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Was tun bei Reizdarmsyndrom?

Frau mit Reizdarmsyndrom hält sich den Bauch
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Diffuse Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Völlegefühl, Aufstoßen oder eine Mischung aus diesen Symptomen können auf einen "Reizdarm" hinweisen. (Emily frost/Shutterstock.com)

Wer an einem Reizdarmsyndrom leidet, hat nach Mahlzeiten mit Verdauungsbeschwerden zu kämpfen. Linderung soll eine Ernährung nach der sogenannten Low-FODMAP-Diät verschaffen.

Was ist ein Reizdarmsyndrom?

Das Reizdarmsyndrom ist ein Sammelbegriff für Beschwerden des Verdauungstraktes, denen keine feststellbaren, krankhaften Organveränderungen zugrunde liegen. Die Darmerkrankung kann den oberen Verdauungstrakt, Dickdarm oder Dünndarm betreffen. Die Ursachen des Reizdarmsyndroms sind noch nicht endgültig geklärt. Gründe können sowohl eine veränderte Kommunikation zwischen Gehirn und Verdauungstrakt, als auch eine Störung bestimmter körpereigener Botenstoffe (u.a. Serotonin) sein.

Wie entsteht ein Reizdarmsyndrom?

Die Ursachen des Reizdarmsyndroms sind noch nicht endgültig geklärt. Gründe können sowohl eine veränderte Kommunikation zwischen Gehirn und Verdauungstrakt, als auch eine Störung bestimmter körpereigener Botenstoffe (u.a. Serotonin) sein. Oder es liegt eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber normalen Bewegungen des Magen-Darm-Traktes vor. 

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Meistens ist eine Heilung möglich, manche Patienten erfreuen sich sogar an einer Spontanheilung. Wer nicht so viel Glück hat, kann entweder über einen gewissen Zeitraum beschwerdefrei sein oder zumindest eine deutliche Linderung der Symptome erfahren.

Friedrich A. Weiser
Facharzt für Chirurgie in Wien
Foto: Medico Chirurgicum/privat

Reizdarm oder doch nicht?

Hinter den Symptomen des Reizdarmsyndroms verbergen sich oft andere Erkrankungen des Verdauungstraktes. An einer genauen ärztlichen Abklärung führt deshalb kein Weg vorbei. Bis es allerdings zu einer korrekten Diagnose kommt, kann einige Zeit vergehen. „Schließlich gilt es, vorher alle anderen möglichen Erkrankungen – vom Darmtumor bis hin zur Nahrungsmittelunverträglichkeit – definitiv auszuschließen“, sagt Dr. Friedrich A. Weiser, Facharzt für Chirurgie in Wien. Wird tatsächlich ein Reizdarm diagnostiziert, gibt es für die Betroffenen dennoch eine gute Nachricht: Reizdarm ist weder lebensbedrohlich, noch ansteckend. „Meistens ist eine Heilung möglich, manche Patienten erfreuen sich sogar an einer Spontanheilung. Wer nicht so viel Glück hat, kann entweder über einen gewissen Zeitraum beschwerdefrei sein oder zumindest eine deutliche Linderung der Symptome erfahren“, weiß Anton Weiser aus seiner langjährigen Praxis. Die Lebensqualität leidet aber doch darunter.

Was man bei einem Reizdarmsyndrom (nicht) essen sollte

Menschen mit einem "nervösen Darm" werden nicht umhin kommen, sich Gedanken über ihre Ernährung zu machen. Grundsätzlich empfiehlt sich:

  • Kleine Portionsgrößen, dafür mehrmals täglich essen und gründlich kauen
  • Regelmäßige Essenszeiten einhalten
  • Speziell am Abend nur kleine Mengen essen, Rohkost möglichst vermeiden
  • Mindestens 1,5 Liter/Tag trinken – idealerweise Wasser und Kräuter- oder Früchtetees; Kohlensäure und Alkohol weitgehend meiden, Kaffee einschränken
  • Zucker reduzieren

Was ist die Low-FODMAP-Diät?

FODMAP steht für Fermentable Oligo-, Di- and Monosaccharides and Polyols. Darunter versteht man bestimmte Kohlenhydrat-verbindungen und Fruktane (im Weizen vorkommend), die Verdauungsbeschwerden auslösen können. Lebensmittel werden dabei in „FODMAP-arm“ und „FODMAP-reich“ eingeteilt. Die Diät wird in drei Phasen eingeteilt:

  1. Phase: Strikte Vermeidung aller FODMAPs für vier bis sechs Wochen. Kommt es zu einer Verbesserung der Symptome folgt die
  2. Phase: Schrittweise Wiedereinführung von FODMAPs. Bei Auftreten von Symptomen, das betreffende Produkt in weiterer Folge meiden. Alles, was vertragen wird, kommt in den langfristigen Ernährungsplan der

Phase: FODMAP-reduzierte Langzeiternährung. Da sich die Verträglichkeit von Speisen ändern kann, empfiehlt es sich nach einiger Zeit durchaus Nahrungsmittel, die in Phase 2 schlecht vertragen wurden, nochmals auszuprobieren.

 

Lebensmittelübersicht zur FODMAP-Diät

Darf ich essenSoll ich nicht essen

Milchprodukte: Laktosefreie Milch und Milchprodukte

Milchprodukte: Laktosehaltige Milch und Milchprodukte

 

Früchte: Ananas, Banane, Erdbeere, Grapefruit, Heidelbeere, Honigmelone, Himbeere, Kiwi, Klementine, Mandarine, Orange, Papaya, Passionsfrucht, Rhabarber, Sternfrucht, Trauben, Zitrone, Zuckermelone

Früchte: Apfel, Aprikose, Avocado, Birne, Brombeere, Dattel, Dörrobst, Feige, Granatapfel, Khaki, Kirsche, Litschi, Mango, Nektarine, Pfirsich, Zwetschke, Rosine, Sultanine, Wassermelone, Fruchtsäfte

Gemüse/Salate: Reis, Mais, Kartoffel, Hirse, Quinoa, Sorghum, Buchweizen, Hafer, Dinkelbrot aus Sauerteig, Esskastanien, Polenta, Weizenstärke, Maisstärke, Kartoffelstärke, Maistortilas, Reis- und Maisbrot, weizen- und glutenfreies Brot, Reis- und Maisteigwaren, weizen- und glutenfreie Teigwaren, Cornflakes, Mais- und Reiswaffeln

Gemüse/Salate: Artischocke, Karfiol (Blumenkohl), Erbse, Lauch, Bärlauch, Rote Beete, Sauerkraut, Schwarzwurzel, Spargel, Topinambur, Wirsing, Knoblauch, Pilze, Zuckermais, Zwiebel

Getreide/Kartoffeln: Reis, Mais, Kartoffel, Hirse, Quinoa, Sorghum, Buchweizen, Hafer, Dinkelbrot aus Sauerteig, Esskastanien, Polenta, Weizenstärke, Maisstärke, Kartoffelstärke, Maistortilas, Reis- und Maisbrot, weizen- und glutenfreies Brot, Reis- und Maisteigwaren, weizen- und glutenfreie Teigwaren, Cornflakes, Mais- und Reiswaffeln

Getreide/Kartoffeln: Weizen, Roggen, Gerste und daraus hergestellte Produkte, Teigwaren, Müslimischungen, Getreideriegel, Couscous, Bulgur, Grünkern, Einkorn, Emmer, Amaranth

Nüsse: Kokos, Haselnuss, Mandel, Sesampaste, Tahini, Erdnuss, Walnuss, Paranuss, Lein- und Chiasamen, Kerne von Sonnenblume und Kürbis

Nüsse: Cashewnuss, Pistazie, Kokosnusswasser, Kokosmilch

Hülsenfrüchte: keine

Hülsenfrüchte: alle

Gewürze: Essig, Öl, Ketchup, Mayonnaise, Senf, Salz, Pfeffer, Kräuter, Gewürze aller Art

Gewürze: keine Einschränkungen

Süßungsmittel: Zucker außer Fruchtzucker, Traubenzucker, Glukose, Süßstoffe außer die rechts genannten, Stevia, Ahornsirup, Reissirup, Kakao

Süßungsmittel: Fruchtzucker (Fruktose), Fruktose-Glukose-Sirup, Maissirup, Honig, Agavensirup, Birnendicksaft, zuckerfreie Produkte mit den Süßstoffen Sorbit/-ol, Xylit, Mannit und Isomaltit, Birkenzucker, Inulin, Frukto-Oligosaccharide, Galakto-Oligosaccharide, Oligofruktose, Polydextrose

Getränke: Kaffee, Grüntee, Pfefferminztee, Schwarztee, Löwenzahntee, Rooibostee, Wein, Bier, Gin, Wodka

Getränke: Kamillentee, Fencheltee, Olong-Tee, Zichorien-Kaffee, Rum, Dessert- und Süßweine

Sonstiges: Fleisch, Fisch, Eier, Tofu, Sojasauce

 

 

AUTOR


Margit Koudelka


ERSTELLUNGSDATUM


10.04.2019
QUELLEN
Buchpräsentation von Dr. Weiser zum Thema "Reizdarm" am 09.04.2019

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