfte
  • Trockenfrüchte
  • Diabetikermittel: wenn sie mit Fruchtzucker oder dem Zuckeraustauschstoff Sorbit gesüßt sind
  • Kaugummis und Zuckerln: wenn sie mit Fruchtzucker oder dem Zuckeraustauschstoff Sorbit gesüßt sind

Umgang mit Fructose im Alltag

Folgende Tipps können die Aufnahme und Verwertung von Fruchtzucker verbessern:

  • Kleine Portionen Fruchtzucker: Wenn Fruchtzucker in kleinen Portionen verteilt über den ganzen Tag konsumiert wird, kann er besser aufgenommen werden als in großen Portionen. Bei Früchten sollten nie mehr als 120 g pro Portion auf einmal verzehrt werden.
  • Glucose bessert die Fructose-Aufnahme: Fructose wird bei gleichzeitigem Konsum von Glucose (Traubenzucker) vom Körper besser aufgenommen, es treten weniger Beschwerden auf. Pro Gramm Fructose empfiehlt sich der Konsum von einem Gramm Glucose. Einige Lebensmittel enthalten von Haus aus schon Traubenzucker, wie z.B. überreife Bananen, ansonsten kann dieser in Form von Dragees konsumiert werden. Achtung: Ein übermäßiger Konsum von Glucose ist mit Durchfall verbunden.
  • Sorbit verschlechtert die Beschwerden: Der Zuckeraustauschstoff Sorbit hemmt die Aufnahme von Fructose bzw. wird teilweise in Fructose umgewandelt und sollte deswegen gemieden werden. Dieser kommt in der Natur vor allem in Stein- und Kernobst sowie in getrockneten Früchten vor. Sorbit wird aber auch industriell erzeugt vielen zuckerfreien Süßigkeiten, Diabetiker- und Fertigprodukten zugefügt.
  • Versorgung des Darms: Regelmäßige Bewegung, Darmmassagen, Ernährung mit Pro- und Präbiotika sowie eine hohe Flüssigkeitszufuhr fördern die Verdauung und führen ebenfalls zu einem Rückgang der Beschwerden.
  • Auf Kohlensäure verzichten: Große Mengen an kohlensäurehaltigen Getränken meiden. Sie lösen Blähungen aus und verstärken die Beschwerden.
  • Gewürze einzeln zugeben: Auf fertige Gewürzmischungen verzichten, es könnte auch Fructose enthalten sein.
  • Bestandteile von Medikamenten beachten: Auch sie können Fruchtzucker enthalten.
  • Zink und Folsäure: Unter Umständen kann die zusätzliche Einnahme von Zink und Folsäure Sinn machen, da eine Fructoseintoleranz häufig mit einem Mangel der beiden Nährstoffe einhergeht. Ein Ausgleich über die Nahrung ist dann nur schwer umzusetzen.
AUTOR


Mag. Eva Jankl
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Silvia Feffer-Holik


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


12.04.2017 / 11.02.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
Mag. Andrea Färbinger
Ernährungswissenschafterin
LETZTES REVIEW
QUELLEN
Fruchtzuckerarm kochen und sich wohl fühlen, M. Ledochowski, C. Hölzl, T. Pfandler, Krenn-Verlag, Wien
Fructoseintoleranz - Wenn Fruchtzucker krank macht, T. Schleip, TRIAS-Verlag, Stuttgart
Wegweiser Nahrungsmittel-Intoleranzen, M. Ledochowski, TRIAS-Verlag, Stuttgart

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