×
×

Folsäure: Unentbehrlich für Zellen und Nerven

Diesen Artikel mit Freunden teilen
In Spinat und Brokkoli ist besonders viel Folsäure enthalten. (Africa Studio - Shutterstock.com)

Folsäure ist in den letzten Jahren vor allem Frauen mit Kinderwunsch ein Begriff, da es für die Entwicklung des Embryos von großer Bedeutung ist.

Nicht nur Schwangere, auch Kinder, Menschen mit Verdauungsstörungen, Frauen, die ein orales Verhütungsmittel (Pille) einnehmen oder chronisch Kranke sollten auf eine ausreichende Zufuhr mit Folsäure achten. Ein Folsäuremangel kann verschiedene Ursachen haben: zu geringe Zufuhr mit der Nahrung, die Einnahme bestimmter Medikamente oder ein allgemein erhöhter Bedarf.

 

Folsäure ist ein wasserlösliches Vitamin, gehört zur Gruppe der B-Vitamine und hat viele Aufgaben im Körper:

  • Zellbildung: Folsäure ist für die Zellneubildung und die Blutzellbildung im Knochenmark unentbehrlich.
  • Nervensystem, Erbinformation: Sie ist wichtig für die normale Entwicklung des Babys in der Schwangerschaft, vor allem bei der Entstehung des Nervensystems. Außerdem ist sie am Aufbau der Erbinformation beteiligt.
  • Eiweißverwertung: Mit Hilfe von Folsäure werden Eiweißstoffe um- und aufgebaut.
  • Homocysteinstoffwechsel

 

Da sie hauptsächlich in der Leber nur in kleinen Mengen gespeichert werden kann, muss sie regelmäßig über unser Essen zugeführt werden.

Wo kommt Folsäure vor?

Folsäure ist in pflanzlichen Nahrungsmitteln ebenso enthalten, wie in tierischen, wobei die tierische vom Körper besser aufgenommen wird. Allgemein kann Folsäure aus Lebensmitteln nur zu 50 bis 70 % verwertet werden.

Täglicher Folsäurebedarf

Laut Ernährungsgesellschaft für Deutschland, Österreich und Schweiz (D-A-CH) sollten Jugendliche und Erwachsene etwa 400 μg (0,4 mg) Folatäquivalent pro Tag zu sich nehmen. Um diesen Tagesbedarf zu erreichen müsste man z.B. knapp 300 g Spinat oder eine halbe Dose Bohnen (200 g) essen oder zirka 8 l Milch täglich trinken.

 

Tierische Lebensmittel μg pro 100 g

Pflanzliche Lebensmittel μg pro 100 g

Hühnerleber

390

Weizenkleie

270

Eigelb

127

Rote Bohnen

250

Kalbsleber

108

Spinat

134

Camembert

44

Brokkoli

105

Gouda

21

Sojabohnen

95

Milch

5

Weintrauben

43

Wer benötigt mehr Folsäure?

Mehr Folsäure brauchen Schwangere, Kinder während des Wachstums, Menschen mit Eisenmangel, Lebererkrankungen, einer einseitigen Ernährung oder Verdauungsstörungen. Chronische Krankheiten, wie Diabetes, hoher Alkoholkonsum oder Medikamente führen zu einem höheren Verbrauch bzw. einer geringeren Aufnahme der Folsäure aus der Nahrung.

Warum ist Folsäure in der Schwangerschaft wichtig?

Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollten zuvor auf eine ausreichende Folsäure-Versorgung achten. Liegt zu Beginn der Schwangerschaft ein sehr großer Mangel an Folsäure vor, kann es beim Kind zu einem sogenannten Neuralrohrdefekt kommen, einer Verschlussstörung im Bereich der Wirbelsäule (Spina bifida). Es wird deshalb empfohlen, mindestens 4 Wochen vor Schwangerschaftsbeginn mit der Einnahme von zusätzlich 400 μg Folsäure zu beginnen. So kann der Körper einen Vorrat anlegen und das Baby wird von Beginn an mit Folsäure versorgt. Während der Schwangerschaft liegt der Bedarf bei 600 μg täglich, somit werden auch für Frauen, die ungewollt schwanger werden, mit Folsäure versorgt.

Was verschlechtert die Aufnahme von Folsäure?

  • Bei Magen-Darm-Erkrankungen, wie Gastritis oder Morbus Crohn ist die Aufnahme von Folsäure aus der Nahrung vermindert
  • Alkoholkonsum reduziert die Aufnahme von Folsäure
  • Da Folsäure hitze- und lagerungsempfindlich ist, muss die Zubereitung der Speisen schonend erfolgen

 

Die gleichzeitige Einnahme von Medikamenten wie z.B. Antibiotika, Verhütungsmitteln, Abführmitteln, Diabetespräparaten, Medikamenten zur Krebsbehandlung (Chemotherapeutika) oder auch Magensäurehemmer.

Wie macht sich ein Folsäuremangel bemerkbar?

Der Arzt kann einen Folsäuremangel über einen Bluttest feststellen. Besteht ein Folsäuremangel auf Grund einer Fehlernährung, ist es ratsam, die Ernährung umzustellen. Außerdem kann die tägliche Einnahme von Folsäurepräparaten mit 400 μg (0,4 mg) Folsäure als Tagesdosis erfolgen.

Inwiefern spielen Folsäure und Homocystein zusammen?

Homocystein ist ein Eiweißstoff (Aminosäure), der bei hohen Werten negative Folgen für unsere Blutgefäße haben kann. Hohe Homocystein-Werte können das Auftreten eines Herzinfarktes oder einer Makulardegeneration begünstigen, in der Schwangerschaft kann es durch einen erhöhten Homocysteinspiegel zu vermehrtem Auftreten von Fehlgeburten und Neuralrohrdefekten kommen. Mit Hilfe von Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B 12 kann der Homocystein-Spiegel im Blut reguliert werden.

AUTOR


Nicole Ecker


ERSTELLUNGS-/
ÄNDERUNGSDATUM


24.03.2014 / 27.02.2019
MEDIZINISCHER EXPERTE
Mag. Rita Longin
Ernährungswissenschafterin
QUELLEN
Handbuch Mikronährstoffe, L. Burgerstein, Haug Verlag, 11. Auflage, Stuttgart, 2007
Mikronährstoffe, U. Gröber, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 3. Auflage, Stuttgart, 2011
Ernährungsmedizin, K. Widhalm, Deutscher Ärzte Verlag, 3. Auflage, Köln, 2009

Ihre Wahlmöglichkeiten hinsichtlich Cookies auf dieser Website.


minimed.at verwendet Cookies, um Ihr Nutzungsverhalten automationsunterstützt zu analysieren und Ihnen personalisierte Werbung einzublenden, die Ihren ermittelten Interessen entspricht. Sie können hier alle zustimmungspflichtigen Cookies akzeptieren oder ablehnen


oder weitere Informationen in unsere Cookie-Richtlinie einsehen und sich dann entscheiden. Die erteilte Zustimmung können Sie jederzeit für die Zukunft widerrufen, lässt aber bereits auf Grund der erteilten Zustimmung erfolgte Verarbeitungen unberührt. minimed.at verwendet ebenso Cookies, um Ihnen die Nutzung von gesund.at zu ermöglichen und nutzerfreundlich zu gestalten und Zugriffe auf gesund.at zu analysieren. Diese Cookies können Sie hier abwählen.

Weitere Informationen zu den Cookies und den Auswahl- und Kontrollmöglichkeiten sowie zur Ausübung des Widerrufsrechtes finden Sie hier.