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Ernährung bei Schilddrüsenüberfunktion

Äpfel und Birnen in einem Korb
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Bei einer Schilddrüsenüberfunktion sollte auf eine jodarme Ernährung geachtet werden, Äpfel und Birnen sind z.B. arm an Jod. (Arina_C - Shutterstock.com)

Die Schilddrüse produziert Hormone, die u.a. die Funktion von Muskeln und Nervensystem sowie unsere Stimmung beeinflussen.

Voraussetzung dafür ist, dass die Menge der ausgeschütteten Schilddrüsenhormone nicht zu groß, aber auch nicht zu klein ist. Wird zu viel Schilddrüsenhormon produziert, spricht man von einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Mit bewusster Ernährung kann man die Funktionsstörung zwar nicht heilen, doch die Lebensqualität erheblich verbessern. Jodarme Nahrungsmittel sind der erste Schritt.

Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion

Die Schilddrüse ist ein Hochleistungskraftwerk. Täglich produziert sie die Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (L-Thyroxin). Um die Produktion in Gang zu halten, regelt die Hirnanhangdrüse die Hormonausschüttung mithilfe des Hormons TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon). Eine hochaktive Schilddrüse arbeitet aber unermüdlich und schüttet daher zu viele Schilddrüsenhormone aus. Das wird als Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) bezeichnet.


Eine übereifrige Schilddrüse macht sich durch viele Symptome bemerkbar, oftmals werden diese aber nicht einer Funktionsstörung zugeordnet. So etwa sind Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Schlafstörungen, nervöse Unruhe, Leistungs- und Konzentrationsschwierigkeiten, Herzrasen oder Zittern häufige Begleiterscheinungen. Frauen laborieren etwa 4-mal so oft an Schilddrüsenerkrankungen wie Männer. Grund dafür sind Hormonumstellungen in bestimmten Lebensphasen, wie etwa in der Schwangerschaft. Hat Ihr Arzt eine Schilddrüsenüberfunktion diagnostiziert, dann können Sie den Umgang mit der Erkrankung mit Ernährung beeinflussen, aber nicht heilen!

Ernährung für die hochaktive Schilddrüse

Um die Schilddrüsenhormone T3 und T4 herzustellen, braucht die Schilddrüse Jod. Im Falle einer Überfunktion werden zu viele Hormone produziert, daher raten Mediziner, auf jodreiche Nahrungsmittel weitgehend zu verzichten, den Tagesbedarf jedoch zu beachten. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine tägliche Jodzufuhr von 200 Mikrogramm. Ab dem 51. Lebensjahr nur noch 180 μg/Tag.


Vor allem Nahrungsmittel wie Seefisch, Meeresfrüchte oder bestimmte Mineralwässer enthalten große Mengen Jod.


Günstiger ist es, in der täglichen Ernährung jodarme Nahrungsmittel auszuwählen, wie Obst, mageres Fleisch, Reis, Weißbrot statt Schwarzbrot. Auf Kaffee und Alkohol sollte man verzichten, nicht wegen des Jodgehalts, sondern um das Nervenkostüm nicht noch mehr zu beanspruchen.

 

Nachstehende Nahrungsmittel haben einen geringen Jodgehalt pro 100 Gramm:

  • Weißbrot (6 Mikrogramm)
  • Marillen (0,5 Mikrogramm)
  • Äpfel, Birnen (1 Mikrogramm)
  • Mandarinen (0,5 Mikrogramm)
  • Kalbfleisch (2,8 Mikrogramm)
  • Rindfleisch (3 Mikrogramm)
  • Tomaten (1 bis 2 Mikrogramm)
  • Reis (1 bis 2 Mikrogramm)

 

Verzichten sollten Betroffene mit Schilddrüsenhyperthyreose auf

  • Jodsalz
  • Milchprodukte
  • Meeresfrüchte (Fisch, Muscheln)
  • Hühner- und Putenfleisch
  • Dosengemüse
  • Schokolade
  • Sojaprodukte (Sojasoße, Sojamilch, Tofu)

Vitamin C - der Kick für die Schilddrüse

Vitamin-C-reiche Nahrung ist günstig, denn Ascorbinsäure fördert die Bildung der Schilddrüsenhormone. Der Tagesbedarf wurde von den Ernährungsgesellschaften mit 100 mg festgelegt.

 

Vitamin-C-reiche Nahrungsmittel sind (pro 100 Gramm)

  1. Fenchel (93 mg)
  2. Kohl (105 mg)
  3. Kohlsprossen (112 mg)
  4. Brokkoli (115 mg) Rote Paprika (140 mg)

Schilddrüsenüberfunktion: Vitamin A wichtig

Menschen, die von einer Schilddrüsenüberfunktion betroffen sind, können vielfach Vitamin A nicht aus der Vitaminvorstufe Betacarotin, die in pflanzlichen Nahrungsmitteln enthalten ist, bilden. In diesem Fall muss es über die Nahrung zugeführt werden. Der tägliche Vitamin-A-Bedarf liegt bei Frauen bei 0,8 mg, bei Männern bei 1 mg.

 

Vitamin-A-reiche Nahrungsmittel:

  • Leber (15 – 25 mg)
  • Innereien (ca. 15 mg)
  • Eier (0,5 mg)
  • Fisch (0,15 mg)
  • Karotten (1,6 mg)     
  • Käse (0,25 mg)
  • Spinat (0,8 mg)

 

Bremsen kann der Arzt eine Überproduktion mithilfe einer sogenannten Thyreostatika-Therapie. Bewusste Ernährung kann eine Funktionsstörung zwar nicht heilen, doch die Symptome verbessern oder - in jedem Fall - einer Erkrankung vorbeugen.

AUTOR


Dr. Doris Simhofer
REDAKTIONELLE BEARBEITUNG


Mag. Sylvia Neubauer


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


01.02.2017 / 15.02.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
Mag. Andrea Färbinger
Ernährungswissenschafterin

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